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	<title>Ausgehzwang &#187; Literatur</title>
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		<title>rauschhaus III – Begehbar und auch ohne Plan mittendrin</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 21:28:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus_3_2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7711" style="margin: 12px;" title="Rauschhaus_3_2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus_3_2-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" /></a>Im Flur des „rauschhaus (3)“ in der Ludwigstraße 19 in Gießen streiten sich in einer Soundinstallation zwei Stimmen darüber, ob alles zu Rausch werden muss oder zu Ordnung. Die Tonspuren überlagern sich und es ist klar, dass hier beides stimmt. Ein unheimlicher „Friedhof der Kuscheltiere“ sorgt beim Ankommen für Irritation, im zweiten Stock entsteht eine U-Bahn für Gießen, in einem Raum läuft Werner Herzogs Film „Auch Zwerge fangen klein an“. Zwischen den teilnehmenden Künstler_innen und dem Publikum entstehen unvorhergesehene Begegnungen und Gespräche, das unterscheidet das rauschhaus von anderen Ausstellungen.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Eingang des begehbaren Gesamtkunstwerks war am Montag (21. November 2011) eine Diashow mit Bildern des Hauses vor dem Einzug zu sehen. Die ehemalige Nutzung als Verwaltungsgebäude der Uni, ist nur noch an den Aktenschränken aus Metall zu erkennen. Unten an einer Bar zwischen gemütlichen Sitzgruppen legte DJ Erik Meyer am Plattenspieler „Rauschhouse“ auf. Im ersten Stock malte Andreas Eickenroth auf dem Boden an einem großformatigen Bild, ein anderer Raum ist bereits mit einer bedrückenden Installation ausgestattet. So entsteht auch ohne Plan Etwas.</p>
<p style="text-align: justify;">„Eine kindliche, freudige Erregung“ verspürte Künstler und Mitorganisator Till Korfhage bei der Aussicht auf fast zwei Wochen „rauschhaus“. Nachdem die temporäre und interdisziplinäre Arbeits- und Ausstellungsgesellschaft in den vergangenen zwei Jahren in der Dulles-Siedlung in der Grünberger Straße eher im Hintergrund agierte, ist nun ein neues Haus gefunden: Die Künstler_innen malen, werkeln und diskutieren noch bis zum 4. Dezember in der Ludwigstraße 19. Knapp zwei Wochen lang werden sie den Altbau „wüst und wirr beleben und ein ekstatisches Chaos zelebrieren“.</p>
<p style="text-align: justify;">Gastkünstler Daniel Horvat, Thrash-Metal-Fan der ersten Stunde, berichtet etwa über seine Erfindung des Thrash-Painting, die ihm beim aggressiven Malen entstanden ist. Im Erdgeschoss sind seine neuen morbiden, expressiven Bilder zu sehen. Till Korfhage hat eine Rauminstallation mit Video, Spiegeln und Plastikfolie geschaffen, ein Kontrast zwischen Kanten und weichen Formen. Fence zeigt einen ganz anderen Raum mit grafischen, dreidimensionalen Elementen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus-3_1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7710" style="margin: 12px;" title="Rauschhaus-3_1" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus-3_1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Initiatorin Julia Blawert zeigt sich zufrieden über den bisherigen Projektverlauf: Die Aufführungssituation nach einer so kurzen Arbeitsphase sorgten bei den Künstler_innen zwar auch für Druck, aber die Auseinandersetzung mit dem Publikum hat auch die Arbeit bestätigt. Und Jennifer Sprodowsky ergänzt: „Wir sind noch mittendrin, aber die Idee geht auf!“ Nach einer wilden Party am Freitag und geschlossenen Türen am Samstag begann die zweite Woche von rauschhaus III mit Spiel und Spaß statt Reflexion: Michael Bloeck bot mit „Be poet“ am Sonntagnachmittag Poesie, anschließend wurde um das Straßenkarree mit Wasserpistolen „Assassin – a game“ gespielt. Danach präsentierte der Gitarrist Djitó alias Daniel Schmidt seine folkigen Songs.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim ersten Mal „rauschhaus“ ging es nur um die Kraft des Rausches, im vergangenen Jahr dann reflektierter um den Wert der Kunst. Die dritte Auflage soll nun eine Synthese schaffen und gliedert sich in mehrere Phasen: Die beteiligten Künstler_innen arbeiteten meist mit offenen Türen wild drauflos, bis es dann am Freitagabend (25. November 2011) eine erste Ausstellung zu sehen gab – ein öffentliches „Fest der Sinne“. Die gewollte Katerstimmung sollte als produktives Stimulans wirken, eine programmierte Leerstelle im vorbeifließenden Rausch. Mehr als eine Atempause konnte dies nicht sein: am 3. Dezember ist schließlich die abschließende Ausstellung geplant.</p>
<p style="text-align: justify;">Organisiert, konzipiert und durchgeführt wird das Projekt von Julia Blawert, Mona Wolf, Jennifer Sprodowsky, Florian Seel, Lena Theis und Till Korfhage. Förderung kommt vom Kulturfonds Gießen-Wetzlar, dem Kulturamt der Stadt Gießen, der Hessischen Theaterakademie und dem AstA der JLU Gießen. Neben Musikdarbietungen finden ein Filmabend, Gespräche, Performances und Diskussionen statt. Rauschhaus III ist bis zum 4. Dezember in der Ludwigstraße 19 zu Gast. Am 3. Dezember gibt es ab 20 Uhr eine Ausstellung von und mit 32 Künstler_innen und 21 Projekten. Informationen und Termine sind auf folgender Website abzurufen: <a href="http://rauschhaus.wordpress.com/">http://rauschhaus.wordpress.com/</a></p>
