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	<description>Kulturspion für Mittelhessen</description>
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		<title>Amour fou auf Englisch</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 08:43:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2012/01/the-shape-of-things-3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7788" style="margin: 12px;" title="the-shape-of-things-3" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2012/01/the-shape-of-things-3-156x300.jpg" alt="" width="156" height="300" /></a>Der deutsche Schlagerfan weiß: Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben. Ein Gastspiel des “<a href="http://www.whitehorse.de/">White Horse Theatre</a>” zeigt mit einem englischsprachigen Liebesdrama derzeit im <a href="http://www.zibb-giessen.de/">Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung (ZiBB)</a> wie weit die Manipulierbarkeit des Menschen dabei gehen kann. Es stammt von einem der bedeutendsten nordamerikanischen Gegenwartsdramatikern, Neil LaBute (Jahrgang 1963) und heißt “The shape of things” (2001 uraufgeführt). Auf Einladung des „<a href="http://www.keller-theatre.de/">Keller Theatre</a>“, in Zusammenarbeit mit dem „Verein für interkulturelle Bildung und Begegnung“, gastiert das „White Horse Theater“ mit seinem Stück an den kommenden Wochenenden im ZiBB. Am vergangenen Freitagabend (21. Januar 2012) kam die Gastspiel-Aufführung in den gut besuchten Vereinsräumlichkeiten erstmalig zur Aufführung.</p>
<p style="text-align: justify;">In den Mittelpunkt von „The shape of things” stellt LaBute eine unerhörten Liebesbeziehung und stellt damit die Frage, wie weit man zur Verwirklichung individueller Sehnsüchte gehen darf. In einer modernen Adaption des Pygmalion-Themas formt sich die Kunststudentin Evelyn Ann Thompson (Terri Musson) einen gleichaltrigen Studenten nach ihrem Bilde. Unter ihrem Einfluss wird aus Adam Sorenson (Soane Latimer), dem anglistikstudierenden Nerd, ein gutgekleideter Beau. Eine Verwandlung die auch die Freundschaft von Jenny (Lindsay Konieczny) und Phillip (Will Matthews) <a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2012/01/the-shape-of-things-1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7785" style="margin: 12px;" title="the-shape-of-things-1" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2012/01/the-shape-of-things-1-300x236.jpg" alt="" width="300" height="236" /></a>gehörig durcheinanderbringt. Der Preis den Adam für die Liebe zu Evelyn zahlen muss wird im Stückverlauf immer höher. Verstörend und bedrohlich steuert die Handlung von „The shape of things“ auf ein Ende mit Schrecken zu, mit dem Evelyn alle Beteiligten inklusive des Publikums schockiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Regisseur Michael Dray von „White Horse Theatre“ machte aus dem Stück ein intensives Kammerspiel, dass sich eng an LaButes Textvorlage hält. Die vier Ensemblemitglieder, die <a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2012/01/the-shape-of-things-4.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7787" style="margin: 12px;" title="the-shape-of-things-4" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2012/01/the-shape-of-things-4-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>allesamt an britischen Schauspielakademien studierten, präsentieren englischsprachiges Sprechtheater, dem man gut folgen kann. Auch wenn es manchmal an szenischen Einfällen fehlt, ist der Theaterabend dank der engagierten Arbeit der Schauspieler atmosphärisch dicht. Terri Musson in der Rolle der attraktiven Femme fatal hält die Fäden in der Hand und bleibt als Evelyn allen intellektuell überlegen. Lindsay Konieczny verkörpert die Jenny als ein harmloses Kleinstadtmäuschen, das der übergriffigen Evelyn nichts entgegen zusetzen weiß. Einzig der wutgeladene Will Matthew versucht in der Rolle des Phillip Evelyns Willen zu brechen – doch auch er muß dafür eine hohen Preis zahlen. Last but not least bleibt Soane Latimer als Adam in LaButes Drama Evelyn hörig und erleidet einen gehörigen Realitätsverlust. Latimer spielt vortrefflich den smarten Typen, der zum Opfer seiner eigenen Hilflosigkeit wird und keinen Ausweg aus dieser Amour fou findet.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2012/01/the-shape-of-things-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7786" style="margin: 12px;" title="the-shape-of-things-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2012/01/the-shape-of-things-2-300x218.jpg" alt="" width="300" height="218" /></a>Das „White Horse Theatre“ ist eine professionelle Theatertruppe. Alljährlich schicken sie 4 muttersprachliche Ensemblemitglieder auf Tournee im deutschen Raum und den Benelux-Staaten. Hauptsächlich zeigen sie ihre Stücke in Schulen und Bildungseinrichtungen.</p>
<p style="text-align: justify;">„The shape of things“ richtet sich vorrangig an Oberstufenschüler und Erwachsene mit fortgeschrittenen Englischkenntnissen. Weitere Vorstellungen sind für den 27., 28. Januar und am 2., 3. und 4. Februar geplant.</p>