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		<title>Ermittlungen um toten Afghanistan-Soldaten &#8211; Gregor Weber stellte seinen Krimi vor</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 21:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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<p style="text-align: justify;">Dank der medialen Aufmerksamkeit, ist das <a href="http://giessen.krimifestival.de/">Krimifestival Gießen</a> 2011 zu einer noch erfolgreichen Reihe angewachsen. Nahezu alle Veranstaltungen sind restlos ausverkauft. Das liegt sicher auch an den Fernsehstars die Organisator Uwe Lischper abermals nach Gießen locken konnte. Zu Beginn der dritten und letzten Woche, war nach der Eröffnung (30. September 2011) mit dem Schauspieler Armin Rohde, ein weiteres prominentes TV-Gesicht am Freitagabend (14. Oktober 2011) in Gießen zu Gast. In den Verkaufsräumen von <a href="http://www.betten-lenth.de/">Betten Lenth</a>, diesjährig erstmalig Festival-Gastgeber, las Gregor Weber, bekannt durch die Rolle des Saarbrückener Tatortkommissars Stefan Deininger. Der Schauspieler, der nach eigenen Angaben, 11 Monate im Jahr vorrangig schreibt, stellte seinen diesjährig publizierten Kriminalroman „<a href="http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=361087">Feindberührung</a>“ vor. Nach „Kochen ist Krieg“, in dem Weber Profiköchen über die Schulter schaute, liegt mit „Feindberührung“ nun sein zweites Buch und sein erster Krimi vor.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Etikettierung des Buches mit „komplexe Handlung“ bietet sich an. Und die Bilder, die das 384-seitige Schwergewicht evoziert, spuken noch lange im Kopf herum. Es sind vor allem die Aktualität des Stoffes und die dokumentarischen Einsprengsel, die den Roman zu einem „politischen Buch“ machen, wie auch Betten Lenth-Geschäftsführer Dr. Peter Nagel in seinem Eröffnungswort bemerkte.</p>
<p style="text-align: justify;">Bereits im Startkapitel wird der Lesende unvermittelt mit den aufwühlenden Erinnerungen des Soldaten Lars Rems, der sich in Afghanistan in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation befindet, bekannt. Im Laufe dieses Feldeinsatzes wird der Mustersoldat durch eine Bombendetonation um beide Beine gebracht. Diese Feindberührung verändert sein Leben, denn nach der Rückkehr nach Deutschland verliert er den gesellschaftlichen Halt, die familiäre Bindung und zuletzt noch sein Leben durch einen brutalen Mordanschlag. Hauptkommissar Kurt Grewe und seine Kollegin Therese Svoboda ermitteln in einer unbekannt bleibenden Garnisonsstadt ohne eine heiße Spur und versuchen das Handlungsmotiv zu enträtseln. Rems Verbindungen zur Unterwelt lassen unterschiedliche Szenarien zu: Es gab Kontakte zu einem Rockerclub und in die Drogenszene. Die Ereignisse am Hindukusch wollen zunächst nicht so recht ins Ermittlungs-Mosaik passen und erst Kapitel für Kapitel kommen die fehlenden Steine hinzu, die ein Bild ergeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist bei Weber alles minutiös recherchiert, durch Soldaten-Interviews abgesichert und mit Akribie packend erzählt. „Feindberührung“ ist kein Nachttisch-Krimi, dafür ist er zu aufwühlend. Schonungslos erzählt Weber darin über das Grauen eines Krieges, der in Deutschland lange keiner sein durfte. Sein Prosa ist sachlich und detailfreudig einem literarischen Realismus verpflichtet. Dies gilt auch für die Figurenpsyche, die Weber gerne und oft beschreibt. Dieser Schreibstil birgt jedoch die Gefahr eines Hyperrealismus und einer Überkonturierung des Erzählten, die dem Lesenden die kreative Mitarbeit abnimmt. Wer sich darauf einlässt, findet in „Feindberührung“ ein jargonsicheres Buch von einem gut beobachtenden Autoren, der eine hochaktuelle Kontroverse in seinem Krimi aufgreift. Literarisch versteht es Weber in weiten Teilen des Buches seine Figuren aus ihren sozialen Milieus heraus zu charakterisiert, ohne dass sie dadurch ihre Individualität verlieren. Sein Hauptkommissar Grewe ist dafür ein gutes Beispiel – ein Kriminalbeamter ohne echte Spürnase. Durch Eifer und Beharrlichkeit kann er dieses Handikap ausgleichen und wird so zu einem menschelnden Sympathieträger, dem auch schon einmal der Zufall nachhelfen darf ohne das der Lesende die Augen verdreht.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit einem aufbrausenden Schlußapplaus zeigte das 150-köpfige Gießener Publikum, dass der Roman auf Interesse stößt und seine Wirkung nicht verfehlt. Gregor Weber zumindest denkt schon über einen neuen Krimi mit Kurt Grewe nach.</p>
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		<title>„Ein Hauch von Sehnsucht nach etwas Unbestimmten“ stellte südamerikanische Lyrik vor</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 17:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/I3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6717" style="margin: 12px;" title="I3" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/I3-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>GIESSEN. Die zu Jahresbeginn gegründete Initiative I3 (international, interkulturell, integration) konnte mit ihrer ersten Veranstaltung am Karfreitag in das Café Amélie im Gießener DGB-Haus gut 60 Interessierte locken. Es ging um Südamerikanische Literatur. Pedro Hafermann und Vini hatten die Sehnsucht als das verbindende Element in den vorgestellten Texten identifiziert. Die Gedichte wurden sowohl auf Spanisch und Portugiesisch sowie in der deutschen Übersetzung präsentiert. Vini sang außerdem einige Lieder und las das Gedicht „Du bist das Resultat deiner Selbst“ von Pablo Neruda, dem wohl bekanntesten der vorgestellten Autoren.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Aufbau folgte dem ABC-Schema. Los ging es mit Gedichten von Roberto Juarroz aus Argentinien. Selbst aus dem brasilianischen Portugiesisch hatte Hafermann „Und danach“ von Ruy Espinheira Filho (Brasilien) und „Rezeptur des Erinnerns“ rund um Düfte von Cesar Augusto sowie Tasso da Silveira übersetzt. Der Funke sprang endgültig über, als Edmilson Ferreira de Olivieira Filka an der Gitarre mit Sängerin Stephanie Laux spanische Lieder vortrugen. Bossa Nova at its best. Dazu wurde ein traditionelles Fastengericht aus Bohnen und Reis gereicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/lesung.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6620" style="margin: 12px;" title="lesung" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/lesung-300x210.jpg" alt="" width="300" height="210" /></a>
</p>
<p style="text-align: justify;">Um eine Frau, die an ihrem 40. Geburtstag endlich die Erinnerungen an eine enttäuschte Liebe hinter sich lässt, drehte sich die augenzwinkernde chilenische Kurzgeschichte „Was sagen Sie dazu, Amanda?“ von Jaime Hagel Echenique, die Hafermann szenisch vortrug. Fazit: „Etwas kann zurückbleiben, wenn man eine romantische Schule durchmacht. Ein Hauch von Sehnsucht nach etwas Unbestimmten. Eine Vorliebe für die Dämmerstunde.“</p>