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		<title>Signaturen des Politischen</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 16:06:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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<p style="text-align: justify;">Zu Anfang galt jedoch sein Erstaunen dem großen Publikumsinteresse. Er habe mit „sechs“ Personen gerechnet.</p>
<p style="text-align: justify;">Ausgangspunkt seiner Reflexionen zu Spehrs Kunst waren die kleinformatigen Zeichnungen im hinteren Areal der Kunsthalle. An ihnen stellte er den besonderen „Anstrich“ der künstlerischen Arbeit dar. Spehr operiere als Künstler im Bereich der „Unschärfe“. Damit gehöre er zu dem Künstlertypus der „versucht den allgemeinen Geschmack zu unterwandern“. Dies sei aber bei Spehr nicht Ausdruck einer willkürlichen Opposition zum aktuellen Zeitgeschehen. Bei Spehr vermittelten die Exponate, insbesondere auch die Gießener Ausstellung, eine mit künstlerischen Mitteln evozierte Aufforderung: „Genauer Hinzuschauen, um die Verhältnisse verändern zu können“ &#8211; man muss nahe an die zum Teil detailreichen Zeichnungen herantreten. Nach einer Titelei suche man dabei meist vergeblich. Die Werke blieben auch deshalb ohne Titel, wie Leggewie räsonierte, weil Spehr jegliche propagandistische Inanspruchnahme verhindern möchte. Diese explizite Nichtpositionierung, wird durch die in den Zeichnungen leerbleibenden Plakate und Protestschilder überdeutlich zum Ausdruck gebracht. „Bei ihm steht eben nichts, dass ist wichtig“. Natürlich hat das irgendwie immer auch etwas mit Beuys zu tun. Spehr möchte die Köpfe seiner Rezipienten erreichen, deshalb hat er den sozialen Raum in dem seine Kunst wirkt mit im Blick &#8211; auch im Sinne eines Chronisten, der mediale Sehgewohnheiten festhält. Ausdrücklich verwies Leggewie auf die Bedrohlichkeit und „Gewaltigtätigkeit“ der Szenerien, die evident von den wiederkehrenden „unheimlichen Kindern“ ausginge. Sie stellen die Welt zwar nicht auf den Kopf, sind aber ebenso wie „Streetfighter“, „Berber“ und „Businessmen“ fester Bestandteil von Spehrs ikonographischem Personal. „Spehr möchte sie verunsichern“ und seine Kunst trage gewollt die „Signatur des Politischen“. Der Kunstprofessor setze höchste Zeichenkunst ein, um Bildergeschichten zu formen, die öffentlich anschließbar bleiben, ohne Partei zu ergreifen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/Leggewie-3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7760" style="margin: 12px;" title="Leggewie-3" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/Leggewie-3-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Zu der Verschränkung der installativen Arbeit und den Zeichnungen ringsum, sagte Claus Leggewie wenig. Er verwies jediglich auf die Zeitgemäßheit der fliegenden Zeltstadt, die an den Tahrir-Platz in Kairo, die Piazza del Sole in Madrid oder ganz aktuell an die Bürger-Proteste in Moskau erinnern könnte. „Das Schöne an der politischen Kunst ist, dass sie Überlegungen freisetzt“. Allerdings sei das Sujet bei Spehr niemals so politisch, wie etwa Picassos Guernica, räumte Leggewie ein. Es bleibe die „Unschärfe“ in seinen „Tumult“- und „Empörungs“-Bildern erhalten – dies sei auch für die Installation eine wichtige Interpretationsperspektive.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kuratorin der Kunsthalle Frau Dr. Riese freute sich abschließend über eine „anregende“ Führung. Die übrigen Geführten unterstrichen diese Würdigung mit anhaltendem Beifall. Es wird für Frau Dr. Riese schwer werden, nun einen zweiten Prominenten zu finden, der mit ähnlich professoraler Eloquenz und lockerem Infotainment seine Gedanken zu einer Kunsthallen-Ausstellung preisgibt. Die Kunsthalle zeigt Johnnes Spehrs Kunstwerke noch bis zum 23. Dezember 2011.</p>
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		<title>Aufklären statt belehren</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 09:22:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/AIDS-Hilfe-3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7742" style="margin: 12px;" title="AIDS-Hilfe-3" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/AIDS-Hilfe-3-251x300.jpg" alt="" width="251" height="300" /></a>Zum dritten Mal unterstützt die AIDS Hilfe Gießen e.V. eine Theaterproduktion die sich mit dem Thema AIDS auseinandersetzt. Am vergangenen Samstag (3. Dezember 2011) wurde diese anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember als Gastspiel auf der TiL-studiobühne aufgeführt. Die postdramatische Bühnenperformance trägt den Namen „Und alle so: Oh!“.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach wie vor prägen Wissensdefizite den Umgang mit der Viruserkrankung. In ihrer Präventionsarbeit erleben die Mitarbeiter der AIDS-Hilfe eine Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln. Dazu kommen Missverständnisse, vorurteilsbedingte Ängste und Klischees im Umgang mit dem HI Virus. Das Stück greift die Missstände ungefiltert und eindringlich auf und zeigt das Präventionsarbeit aufklären kann, ohne zu belehren.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/AIDS-Hilfe.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7740" style="margin: 12px;" title="AIDS-Hilfe" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/AIDS-Hilfe-300x204.jpg" alt="" width="300" height="204" /></a>„Und alle so: Oh!“ denkt sich in das Leben von drei Figuren hinein, die unterschiedlich von HIV betroffen sind. Verkörpert werden sie von den jungen Darstellern Andrea Riehl, Annika Stoll und  Doménico Talarico. Unter der Anleitung der Theaterpädagogin Tabea Eifert aus München entwickelten sie ihren je eigenen Blick auf das Thema AIDS. In drei isolierten Kammern stehen sie nebeneinander im Bühnenbild und repräsentieren damit drei Grunderfahrungen mit der Krankheit. In körperbetonten, irritierenden Kurzszenen öffnen sie wechselnd den Blick für die Situation einer AIDS Patientin (Mehl), eines durch Angst gelähmten Jugendlichen (Stoll) und eines jungen Mannes, der den Tod seines Freundes betrauert (Talarico). Eine Welt voller Wut, Hilflosigkeit und Verzweiflung, die von den Performern auf der Bühne durchlebt wird. Ein Textfragment des Stückes, das die drei Perspektiven verbindet, lautet: „Du hast gemerkt, dass du zerbrechlich bist“.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/AIDS-Hilfe-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7741" style="margin: 12px;" title="AIDS-Hilfe-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/AIDS-Hilfe-2-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" /></a>Das Theaterstück ist für die präventive Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt worden. Anhand von weiterführenden Materialen wird ein Sensiblisierungs- und Identifikationsprozess in Gang gesetzt, der ein Bewusstsein für das Thema schaffen und vorhandene Kenntnisse vertiefen soll. Als weiteres pädagogisches Medium der Sexualerziehung entsteht derzeit auf der Grundlage von „Und alle so: Oh!“ ein Film, der in die Arbeit von Schulen und anderen Bildungsträgern eingebunden werden kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Ziel ist es, Jugendlichen und Pädagogen den Zugang zu dem Thema zu erleichtern und den Kanon der gewöhnlichen Unterrichtsmitteln zu erweitern. Dabei soll ein nachhaltiger Impuls gesetzt werden, der nicht nur die Wissensebene berührt, sondern ein umfassenderes Begreifen möglich macht. Bei etwa 3000 Neuansteckungen 2010 allein in Deutschland ist dies eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht mit dem Theaterabend enden darf.</p>
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		<title>rauschhaus III – Begehbar und auch ohne Plan mittendrin</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 21:28:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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<p style="text-align: justify;">Im Eingang des begehbaren Gesamtkunstwerks war am Montag (21. November 2011) eine Diashow mit Bildern des Hauses vor dem Einzug zu sehen. Die ehemalige Nutzung als Verwaltungsgebäude der Uni, ist nur noch an den Aktenschränken aus Metall zu erkennen. Unten an einer Bar zwischen gemütlichen Sitzgruppen legte DJ Erik Meyer am Plattenspieler „Rauschhouse“ auf. Im ersten Stock malte Andreas Eickenroth auf dem Boden an einem großformatigen Bild, ein anderer Raum ist bereits mit einer bedrückenden Installation ausgestattet. So entsteht auch ohne Plan Etwas.</p>
<p style="text-align: justify;">„Eine kindliche, freudige Erregung“ verspürte Künstler und Mitorganisator Till Korfhage bei der Aussicht auf fast zwei Wochen „rauschhaus“. Nachdem die temporäre und interdisziplinäre Arbeits- und Ausstellungsgesellschaft in den vergangenen zwei Jahren in der Dulles-Siedlung in der Grünberger Straße eher im Hintergrund agierte, ist nun ein neues Haus gefunden: Die Künstler_innen malen, werkeln und diskutieren noch bis zum 4. Dezember in der Ludwigstraße 19. Knapp zwei Wochen lang werden sie den Altbau „wüst und wirr beleben und ein ekstatisches Chaos zelebrieren“.</p>
<p style="text-align: justify;">Gastkünstler Daniel Horvat, Thrash-Metal-Fan der ersten Stunde, berichtet etwa über seine Erfindung des Thrash-Painting, die ihm beim aggressiven Malen entstanden ist. Im Erdgeschoss sind seine neuen morbiden, expressiven Bilder zu sehen. Till Korfhage hat eine Rauminstallation mit Video, Spiegeln und Plastikfolie geschaffen, ein Kontrast zwischen Kanten und weichen Formen. Fence zeigt einen ganz anderen Raum mit grafischen, dreidimensionalen Elementen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus-3_1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7710" style="margin: 12px;" title="Rauschhaus-3_1" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus-3_1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Initiatorin Julia Blawert zeigt sich zufrieden über den bisherigen Projektverlauf: Die Aufführungssituation nach einer so kurzen Arbeitsphase sorgten bei den Künstler_innen zwar auch für Druck, aber die Auseinandersetzung mit dem Publikum hat auch die Arbeit bestätigt. Und Jennifer Sprodowsky ergänzt: „Wir sind noch mittendrin, aber die Idee geht auf!