<p style="text-align: justify;">Wer die Initiative unterstützen möchte, kann an jedem ersten Sonntag im Monat zwischen 11 und 15 Uhr beim Interkulturellen Brunch im Café Amélie, Walltorstraße 17, vorbeischauen. Im Mai findet das Treffen ausnahmsweise erst am 8. statt.</p>
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		<title>Wir empfehlen heute</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 07:44:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[EIN HAUCH VON SEHNSUCHT NACH ETWAS UNBESTIMMTEN Heute steht im Café Amelie ein poetischer Südamerika-Abend auf dem Programm. Gelesen wird Lyrik des argentinischen Dichters Roberto Juarroz, mehrere brasilianische Gedichte und die chilenische Kurzgeschichte „Was sagen Sie dazu, Amanda?“ von Jaime Hagel Echenique. Eigenes für diesen Abend wurden zudem von Pedro Hafermann eine Reihe von brasilianischen [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: justify;">EIN HAUCH VON SEHNSUCHT NACH ETWAS UNBESTIMMTEN</h2>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/lesung.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6620" style="margin: 12px;" title="lesung" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/lesung-300x210.jpg" alt="" width="300" height="210" /></a>Heute steht im Café Amelie ein poetischer Südamerika-Abend auf dem Programm. Gelesen wird Lyrik des argentinischen Dichters Roberto Juarroz, mehrere brasilianische Gedichte und die chilenische Kurzgeschichte „Was sagen Sie dazu, Amanda?“ von Jaime Hagel Echenique. Eigenes für diesen Abend wurden zudem von <a href="http://www.ausgehzwang.de/2011/02/17/ich-bin-nicht-stromlinienformig-pedro-hafermann-im-portrat/">Pedro Hafermann</a> eine Reihe von brasilianischen Texten verschiedener hierzulande noch unbekannter Lyriker (Ruy Espinheira Filho, Tasso da Silveira und Cesar Augusto) ins Deutsche übertragen.</p>
<p style="text-align: justify;">Den Klang des Kontinents holen die beiden brasilianischen Musiker Edison und Steffi mit brasilianischen Liedern  nach Gießen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es lesen die gebürtige Chilenin Vini (die darauf besteht, stets nur mit ihrem Vornamen genannt zu werden) und Pedro Hafermann. Gelesen wird in deutsch, spanisch bzw. portugiesisch. Der Eintritt ist frei.</p>
<p style="text-align: justify;">Organisiert wird die Lesung von der Gruppe &#8220;Vitamin I3&#8243;, die sich Ende 2010 gegründet hat und sich das Ziel setzt den interkulturellen Dialog in und um Gießen zu intensivieren. Regelmäßig am ersten Sonntag im Monat veranstalten sie ab 12 Uhr einen interkulturellen Brunch im Café Amelie.</p>
<p><strong>Auf einen Blick</strong><br />
E<strong>IN HAUCH VON SEHNSUCHT NACH ETWAS UNBESTIMMTEN<br />
22. April, 19:30 Uhr, Café Amelie, Gießen<br />
Info: <a href="http://www.cafe-amelie.de/Termine">Café Amelie</a></strong></p>
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		<title>Wir empfehlen heute</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 06:34:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Arbeitsstelle Holocaustliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Hackl]]></category>
		<category><![CDATA[Erzählung aus unserer Mitte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie Salzmann]]></category>
		<category><![CDATA[Hon.-Prof. Dr. Sascha Feuchert]]></category>
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		<description><![CDATA[Über gegenwärtigen Antisemitismus nachdenken Der österreichische Schriftsteller Erich Hackl liest auf Einladung des Literarischen Zentrums Gießen um 19.00 Uhr im KiZ (Kultur im Zentrum) aus seinem Roman „Familie Salzmann. Erzählung aus unserer Mitte“ (2010). In „Familie Salzmann“ reflektiert Erich Hackl eine Familiengeschichte über mehrere Generationen: vom antifaschistischen Widerstand, der Deportation ins Konzentrationslager, bis in das [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<h2>Über gegenwärtigen Antisemitismus nachdenken</h2>
<p><div id="attachment_6493" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/Copyright-Timón-Solinís.jpg"><img class="size-medium wp-image-6493" title="Copyright-Timón-Solinís" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/Copyright-Timón-Solinís-300x254.jpg" alt="" width="300" height="254" /></a><p class="wp-caption-text"> Erich Hackl (c) Timón Solinís</p></div>
<p style="text-align: justify;">Der österreichische Schriftsteller Erich Hackl liest auf Einladung des Literarischen Zentrums Gießen um 19.00 Uhr im KiZ (Kultur im Zentrum) aus seinem Roman „Familie Salzmann. Erzählung aus unserer Mitte“ (2010).</p>
<p style="text-align: justify;">In „Familie Salzmann“ reflektiert Erich Hackl eine Familiengeschichte über mehrere Generationen: vom antifaschistischen Widerstand, der Deportation ins Konzentrationslager, bis in das Österreich der Gegenwart. Hanno Salzmann, der Enkel des Widerstandskämpfers Hugo Salzmann, sieht sich wegen seiner Herkunft an seinem Arbeitsplatz im heutigen Österreich Anfeindungen ausgesetzt. Nachdem er offen ausspricht: »Meine Oma ist in einem KZ umgekommen«, wird ihm gekündigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Erich Hackl wurde 1954 in Steyr geboren. Nach dem Studium der Germanistik und Hispanistik arbeitete er einige Jahre als Lehrer und Lektor. Seit 1983 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Madrid und Wien.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Abend wird vom Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur, Hon.-Prof. Dr. Sascha Feuchert moderiert. Die kostenfreie Veranstaltung wird außerdem von der Chambré-Stiftung (Lich) und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur unterstützt.</p>
<p style="text-align: justify;">Interview mit Erich Hackl im ORF Hörfunk: <a href="http://oe1.orf.at/artikel/256862">http://oe1.orf.at/artikel/256862</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Auf einen Blick:</strong><br />
<strong> Erich Hackl, &#8220;Familie Salzmann. Erzählung aus unserer Mitte&#8221;</strong><br />
<strong>13. April, 19 Uhr</strong><br />
<strong> KiZ, Gießen</strong><br />
<strong> Info: <a href="http://www.lz-giessen.de/">Literarisches Zentrum Gießen</a></strong></p>
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		<title>Schreibkultur lokal. &#8220;Crime time spezial&#8221; versteht sich als Forum für regionale Erzähler_Innen</title>
		<link>http://www.ausgehzwang.de/2011/04/12/schreibkultur-lokal-crime-time-spezial-versteht-sich-als-forum-fur-regionale-erzahler_innen/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 07:17:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<category><![CDATA[So richtig kleinkariert]]></category>
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<p style="text-align: justify;">GIESSEN. Gleich 4 Autor_Innen aus der Region waren auf Einladung der Buchhandlung <a href="http://www.missmarples-books.de/index.php">Miss Marple’s</a> am Donnerstag (31. März 2011) im <a href="http://www.ig-bahnhofstrasse.de/mitglieder_ig_bahnhofstrasse_giessen/bahnhofstrassegiessen/cafezeitlos.php">Café Zeit-los</a> in der Bahnhofstraße zu Gast. Im Windschatten der unter Gießener Krimifans populären „Crime time“, gab es erstmalig eine Komplementärveranstaltung unter dem Titel „Crime time spezial“, die sich allein auf Poeten aus Gießen und dem Umland konzentrierte. Das Publikum von etwa 80 Personen hatte viel Freude und zeigte, dass es Lesungen mit regionalem Anstrich in Kneipen-Atmosphäre öfter geben müsse. Ein Glas Sekt gab es zudem gratis.</p>
<p style="text-align: justify;">Die erste Veranstaltung der neuen Reihe wurde von Regina Appel, Sibylle Merkel, Martina Grundke und Dr. Hans Schneider getragen. Alle vier verbindet, dass sie sich mit Schreiben in ihrer Freizeit beschäftigen und in ihren Texten autobiografische Erfahrungen ganz offen in Stoff- und Wortwahl verarbeiten – auch wenn dies jeweils einen ganz eigenen literarischen Ausdruck findet.</p>
<p style="text-align: justify;">Sein berufliches Wissen hat der Krimiautor Dr. Hans Schneider genutzt und es in eine fiktionale Handlung überführt. Für den Hochschullehrer, der Kriminalistik und Soziologie an der hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung unterrichtet, war es zudem eine persönliche Premiere, denn er trug erstmals öffentlich aus seinem Buch „Mord am Schwanenteich“ (2010) vor.</p>
<p style="text-align: justify;">An Phantasie fehlt es dem Hochschullehrer nicht – und an Humor auch nicht: Eingangs berichtete er süffisant, er habe nicht so recht gewusst was er für Kleidung tragen solle. Letztlich habe er mit seiner Frau Petra beschlossen, er solle ganz „normal“ gekleidet sein. In seinem Debütroman „Mord am Schwanenteich“ hingegen ist nichts normal: Wie sein Ich-Erzähler Hermann Henn erzählt, ist die Leiche eines älteren Mannes von einem Rentner am Schwanenteich aufgefunden worden. Schnell stellt sich heraus, dass dies kein gewöhnlicher Fall werden wird, denn die Leiche ist eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens: Dr. Heinrich Iben ist Richter am Amtsgericht. Die neue Leiterin des Kommissariats „K 11“ für Tötungsdelikte Silke Haus muss einen kniffligen Fall lösen, der in viele Richtungen Ermittlungen zulässt. Die Frau des Richters ist zur Kur und hat Kontakt zu einem Jugendfreund aufgenommen. Der gemeinsame Sohn ist mutmaßlich drogenabhängig und hat sich mit seinem Vater überworfen. Der Richter schrieb an einem Urteil zu einem Gewaltverbrechen in der Jungendszene. Und es gibt ein Schweizer Nummernkonto mit einem beträchtlichen Geldvermögen. Mit viel Polizeijargon und einer gehörigen Portion Insiderwissen hat Dr. Schneider einen detailreich-realistischen Roman mit viel Lokalkolorit vorgelegt. „Mord am Schwanenteich“ ist im Re Di Roma-Verlag erschienen, hat 130 Seiten und kostet 10,95 Euro.</p>
<p style="text-align: justify;">In der doppelbödigen Kurzprosa von Regina Appel treten Ich-Erzählerinnen in den Mittelpunkt. Sie selbst arbeitet als Erzieherin, veranstaltet mit Kindern Schreibwerkstätten („Tintenkleckse“) und hat bereits erste Texte veröffentlicht. Als eigenständige Autorin wurde sie beim Schreibwettbewerb im Rahmen des Gießener Krimifestival ausgezeichnet. Zusammen mit Rena Thiel hat sie ein Kinderbuch mit dem Titel „Komm in den Garten der Bäume“ (2008) herausgebracht. Regina Appel hat ihren eigenen Schreibstil gefunden und aus ihren Texten sprüht die Freude am erzählen heraus. In ihrer Kurzgeschichte „Die Statue“, ist es eine Ich-Erzählerin die gerne badet und sich für diesen Zweck einen stummen Diener, der ihr Seife und Handtuch hält, wünscht. Als absehbar wird, dass auch ihr Freundinnen-Stammtisch eine solche Statue nicht auftreiben kann, soll kurzerhand von einem Freund ein Ganzkörper-Gipsabdruck genommen werden. Doch auch diese Idee scheitert beim Umsetzungsversuch. Überraschend hat die Kurzgeschichte dann doch noch ein Happy End.</p>
<p style="text-align: justify;">Unliebsam überrascht wird hingegen eine Rentnerin in Regina Appels zweiter Kurzprosa „Ruh’ im Grab“. Das weibliche Ich muss miterleben wie ihr Ehemann Rainer sich über Nacht von einem unternehmungslustigen Menschen zu einem Eigenbrödler mit einem absurden Hobby entwickelt. Er protokolliert auf seinem Klappstuhl-Thron tagtäglich die Bauarbeiten in der Bahnhofstr. Als die Bagger und Dixi-Klos drohen wieder zu verschwinden, nutzt „Baustellen-Rainer“ seinen privaten Fundus an römischen Antiquitäten, um mit erstaunlichen, archäologischen Funden, die Arbeiten zu stoppen. Damit sind auch die letzten Hoffnungen der Ich-Erzählerin, dass Rainer letztlich doch noch zu Sinnen kommt, dahin. Als er dann noch den obligatorischen Hochzeitstag-Ausflug in die Grube Fortuna plant, ist die Grenze des Erträglichen überschritten. Die Erzählung schildert die Folgen eines einschneidenden Charakterwandels und Regina Appel läßt mit ihrer ironievollen Sprache genügend Raum um sich von Rainers Eskapaden mit einem Lachen distanzieren zu können. Wer aber genau zuhörte, spürte auch die Not der Frau, die die Welt nicht mehr versteht und keinen gemeinsamen Weg mehr findet. Alte Liebe rostet doch.</p>