“ Nach einer wilden Party am Freitag und geschlossenen Türen am Samstag begann die zweite Woche von rauschhaus III mit Spiel und Spaß statt Reflexion: Michael Bloeck bot mit „Be poet“ am Sonntagnachmittag Poesie, anschließend wurde um das Straßenkarree mit Wasserpistolen „Assassin – a game“ gespielt. Danach präsentierte der Gitarrist Djitó alias Daniel Schmidt seine folkigen Songs.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim ersten Mal „rauschhaus“ ging es nur um die Kraft des Rausches, im vergangenen Jahr dann reflektierter um den Wert der Kunst. Die dritte Auflage soll nun eine Synthese schaffen und gliedert sich in mehrere Phasen: Die beteiligten Künstler_innen arbeiteten meist mit offenen Türen wild drauflos, bis es dann am Freitagabend (25. November 2011) eine erste Ausstellung zu sehen gab – ein öffentliches „Fest der Sinne“. Die gewollte Katerstimmung sollte als produktives Stimulans wirken, eine programmierte Leerstelle im vorbeifließenden Rausch. Mehr als eine Atempause konnte dies nicht sein: am 3. Dezember ist schließlich die abschließende Ausstellung geplant.</p>
<p style="text-align: justify;">Organisiert, konzipiert und durchgeführt wird das Projekt von Julia Blawert, Mona Wolf, Jennifer Sprodowsky, Florian Seel, Lena Theis und Till Korfhage. Förderung kommt vom Kulturfonds Gießen-Wetzlar, dem Kulturamt der Stadt Gießen, der Hessischen Theaterakademie und dem AstA der JLU Gießen. Neben Musikdarbietungen finden ein Filmabend, Gespräche, Performances und Diskussionen statt. Rauschhaus III ist bis zum 4. Dezember in der Ludwigstraße 19 zu Gast. Am 3. Dezember gibt es ab 20 Uhr eine Ausstellung von und mit 32 Künstler_innen und 21 Projekten. Informationen und Termine sind auf folgender Website abzurufen: <a href="http://rauschhaus.wordpress.com/">http://rauschhaus.wordpress.com/</a></p>
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		<title>Wo zusammen wächst, was zusammen gehört</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 07:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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<a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/HAPPY-END-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7681" style="margin: 12px;" title="HAPPY-END-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/HAPPY-END-2-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a>Ort der Handlung ist Chicago in den 1920er. Die Heilsarmee um die mildtätige Lillian Holiday und die sechsköpfige Gangsterbande unter Führung der unberechenbaren „Lady in Gray“ treffen in „Bill´s Beer House“ aufeinander. Lillian findet in dieser Dezembernacht gefallen an dem Gangster Bill Cracker. Dadurch gerät sie in Konflikt mit ihren strenggläubigen Glaubensbrüdern und -schwestern und wird kurzerhand aus der Heilsarmee ausgeschlossen. Bill wird durch die reizvolle Lillian daran gehindert, an einem Raub mit seiner Bande teilzunehmen – ein Vorfall der ihn sein Leben kosten kann. Schließlich und erwartungsgemäß wächst in „Happy End“ zusammen, was zusammen gehört: Lillian wird wieder in die Heilsarmee aufgenommen, sie und Bill verloben sich und Kreuz und Kriminelle tun sich zusammen, um zukünftig gemeinsam den Kampf gegen menschenverachtende Praktiken von Banken und Bourgeoisie aufzunehmen.</p>
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<p style="text-align: justify;">„Happy End“ war für das Keller Theatre und die Musikwissenschaften eine goldrichtige Entscheidung – an dieser gemeinsam Aufgabe sind sie gewachsen. Weitere sechs Vorstellungen sind bis zum 10. Dezember jeweils donnerstags, freitags und samstags um 19.30 Uhr im <a href="http://www.keller-theatre.de/SpielplanAnfahrt.html">Institut für Musikwissenschaft</a> geplant.</p>
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		<title>Deutschland, eine Abrechnung: Die Performancegruppe SKART diplomiert mit einem Fest der Körper und der Anarchie</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 10:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Skart.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7662" style="margin: 12px;" title="Skart" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Skart-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a>Als Philipp Karau und Mark Schröppel am letztwöchigen Freitag und Samstag (11. und 12. November 2011) anlässlich ihrer Diplominszenierung die TiL-Bühne betraten, schien es zunächst, als wollten die beiden Studenten der Angewandten Theaterwissenschaft nur von <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/ich-war-am-anfaelligsten-fuer-die-liebe/1670424.html">Fritz Teufel</a> berichten. Er war einer der Mitbegründer der Kommune I, verbrachte einige Jahre im Gefängnis und kam durch das geplante „Pudding-Attentat“ auf US-Vizepräsident Humphrey zu Berühmtheit. Als Teufel letztes Jahr starb, verschwand seine Urne, um neben dem Grab Rudi Dutschkes wieder aufzutauchen.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Tradition von Teufels Spaßguerilla steht die Performancegruppe SKART (Schröppel Karau Art Repetition Technologies). Als die beiden sich als Kapitän und Stewardess kostümiert haben, können die Spiele beginnen: Schokoküsse fliegen ins Publikum und wieder zurück auf die Bühne, es wird Wasser verspritzt und hin und wieder aus der Rolle gefallen. Eine Stunde lang verhandelt „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ deutsche Verhältnisse seit dem zweiten Weltkrieg: Von Max Schmelings Niederlage gegen Joe Lois in New York 1938 bis hin zum Diskurs um gewalttätige Jugendliche mit Migrationshintergrund, mit Zeitzeugen und Popmusik. Das ist irrsinnig, laut und lustig, Ironie und Chaos haben dabei genauso ihren Platz wie die Dekonstruktion von Geschlechterrollen und Nationalstaatlichkeit.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Skart-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7664" style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="Skart-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Skart-2-300x214.jpg" alt="" width="300" height="214" /></a>Grandios choreografiert ist der Kampf, den die beiden mit Ritterrüstung und Steinschleuder bewaffnet gegeneinander führen und der in der Zerstörung von Teilen des Bühnenbildes endet. Aus den Trümmern erstehen SKART mit Bommelhut und Kopftuch auf, Requisiten werden aus den Sägespänen am Boden gezogen. Nach minutenlangem Abspielen von Westernhagens „Freiheit“ öffnet sich die symbolische Mauer aus Tarnnetz noch einmal. Die beiden Performer mit Hang zum Exhibitionismus erscheinen in Frischhaltefolie und Theraband eingewickelt. Mit Frosch- und Entenmaske unterhalten sich Schlagersänger Roberto Blanco und Vertriebenenvertreterin Erika Steinbach über Werte und Ordnung. Die Vielstimmigkeit, schiere Masse und Lautstärke von Video, Klängen, Aussagen und auch technischen Mitteln ist erschlagend: Gartenzwerge baumeln von der Decke, Pflastersteine werden in die Waschmaschine gesteckt, Plakate mit grotesken Masken fragen: „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab‘?“ Mit auf der Bühne ist das werwolfartige Haustier (Verena Billinger) im knappen Goldbadeanzug, das vor den sechs Fernsehern Fanta trinkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegensätze werden nicht aufgelöst, sondern ausgestellt, das Motto lautet: Verständnislosigkeit statt Empathie, Unterhaltung statt Erziehung. So auch in der letzten Produktionen <a href=" http://www.youtube.com/watch?v=-n4bYMfX-k8">„Galactig Gigolo“</a> und <a href="http://vimeo.com/31590151">„Der Fischer und sein Mann“</a> als Musiktheater für Kinder in Duisburg. Im Februar zeigen sie „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ nochmals in Mülheim a. d. Ruhr, als „Versuch eines abseitig artikulierten Kommentars über ein Land, in das man durch Zufall hineingeboren wurde, zu scheitern“.</p>
<p style="text-align: justify;">Der große Coup kommt zum Schluss: Sebastian Unsinn alias MC Burger King von der Augsburger Electrocombo <a href="http://www.youtube.com/watch?v=m_ayuT-bPE4">„Bassschickeria“</a>, entsteigt in weißer Priesterrobe zum Finale, rappt mit eindringlicher Stimme und verspritzt salbungsvoll Bier, während Schröppel und Karau einen modifizierten Reichsadler herumtragen. Trotz der offensichtlichen Punk-Attitüde, die SKART vertritt, bleibt die Aussage vieldeutig. Ein Fest der Körper und der Anarchie.</p>
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		<title>Besserwisserei, viel Haut und der toskanische Warhol</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 09:01:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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<p style="text-align: justify;">Als vom Publikum begeistert gefeiertes Kammerspiel ging „Die Toscana-Therapie“ (1987) am vergangenen Samstagabend (5. November 2011) im „Musenkeller“ über die Bühne. Das tageslichtenferne Gewölbe der St. Bonifatius Gemeinde war restlos ausverkauft, als Robert Gernhardts einziger dramatischer Text zur Aufführung kam. Der Cartoonist und Satiriker zeichnet darin eine bitter-süße Parabel auf eine Gesellschaft deren Kommunikation endgültig aus den Fugen geratenen ist – babylonische Sprachverwirrung zwischen Terrakotta und Zypressenhügeln. Zur Arena der Wortgladiatoren wird die luftige Terrasse mit meditteranen Gartenmöbeln wo bei Wein, Weib und Gesang sich über Gott und die Welt ausgetauscht wird, ohne das etwas substantielles hängen bleibt.</p>
<div id="attachment_7632" class="wp-caption alignleft" style="width: 204px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Toscana-Therapie.jpg"><img class="size-full wp-image-7632  " title="Toscana-Therapie" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Toscana-Therapie.jpg" alt="" width="194" height="331" /></a><p class="wp-caption-text">Alles nur Schauspielerei: Victor als französischer Feldherr</p></div>