<p style="text-align: justify;">Familiärer Zwischenmenschlichkeit widmeten sich auch Martina Grundke und Sibylle Merkel in ihren Kurzgeschichten. Mit „Du kannst es – eine Ermutigung“ hat Sibylle Merkel den Generationenkonflikt beim Schuhkauf in einer humorvollen Kurzgeschichte beschrieben. Die Mutter sucht nach Schuhen für den bereits kleidungsbewussten Sohn. „Modisch und alltagstaugliche Schuhe“ möchte sie kaufen. Er schüttelt jedoch bei alle Paaren bloß den Kopf. Doch auch die Mutter kann sich freuen, sein Lieblingsmodell ist „leider“ ausverkauft.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine anderes weibliches Psychogramm zeichnet Martina Grundke mit der Schilderung eines ganz normal-verrückten Tages. In „So richtig kleinkariert“ ist es zwar nicht mehr richtig Winter, aber auch von Frühjahr noch keine Spur. Und auch die Losung aus der Apothekerzeitschrift macht der Ich-Erzählerin den Tag nicht erträglicher. Die Kinder streiten vor und im Bad. Und so beginnt ein Tag, der einige Stunden später so endet wie er begonnen hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit einer weiteren Kurzprosa vermittelte Martina Grundke Lebenseindrücke aus ihrer Zeit als junges Mädchen. In „Was mir das Spiel mit Worten bedeutet – Erinnerungen“ blickt sie zurück in die Ära der Nierentische. Zweimal jährlich gab es in ihrem Elternhaus gesellschaftliche Abende mit den Frauen der Arbeitskollegen ihres Vaters. Zunächst blieben die Frauen unter sich und später stießen die Männer dazu. Bei einem dieser Anlässe bekam sie eines Tages von allen Damen gemeinsam ein Kinderbuch geschenkt. Sie vertiefte sich so sehr in das Buch, dass sie sich noch heute gerne an den Satz ihrer Oma erinnert: „Tini, ließ doch langsamer, dann hast Du mehr davon“. „Gelesen hat sie schon immer gern.“</p>
<p style="text-align: justify;">Mit ihren Prosaminiaturen schildern Martina Grundke und Sibylle Merkel treffend wohlbekannte Lebensroutinen und den alltäglichen Kampf mit den eigenen Dämönchen und Dämonen. Die Lebensreflektionen sind sprachlich raffiniert konstruiert und verraten, dass die „Schreibschwestern“ – wie sie ihr enge Arbeitsgemeinschaft auch nennen – gerne auch Gedichte schreiben und am Spiel mit den Worten gefallen finden.</p>
<p style="text-align: justify;">Das nächste „Crime time spezial“ hat Buchhändlerin Birgit Hohmann bereits für den diesjährigen Herbst angekündigt. Wer sich dort mit seinen Texten vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen sich im Miss Marple´s in der Bahnhofstr. zu melden.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
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		<title>„Abends im Kulturrathaus“ nix los</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 07:28:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_6394" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/Eingangsbereich-um-21.15-Uh.jpg"><img class="size-medium wp-image-6394" title="Eingangsbereich-um-21.15-Uh" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/Eingangsbereich-um-21.15-Uh-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Eingangshalle des Kulturrathauses um 21.15 Uhr</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">GIESSEN. Unter dem Motto „Abends im Kulturrathaus“ hat das Kulturamt der Stadt Gießen kooperierend mit dem Stadttheater Gießen am gestrigen Mittwoch (6. April 2011) von 19 bis 23 Uhr ins sog. Kulturrathaus eingeladen. Leider muss dieser Titel rückblickend um „nix los“ erweitert werden. Der Getränkestand wurde um 21.15 Uhr bereits abgebaut, denn zu dieser Uhrzeit war nur noch im Konzertsaal etwas Leben. Dort spielten ab 19.30 Uhr das Kammerorchester des Philharmonischen Orchesters Gießen unter der Leitung des GMDs Carlos Spierer und die Harfenistin Hye-Jin Kang. Während einer kurzen Unterbrechung des Konzerts trat Carlos Spierer vor den Konzertsaal und musste dort verwundert feststellen, dass der Caterer gerade seine Arbeit beendete. Auf sein Geheiß, wurde ganz geschwind der Getränkstand wieder aufgebaut, um dem Publikum nach den symphonischen Leckerbissen doch noch die Möglichkeit zu geben diese mit einem Drink ‚herunterzuspülen’. „Wenn man nicht immer alles selber macht“ – wird er sich gedacht haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/Manfred-Merz.jpg"><img class="size-medium wp-image-6395" title="Manfred-Merz" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/Manfred-Merz-300x237.jpg" alt="" width="300" height="237" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><div id="attachment_6395" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><p class="wp-caption-text">Manfred Merz während seiner Lesung in der Stadtbibliothek</p></div></p>
<p style="text-align: justify;">Zuvor hatte Thomas Schmitz-Albohn (Leitender Kulturredakteur des Gießener Anzeigers) um 19.15 Uhr die abendlichen Sonderveranstaltungen mit einer Lesung in der Stadtbibliothek eröffnet. Die Bibliotheksmitarbeiter_Innen um Leiter Guido Krell hatten neben dem Üblichen (Ausleihen und Lesen) ein Lesungsprogramme in den Räumen der Bibliothek im 1. Stockwerk arrangiert. Bereits die zweite Lesung des Schauspielers Sebastian Songin war aber – wie zu hören war – beklagenswert besucht, weil das zugleich stattfindende Rathauskonzert Besucher gebunden hatte. Was für die zweite Lesung galt, galt auch für die Sonderführungen zur Rosa Loy Ausstellung in der KUNSTHALLE Gießen. Alle drei Termine (um 20/ 21/ 22 Uhr) konnten wegen mangelndem Interesse nicht realisiert werden. Das letzte Lese-Wort des Abends hatte um 22 Uhr Manfred Merz. Ausgewählt hatte der Leiter der Kulturredaktion der Gießener Allgemeinen Zeitung 5 seiner samstäglichen Kolumnentexte „Nachlese“.</p>
<p style="text-align: justify;">An mangelndem Organisationswillen der städtischen Einrichtungen scheiterte der Abend nicht &#8211; es fehlten nur die Gießener_Innen, die sich für „Bücher, Bilder und Musik“ (so das 2. Motto) interessiert hätten. Die Bildungsbürger und Studierenden der Bildungsrepublik Deutschland saßen lieber vor der Glotze.</p>
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		<title>Wir empfehlen heute</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 10:48:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rathaus Gießen]]></category>
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		<description><![CDATA[Gießener Rathaus by night Das Kulturamt der Stadt Gießen kooperierend mit dem Stadttheater Gießen laden am 6. April von 19 bis 23 Uhr ins Kulturrathaus am Berliner Platz in Gießen ein. Erstmals öffnen alle Einrichtungen des Rathauses am Abend ihre Pforten für Kulturerlebnisse. In der Stadtbibliothek, der Kunsthalle und dem Konzertsaal werden Veranstaltungen für alle [...]