<p style="text-align: justify;">Karin verbringt mit ihrem nörgelnden Ehemann Gerhard den Sommerurlaub im Ferienhaus ihres Freundes Dieter in der Toscana. Bei einem Florenzaufenthalt haben sie den bekennenden Alkoholiker und amerikanischen Literaten Victor aufgegabelt, mit dem sie seitdem das Domizil teilen. Für Ärger sorgen außerdem Gärtner Danilo mit seinem Traktorlärm, dass unablässige „Sägen“ der Zikaden, und ein unverhoffter Besuch des Fotographen Florian mit seiner jugendlichen Muse Silvia. Für den abendlichen Besuch des Freundes Werner Bergmann (Redakteur bei FAZ Magazins), auf den sich Karin und Gerhard gefreut haben, bleibt bei all dem Trubel kaum Zeit. Erst als Psychotherapeut Dieter eintrifft, kommt es zur Lösung des Konflikts – aber anders als erwartet.</p>
<p style="text-align: justify;">Richtig kultiviert ist in der „Toscana-Therapie“ keiner, nicht mal die jungendliche Verlockung Silvia, die zur emotionalen Aufrichtigkeit auffordert: “Warum sagt ihr nicht einfach was ihr meint“. Die Inszenierung unter der Regie von Guy Sagnes nähert sich dem Stoff unverkrampft, ohne zu moralisieren, und das leidenschaftliche Musenkeller-Ensemble braucht den Vergleich mit professionellen Bühnenakteuren nicht zu scheuen.</p>
<div id="attachment_7634" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Toscana-Therapie-21.jpg"><img class="size-medium wp-image-7634 " title="Toscana-Therapie-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Toscana-Therapie-21-300x176.jpg" alt="" width="270" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Karin und Gerhardt diskutieren</p></div>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht am schwersten haben es Karin (Annette Filippi) und Gerhard (Dominik Müller), deren Konflikt bei aller dem Geschlechterkampf innewohnenden Lächerlichkeit, eine gewisse Tragik haben muss, um die gesellschaftskritischen Untertöne hörbar werden zu lassen. Gerhards enervierende Besserwisserei und sein intellektuelles Entertainment erträgt Filippi in der Rolle der Karin in souveräner Ruhe. Müller hingegen hat die Getriebenheit Gerhards in ein nervöses Brillenspiel und ein unkontrollierte Hyperaktivität übersetzt, dass sich von den Augen ausgehend sich in seinen zuckenden Leib ausbreitet. Michael Müller als Poet Victor, die „Hemingway-Dublette“, spielt sich als toskanischer Warhol mit rollendem R in die Herzen des Publikums und an die Ränder der sprachlichen Absurdität.</p>
<p style="text-align: justify;">Die große Stärke der Inszenierung ist, dass sie die Entfremdung von Sprache und Individuum auf den Punkt bringt. Theater für Körper und Geist, die nicht mehr zueinander finden – witzig ist das ganz sowieso.</p>
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		<title>Ermittlungen um toten Afghanistan-Soldaten &#8211; Gregor Weber stellte seinen Krimi vor</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 21:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
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<p style="text-align: justify;">Dank der medialen Aufmerksamkeit, ist das <a href="http://giessen.krimifestival.de/">Krimifestival Gießen</a> 2011 zu einer noch erfolgreichen Reihe angewachsen. Nahezu alle Veranstaltungen sind restlos ausverkauft. Das liegt sicher auch an den Fernsehstars die Organisator Uwe Lischper abermals nach Gießen locken konnte. Zu Beginn der dritten und letzten Woche, war nach der Eröffnung (30. September 2011) mit dem Schauspieler Armin Rohde, ein weiteres prominentes TV-Gesicht am Freitagabend (14. Oktober 2011) in Gießen zu Gast. In den Verkaufsräumen von <a href="http://www.betten-lenth.de/">Betten Lenth</a>, diesjährig erstmalig Festival-Gastgeber, las Gregor Weber, bekannt durch die Rolle des Saarbrückener Tatortkommissars Stefan Deininger. Der Schauspieler, der nach eigenen Angaben, 11 Monate im Jahr vorrangig schreibt, stellte seinen diesjährig publizierten Kriminalroman „<a href="http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=361087">Feindberührung</a>“ vor. Nach „Kochen ist Krieg“, in dem Weber Profiköchen über die Schulter schaute, liegt mit „Feindberührung“ nun sein zweites Buch und sein erster Krimi vor.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Etikettierung des Buches mit „komplexe Handlung“ bietet sich an. Und die Bilder, die das 384-seitige Schwergewicht evoziert, spuken noch lange im Kopf herum. Es sind vor allem die Aktualität des Stoffes und die dokumentarischen Einsprengsel, die den Roman zu einem „politischen Buch“ machen, wie auch Betten Lenth-Geschäftsführer Dr. Peter Nagel in seinem Eröffnungswort bemerkte.</p>
<p style="text-align: justify;">Bereits im Startkapitel wird der Lesende unvermittelt mit den aufwühlenden Erinnerungen des Soldaten Lars Rems, der sich in Afghanistan in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation befindet, bekannt. Im Laufe dieses Feldeinsatzes wird der Mustersoldat durch eine Bombendetonation um beide Beine gebracht. Diese Feindberührung verändert sein Leben, denn nach der Rückkehr nach Deutschland verliert er den gesellschaftlichen Halt, die familiäre Bindung und zuletzt noch sein Leben durch einen brutalen Mordanschlag. Hauptkommissar Kurt Grewe und seine Kollegin Therese Svoboda ermitteln in einer unbekannt bleibenden Garnisonsstadt ohne eine heiße Spur und versuchen das Handlungsmotiv zu enträtseln. Rems Verbindungen zur Unterwelt lassen unterschiedliche Szenarien zu: Es gab Kontakte zu einem Rockerclub und in die Drogenszene. Die Ereignisse am Hindukusch wollen zunächst nicht so recht ins Ermittlungs-Mosaik passen und erst Kapitel für Kapitel kommen die fehlenden Steine hinzu, die ein Bild ergeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist bei Weber alles minutiös recherchiert, durch Soldaten-Interviews abgesichert und mit Akribie packend erzählt. „Feindberührung“ ist kein Nachttisch-Krimi, dafür ist er zu aufwühlend. Schonungslos erzählt Weber darin über das Grauen eines Krieges, der in Deutschland lange keiner sein durfte. Sein Prosa ist sachlich und detailfreudig einem literarischen Realismus verpflichtet. Dies gilt auch für die Figurenpsyche, die Weber gerne und oft beschreibt. Dieser Schreibstil birgt jedoch die Gefahr eines Hyperrealismus und einer Überkonturierung des Erzählten, die dem Lesenden die kreative Mitarbeit abnimmt. Wer sich darauf einlässt, findet in „Feindberührung“ ein jargonsicheres Buch von einem gut beobachtenden Autoren, der eine hochaktuelle Kontroverse in seinem Krimi aufgreift. Literarisch versteht es Weber in weiten Teilen des Buches seine Figuren aus ihren sozialen Milieus heraus zu charakterisiert, ohne dass sie dadurch ihre Individualität verlieren. Sein Hauptkommissar Grewe ist dafür ein gutes Beispiel – ein Kriminalbeamter ohne echte Spürnase. Durch Eifer und Beharrlichkeit kann er dieses Handikap ausgleichen und wird so zu einem menschelnden Sympathieträger, dem auch schon einmal der Zufall nachhelfen darf ohne das der Lesende die Augen verdreht.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit einem aufbrausenden Schlußapplaus zeigte das 150-köpfige Gießener Publikum, dass der Roman auf Interesse stößt und seine Wirkung nicht verfehlt. Gregor Weber zumindest denkt schon über einen neuen Krimi mit Kurt Grewe nach.</p>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 12:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Wir empfehlen]]></category>
		<category><![CDATA["Queere" Vorlesungsreihe]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Henze]]></category>
		<category><![CDATA[Patsy l‘Amour laLove]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schwule Selbstermächtigung – Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsthass]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorlesungreihe zu Männlichkeit, Feminismus und Pornografie Nachdem Dr. Nadyne Stritzke zum Semesterauftakt für einen vollen Margarete-Bieber-Saal sorgte, wird am Montag die erste „queere“ Ringvorlesung in Gießen fortgesetzt. Patrick Henze spricht unter dem Titel „Schwule Selbstermächtigung – Männlichkeit, Selbsthass, Politik“ über Schwulsein als marginalisierte und damit politisch bedeutungsvolle Form von Identität. Allerdings aus der parteiischen Perspektive [...]
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<p style="text-align: justify;">Nachdem Dr. Nadyne Stritzke zum Semesterauftakt für einen vollen Margarete-Bieber-Saal sorgte, wird am Montag die erste „queere“ Ringvorlesung in Gießen fortgesetzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Patrick Henze spricht unter dem Titel „Schwule Selbstermächtigung – Männlichkeit, Selbsthass, Politik“ über Schwulsein als marginalisierte und damit politisch bedeutungsvolle Form von Identität. Allerdings aus der parteiischen Perspektive der Polit-Tunte und Aktivistin Patsy l‘Amour laLove, dem alter ego des Vortragenden.</p>
<p style="text-align: justify;">Veranstaltet wird die &#8220;queere&#8221; Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus der Ankündigung: Schwule finden sich, wie alle anderen auch, nach wie vor innerhalb einer patriarchalen und damit schwulenfeindlich geprägten Gesellschaft wieder. Dennoch sind Fragestellungen bezüglich schwuler Selbstermächtigung, wie sie die schwule Bewegung der 1970er Jahre stellte, auch innerhalb aktivistischer Kontexte größtenteils aus dem Blickfeld geraten. Dabei ist die heutige Gesellschaft nicht minder davon bestimmt, „echte“ Männlichkeit als heterosexuelle Männlichkeit zu denken und damit schwule Männlichkeit als unmännlich abzuwerten und Individuen entsprechend mit Gewalt und Diskriminierung zu begegnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das verbreitete Phänomen des schwulen Selbsthass in Kürze darzustellen und seine enge Verbindung zur Vorstellung von „echter“, gesunder Männlichkeit aufzuzeigen. Letztlich muss danach gefragt werden, was das alles mit emanzipatorischer, queerfeministischer und schwuler Politik zu tun hat oder haben kann, warum es das in vielen Fällen scheinbar nicht hat und wo auch aktuelle queere Debattenschwulenfeindlich verlaufen können. Schwulsein ist politisch. Und Schwulsein schützt vor Dummheit nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Patsy l’Amour laLove / Patrick Henze ist Queer-Aktivist_in, Forscher_in und Polit-Tunte. Er_Sie forscht unter anderem zu schwulen Männlichkeiten, Tuntengeschichte(n) und schwulen Politiken innerhalb der heteronormativen Gesellschaft. Darüber hinaus widmet er_sie sich in den porn studies der Erforschung von schwuler, feministischer und queerer Pornographie.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Termine der Reihe werden auf der <a href="http://www.ausgehzwang.de/litfassaule-2">Litfaßsäule</a> bekanntgegeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Jeweils um 19 Uhr im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34, weitere Infos:<a title="http://www.queere-ringvorlesung.de/" href="http://www.queere-ringvorlesung.de/"> www.queere-ringvorlesung.de</a>.</p>