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</ul>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Gießener Rathaus by night</h2>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/Atrium-Gießener-Rathaus.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-6346" title="Atrium-Gießener-Rathaus" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/04/Atrium-Gießener-Rathaus-282x300.jpg" alt="" width="282" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das Kulturamt der Stadt Gießen kooperierend mit dem Stadttheater Gießen laden am 6. April von 19 bis 23 Uhr ins Kulturrathaus am Berliner Platz in Gießen ein.</p>
<p style="text-align: justify;">Erstmals öffnen alle Einrichtungen des Rathauses am Abend ihre Pforten für Kulturerlebnisse. In der Stadtbibliothek, der Kunsthalle und dem Konzertsaal werden Veranstaltungen für alle Sinne angeboten.</p>
<p style="text-align: justify;">Unter dem Motto „Bücher, Bilder und Musik“ ist ab 19 Uhr unter anderem die Ausstellung „Manna“ von der Leibziger Malerin Rosa Loy zu sehen. Frau Dr. Ute Riese und ihr Team geben im Laufe des Abends mehrere Kurzführungen zu ausgewählten Exponaten.</p>
<p style="text-align: justify;">Ebenfalls ab 19 Uhr ist auch die Stadtbibliothek geöffnet. Die Bibliotheksmitarbeiter_Innen um Leiter Guido Krell haben neben Üblichem (Ausleihen und Lesen) auch Vorleseveranstaltungen organisiert, die auf den Flächen im 1. Stockwerk stattfinden werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Um 20 Uhr beginnt parallel im Konzertsaal das 3. Rathauskonzert. Es spielt das Kammerorchester des Philharmonischen Orchesters Gießen unter der Leitung von Carlos Spierer und die Harfenistin Hye-Jin Kang. Auf dem Programm stehen Werke von Britten, Debussy, Händel und Haydn. Eintrittskarten für das Konzert sind über die Theaterkasse oder direkt an der Abendkasse für 10 Euro (7,50 ermäßigt) bei freier Platzwahl zu erhalten, Einlass ist ab 19.30 Uhr.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Auf einen Blick:<br />
Rathaus by night<br />
Gießener Rathaus<br />
Ab 19 Uhr bis 23 Uhr<br />
Rosa Loy Ausstellung, Stadtbibliothek, Kammerkonzert mit dem Philharmonischen Orchesters Gießen</strong></p>
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</ul></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wir empfehlen heute</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 08:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie Jackson-Nöcker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Wir empfehlen]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Lüdtke]]></category>
		<category><![CDATA[Hendrik Schneller]]></category>
		<category><![CDATA[Inga Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Katja Lange-Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Dressler]]></category>
		<category><![CDATA[Michal Walczak]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtbus]]></category>
		<category><![CDATA[Polnischer Theaterautor]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem &#8220;Nachtbus&#8221; gen Osten. Premiere in Marburg. playground_EAST produktion ist eine Gruppe Marburger TheatermacherInnen, deren Anliegen es ist, Stücke und Texte aus Osteuropa auf deutsche Bühnen zu bringen. Mit ihrem bewussten Blick in die östliche Himmelsrichtung, eine Richtung in die sonst fast niemand guckt, wollen sie auch anderen den „Kopf verdrehen“ und im Idealfall [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<h2>Mit dem &#8220;Nachtbus&#8221; gen Osten. Premiere in Marburg.</h2>
<p style="text-align: justify;"><img src="file:///C:/Dokumente%20und%20Einstellungen/marko/Desktop/nachtbus_final.png" alt="" /><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/02/nachtbus_final.png"><img class="size-full wp-image-5143 alignleft" style="border: 0pt none; margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="nachtbus_final" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/02/nachtbus_final.png" alt="" width="289" height="222" /></a>playground_EAST produktion ist eine Gruppe Marburger TheatermacherInnen, deren Anliegen es ist, Stücke und Texte aus Osteuropa auf deutsche Bühnen zu bringen. Mit ihrem bewussten Blick in die östliche Himmelsrichtung, eine Richtung in die sonst fast niemand guckt, wollen sie auch anderen den „Kopf verdrehen“ und im Idealfall neugierig auf die größere Hälfte Europas machen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die erste playground_EAST Produktion „Leeres Geschwätz“, von Zuza Ferenczova und Anton Medovits, wurde 2008 und 2009 mit Erfolg in Marburg und Frankfurt gezeigt. Der „Nachtbus“ von Michal Walczak, einem der vielversprechensten polnischen Theaterautoren, ist nun die zweite Produktion der Theatergruppe. Michal Walczak, 1979 in Sanok geboren, studierte Theaterwissenschaften und Regie an der Akademia Teatralna in Warschau. In Deutschland wurde er vor allem mit seinen Stücken „Sandkasten“ (Deutschsprachige Erstaufführung: TiG7 Mannheim, Regie: A. Schilling, Stuttgarter Theaterpreis 2005) und „Das erste Mal“ (Europäischer Autorenpreis des Heidelberger Stückemarktes 2006) bekannt. Michal Walczak sagt selbst über seine Stücke, sie handelten „in erster Linie von dem heftigen, tragikomischen Geschlechterkampf, den heutige <span style="color: #000000;">Sies und Ers</span> mit der Unerbittlichkeit und dem Humor gegenseitiger Missverständnisse führen“.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #000000;">Ein anonymer</span> Geschlechterkampf ist  auch das Thema in „Nachtbus“: Nacht. Kälte. Straße. <span style="color: #000000;">Ein Mann und eine Frau </span>warten auf den Nachtbus. Er fragt sie, wie spät es ist. Sie bittet ihn um eine Zigarette. Sie ist ihm unbekannt. Er ist ihr fremd. Die beiden unterhalten sich. Aber spricht er wirklich mit ihr oder stellt er sich nur vor, was er zu ihr sagen könnte? Und spricht sie wirklich mit ihm oder meint sie einen Anderen? Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum, zwischen Traum und Tagtraum, zwischen Schlafen und Wachsein verschwimmen zusehens, während die Beiden sich in ein Spiel mit den Möglichkeiten einer flüchtigen Begegnung verwickeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Alexander Schillings Inszenierung des „Nachtbus“ (Deutschsprachige Erstaufführung) erhielt 2007 den Jury Preis der 10. Heidelberger Theatertage.</p>
<p style="text-align: justify;">Am 10. Februar um 20.30 Uhr feiert die Inszenierung von Franziska Lüdtke mit den Darstellern Inga Berlin und Matt Dressler auf der Bühne der Waggonhalle Marburg Premiere. Weitere Aufführungen gibt es am 11., 12., 17., 18. und 19. Februar jeweils um 20.30 Uhr.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Auf einen Blick:</strong><br />
<strong>„Nachtbus“ von  Michal Walczak<br />
Mit: Inga Berlin, Matt Dressler | Regie + Dramaturgie: Franziska Lüdtke|  Film + Fotografie: Hendrik Schneller.<br />
<a href="http://www.waggonhalle.de/">Waggonhalle Marburg</a><br />
Rudolf-Bultmann-Straße 2a, 35039 Marburg</strong></p>
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		<title>In der literarischen Kürze liegt die Würze</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 20:51:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[GIESSEN. Was haben Novalis, Nietzsche, Karl Kraus, Elias Canetti und Lichtenberg gemeinsam? Sie schrieben gerne Aphorismen.  Dass es eine Reihe von Literaten gibt, die den Prosaminiaturen bis heute treu geblieben sind, zeigt die Anthologie „Neue Deutsche Aphorismen“. Sie wurde am vergangenen Freitag (21. Januar 2011) von den Mitherausgebern gemeinsam mit dem Literarischen Zentrum Gießen vorgestellt. [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">GIESSEN. Was haben Novalis, Nietzsche, Karl Kraus, Elias Canetti und Lichtenberg gemeinsam? Sie schrieben gerne Aphorismen.  Dass es eine Reihe von Literaten gibt, die den Prosaminiaturen bis heute treu geblieben sind, zeigt die Anthologie „Neue Deutsche Aphorismen“. Sie wurde am vergangenen Freitag (21. Januar 2011) von den Mitherausgebern gemeinsam mit dem <a href="http://www.lz-giessen.de/">Literarischen Zentrum Gießen</a> vorgestellt.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl class="wp-caption alignnone" style="width: 174px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Herausgeber-NEUE-DEUTSCHE-A.png"><img style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="Herausgeber-NEUE-DEUTSCHE-A" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Herausgeber-NEUE-DEUTSCHE-A-164x300.png" alt="" width="164" height="300" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">v.l. Eilers und Grüterich</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Nach 2-jähriger Recherche haben die Herausgeber <a href="http://aphorismen-archiv.de/E3682.html">Alexander Eilers</a> und <a href="http://www.aphorismania.de/index.html">Tobias Grüterich</a> im März 2010 die „Neuen Deutschen Aphorismen“ veröffentlicht. In ihrer Zusammenschau sind insgesamt 91 Autoren aus dem deutschsprachigen Raum versammelt. Kennengelernt haben sie sich beim jährlichen Aphoristikertreffen in Hattingen und aus der geteilten Liebe zu der Kurzform erwuchs der Wunsch „die Lebendigkeit des deutschen Gegenwartsaphorismus unter Beweis zu stellen“ (Eilers). Zudem wollen sie mit dem Buch dem Stereotyp entgegentreten, Aphorismen entstehen überwiegend in den Köpfen von schreibenden Senioren und seien eine arrivierte Kunstgattung. Wie Willi Huntemann in seiner Rezension zur vorgelegten Anthologie richtig feststellt, müsste der Aphorismus eigentlich En Vogue sein, doch: &#8220;Im Bewusstsein der literarischen Öffentlichkeit spielt der Aphorismus praktisch keine Rolle <a href="http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14629">mehr …</a>&#8220;.</p>
<p style="text-align: justify;">Um dem Aphorismus (und ihrem Buch) zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen, haben die Herausgeber zusammen mit dem Literarischen Zentrum zur Lesung eingeladen. Unterstützt wurde das Moderatorenduo von drei Gegenwartsautoren. Sulamith Sparre, Franz Hodjak und Ulrich Horstmann sind Aphoristiker, haben aber daneben auch Romane, Essays sowie fiktionale und nichtfiktionale Prosa verfasst.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Form des Aphorismus entzieht sich dem einfachen Abnicken und zur Kenntnis nehmen und bewegt sich wie Alexander Eilers betonte zwischen „Humor und Ernsthaftigkeit&#8221;. Wahlverwandt mit dem Bonmot legt der Aphorismus Spuren aus, denen man folgen, sich aber auch von den anschließenden Gedankenketten verwirrt abwenden kann. Der Aphoristiker tänzelt zwischen dem Lyriker und dem investigativem Journalisten hin und her. Der Aphorismus will verstören. Auch dadurch, dass sich in ihm die Kraft des geschriebenen Wortes konzentriert, deren wörtlichen Wahrheiten infiziert sind mit „Lügen, Irrmeinungen, kollektiven Wahrnehmungsstörungen und Dogmen, gleich einer Gassenhure mit Syphellis“ (Arthur Schopenhauer).</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl class="wp-caption alignleft" style="width: 230px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Franz-Hodjak.png"><img class=" " style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="Franz-Hodjak" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Franz-Hodjak-300x237.png" alt="" width="220" height="173" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Franz Hodjak</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Aphoristiker nehmen die Sprache gerne beim Wort und – wie soll es auch anders sein &#8211; persönliche Beobachtungen zum Anlass, die sie mit den sozio-kulturellen Diskursen oder der Lebenswelt konfrontieren. Mit dem Aphorismus wandert der Lesende auf dem schmalen Grad von Lakonie und Tiefsinn. Wie diese Schnittmenge von Humor und Ernsthaftigkeit gedacht werden kann, klang gleich zum Auftakt der Autorenlesung, beim Ingeborg-Bachmann-Preisträger Franz Hodjak an. Neben den Aphorismen aus der Anthologie, wie etwa: „Vorurteile sind Erfahrungen, die man nicht gemacht hat“; oder: „Man kann nichts auf der Welt erzwingen, nicht mal das eigene Unglück“, las Hodjak auch aus seinem Band „Was wäre schon ein Unglück ohne Worte“ (2006). Darin findet sich der Aphorismus:</p>