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		<title>Bäume, Biwaks und Bleistiftkunst von Johannes Spehr</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 08:55:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Ute Riese]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Spehr]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthalle Gießen]]></category>
		<category><![CDATA[Windeinschlag/Siedeln in den Lüften]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnungen]]></category>

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<p style="text-align: justify;">Mülltüten und Biwaks, provisorische Schlaflager aus Plastikplanen, hängen seit einigen Tagen an groben Seilen von der Decke der Gießener Kunsthalle. Am Boden liegt eine Ansammlung von groben Ästen, flankiert von schwarz-weiß Zeichnungen an den Wänden. Die Kunsthalle Gießen zeigt bis Weihnachten die Ausstellung „Windeinschlag/Siedeln in den Lüften“ von Johannes Spehr. Wer ganz nah an die unauffälligen Rahmen herantritt, wird auf Anhieb verstehen, was Spehrs Kunst bewegt – denn hinter Glas verbergen sich Bilder von Revolution und Gewalt.</p>
<p style="text-align: justify;">Johannes Spehr wurde 1965 in Schotten im Vogelsberg geboren, lebt in Frankfurt und lehrt an der Kunsthochschule Kassel. Seit kurzem hat er dort eine Professur inne, und konnte wegen einer Klassenausstellung nicht am Pressegespräch teilnehmen. Die Kuratorin Dr. Ute Riese lobte die gelungene Zusammenarbeit, würdigte die Qualität des Künstlers, die „spröde, lapidare Poetik, die bestehende gesellschaftliche Aspekte anreißt“ und die Akribie, die die Zeichnungen auch handwerklich herausragend machen. Im sich reibenden Bezug dazu stehe im Zentrum der Kunsthalle der durch Natur- und Gebrauchsmaterialien angedeutete Urwald. Eigens für die Gießener Installation hat Spehr Holz aus den umliegenden Wäldern mit dem Fahrrad antransportiert und ein Astgeflecht daraus gemacht, das bei genauerem Hinsehen an verschraubte Prothesen erinnert.</p>
<div id="attachment_7534" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag.-Siedeln-in-.jpg"><img class="size-medium wp-image-7534" title="„Windeinschlag.-Siedeln-in-" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag.-Siedeln-in--300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">„Windeinschlag/Siedeln in den Lüften“</p></div>
<p style="text-align: justify;">Darüber ist, an einem 200 Meter Seil und einigen Haken, das Netz der Biwaks geknüpft, das über den Köpfen in der Luft hängt. Motivisch ist dieser „imaginierte Zufluchtsorte“ auch in der Darstellung der umherziehenden Berber auf den klein- und mittelformatigen Werken an den Wänden wiederzufinden. Die monochromen, exakten Zeichnungen und Aquarelle sind entweder Bildergeschichten oder düstere Szenerien, in denen Umbruchsituationen und Wandlungsprozesse dargestellt werden. Häufig sind auch Figuren zu sehen, die im Büro arbeiten oder absurde Tätigkeiten verrichten. Dazwischen finden sich überraschend Gewaltszenen oder düstere Revolutionsszenarien.</p>
<div id="attachment_7533" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag..-Siedeln-in.jpg"><img class="size-medium wp-image-7533" title="„Windeinschlag..-Siedeln-in" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag..-Siedeln-in-300x161.jpg" alt="" width="300" height="161" /></a><p class="wp-caption-text">Zeichnung aus der Ausstellung</p></div>
<p style="text-align: justify;">Johannes Spehr entstammt Beuys‘ Enkelgeneration, die politische und soziologische Initiative in die Kunst integrieren und auch in begehbaren Installationen umsetzen. Dabei spannt er auch in Gießen den Bogen von Comic bis Arte Povera.</p>
<p style="text-align: justify;">„Windeinschlag/Siedeln in den Lüften“ eröffnet am heutigen Samstag (8. Oktober 2011) um 18 Uhr in Anwesenheit von Johannes Spehr. Das Begleitprogramm besteht neben einer Führung der Kuratorin am 6. November 2011 aus speziellen Angeboten für Senioren, Familien und Gehörlose.  Neu ist außerdem eine Reihe mit dem Titel „Prominent geführt“. Als erster Promi wird Prof. Dr. Claus Leggewie am 11. Dezember 2011 seine Gedanken zu Spehr preisgeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Ausstellung ist bis 23. Dezember zu erleben: Dienstag bis Sonntag 10.30 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen <a href="http://www.kunsthalle-giessen.de/Raumansichten.html">www.kunsthalle-giessen.de</a>.</p>
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