<p style="text-align: justify;">„Im Unterschied zum Humor, löst der schwarze Humor nicht nur spontanes Lachen aus, sondern auch ein Nachdenken darüber, weshalb das so schwarz ist, worüber man gerade gelacht hat“.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Aphorismus passt zu einem Lebensgefühl, das von einem „Widerspruchsgeist“ (Grüterich) inspiriert ist und auch weiterdenkt, wo andere durch übliche Fixiersysteme sich ihr eigenes Denken definieren lassen. In Hodjaks Worten hörte sich dies so an: „Da alle bemüht sind die Kinder nach ihrem Ebenbild zu erziehen, laufen so wenige Originale herum“.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl class="wp-caption alignnone" style="width: 226px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Sulamith-Sparre.png"><img class=" " style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="Sulamith-Sparre" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Sulamith-Sparre-300x271.png" alt="" width="216" height="197" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Sulamith  Sparre</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Der protestierende Impetus der den Aphorismus allgemein kennzeichnet, war auch für die Arbeit an der Anthologie prägend, wie Tobias Grüterich während der Moderation feststellte. Auch bei Sulamith Sparre konnte man diesen Wesenszug entdecken. Feinsinnig deckte sie die propagandistische Form der Sprache auf und entwickelte unter anderem aus dem Gedanken der  „Non-Stop-Gesellschaft“ eigene Geistesblitze. Originell wenden sich Sparres Aphorismen insgesamt gegen das Wording der Meinungsmacher und Medien, in dem sie sie wie ein umgekehrtes Brennglas einsetzt, um das eintönige Licht in seine Grundfarben aufzufächern: „Der Gedankenlose gibt noch das gesparte Leben seiner Vorfahren aus“; oder: „Ich brauche keine Zeitkultur und kein Zeitmanagement – ich brauche Zeit“.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl class="wp-caption alignnone" style="width: 226px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Prof.-Horstmann.png"><img class=" " style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="Prof.-Horstmann" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Prof.-Horstmann-292x300.png" alt="" width="216" height="221" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Prof. Ulrich Horstmann</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Vor Sulamith Sparre hatte der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Ulrich Horstmann (Professor an der Justus-Liebig-Universität Gießen) aus seiner Notatensammlung „Hoffnungsträger“ (2006) vorgetragen. Und wie er selbst eingangs kommentierend hinzusetzte, wollte er auch „üppigere Varianten“ vorstellen. Ulrich Horstmanns wortgewandte Untersuchungen und gehaltvolle Pointierungen kamen durch die Hintertüren der Sprache, um auch die Gemeinplätze der Wissenschaft zu dechiffrieren. Herausgehoben sei sein Aphorismus zur Diskussion um das Ende der Autorschaft in der postmodernen Literaturwissenschaft:</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">„Im Riesensarkophag ohne Fenster. Da vorne am Katheder spielt ein Kollege das Lieblingsspiel der Zunft, das Wegvernünfteln von Urheberschaft und Originalität, die Vertreibung des schöpferischen aus der Literatur. Wer den Autor abschafft, so das unausgesprochene Kalkül, wird seine Autorität erben. In Wahrheit bleibt nur eine vollgeplapperte Leere. Die gedeckelte Grube die man dem Anderen grub und in der man jetzt gegen den Beton anredet wie ein Buch.“</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_4572" class="wp-caption alignleft" style="width: 224px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Elisabeth-Turvold.png"><img class="size-medium wp-image-4572  " style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="Elisabeth-Turvold" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/01/Elisabeth-Turvold-272x300.png" alt="" width="214" height="235" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Elisabeth Torvold</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Nahezu am Ende der Autorenlesung kam es noch zu einer Überraschung. Ermuntert durch Alexander Eilers, trug die im Publikum sich befindende Dichterin Elisabeth Turvold (Grünberg), selbst noch einige ihrer Aphorismen, die in die Anthologie aufgenommen wurden, vor. Darunter war: “Freiraum braucht man um sich zu fangen“.</p>
<p style="text-align: justify;">Die angespannte Stille während der gesamten Veranstaltung verriet, wie viel nachdenklicher Aufmerksamkeit es beim Interpretieren der Aphorismen bedarf. Dem ein oder anderen Gedanken haben sicher weite Teile des Publikum noch zuhause bei einem Glas Rotwein nachgehangen oder sich im Gießener Nachtleben von der Seele getanzt.</p>
<p style="text-align: justify;">NEUE DEUTSCHE APHORISMEN | Bibliographische Angaben und Autorenübersicht unter: <a href="http://www.aphorismania.de/nda/">http://www.aphorismania.de/nda/</a></p>
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