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	<title>Ausgehzwang &#187; Porträt</title>
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		<title>Ermittlungen um toten Afghanistan-Soldaten &#8211; Gregor Weber stellte seinen Krimi vor</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 21:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dank der medialen Aufmerksamkeit, ist das Krimifestival Gießen 2011 zu einer noch erfolgreichen Reihe angewachsen. Nahezu alle Veranstaltungen sind restlos ausverkauft. Das liegt sicher auch an den Fernsehstars die Organisator Uwe Lischper abermals nach Gießen locken konnte. Zu Beginn der dritten und letzten Woche, war nach der Eröffnung (30. September 2011) mit dem Schauspieler Armin Rohde, [...]
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<p style="text-align: justify;">Dank der medialen Aufmerksamkeit, ist das <a href="http://giessen.krimifestival.de/">Krimifestival Gießen</a> 2011 zu einer noch erfolgreichen Reihe angewachsen. Nahezu alle Veranstaltungen sind restlos ausverkauft. Das liegt sicher auch an den Fernsehstars die Organisator Uwe Lischper abermals nach Gießen locken konnte. Zu Beginn der dritten und letzten Woche, war nach der Eröffnung (30. September 2011) mit dem Schauspieler Armin Rohde, ein weiteres prominentes TV-Gesicht am Freitagabend (14. Oktober 2011) in Gießen zu Gast. In den Verkaufsräumen von <a href="http://www.betten-lenth.de/">Betten Lenth</a>, diesjährig erstmalig Festival-Gastgeber, las Gregor Weber, bekannt durch die Rolle des Saarbrückener Tatortkommissars Stefan Deininger. Der Schauspieler, der nach eigenen Angaben, 11 Monate im Jahr vorrangig schreibt, stellte seinen diesjährig publizierten Kriminalroman „<a href="http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=361087">Feindberührung</a>“ vor. Nach „Kochen ist Krieg“, in dem Weber Profiköchen über die Schulter schaute, liegt mit „Feindberührung“ nun sein zweites Buch und sein erster Krimi vor.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Etikettierung des Buches mit „komplexe Handlung“ bietet sich an. Und die Bilder, die das 384-seitige Schwergewicht evoziert, spuken noch lange im Kopf herum. Es sind vor allem die Aktualität des Stoffes und die dokumentarischen Einsprengsel, die den Roman zu einem „politischen Buch“ machen, wie auch Betten Lenth-Geschäftsführer Dr. Peter Nagel in seinem Eröffnungswort bemerkte.</p>
<p style="text-align: justify;">Bereits im Startkapitel wird der Lesende unvermittelt mit den aufwühlenden Erinnerungen des Soldaten Lars Rems, der sich in Afghanistan in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation befindet, bekannt. Im Laufe dieses Feldeinsatzes wird der Mustersoldat durch eine Bombendetonation um beide Beine gebracht. Diese Feindberührung verändert sein Leben, denn nach der Rückkehr nach Deutschland verliert er den gesellschaftlichen Halt, die familiäre Bindung und zuletzt noch sein Leben durch einen brutalen Mordanschlag. Hauptkommissar Kurt Grewe und seine Kollegin Therese Svoboda ermitteln in einer unbekannt bleibenden Garnisonsstadt ohne eine heiße Spur und versuchen das Handlungsmotiv zu enträtseln. Rems Verbindungen zur Unterwelt lassen unterschiedliche Szenarien zu: Es gab Kontakte zu einem Rockerclub und in die Drogenszene. Die Ereignisse am Hindukusch wollen zunächst nicht so recht ins Ermittlungs-Mosaik passen und erst Kapitel für Kapitel kommen die fehlenden Steine hinzu, die ein Bild ergeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ist bei Weber alles minutiös recherchiert, durch Soldaten-Interviews abgesichert und mit Akribie packend erzählt. „Feindberührung“ ist kein Nachttisch-Krimi, dafür ist er zu aufwühlend. Schonungslos erzählt Weber darin über das Grauen eines Krieges, der in Deutschland lange keiner sein durfte. Sein Prosa ist sachlich und detailfreudig einem literarischen Realismus verpflichtet. Dies gilt auch für die Figurenpsyche, die Weber gerne und oft beschreibt. Dieser Schreibstil birgt jedoch die Gefahr eines Hyperrealismus und einer Überkonturierung des Erzählten, die dem Lesenden die kreative Mitarbeit abnimmt. Wer sich darauf einlässt, findet in „Feindberührung“ ein jargonsicheres Buch von einem gut beobachtenden Autoren, der eine hochaktuelle Kontroverse in seinem Krimi aufgreift. Literarisch versteht es Weber in weiten Teilen des Buches seine Figuren aus ihren sozialen Milieus heraus zu charakterisiert, ohne dass sie dadurch ihre Individualität verlieren. Sein Hauptkommissar Grewe ist dafür ein gutes Beispiel – ein Kriminalbeamter ohne echte Spürnase. Durch Eifer und Beharrlichkeit kann er dieses Handikap ausgleichen und wird so zu einem menschelnden Sympathieträger, dem auch schon einmal der Zufall nachhelfen darf ohne das der Lesende die Augen verdreht.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit einem aufbrausenden Schlußapplaus zeigte das 150-köpfige Gießener Publikum, dass der Roman auf Interesse stößt und seine Wirkung nicht verfehlt. Gregor Weber zumindest denkt schon über einen neuen Krimi mit Kurt Grewe nach.</p>
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		<title>&#8220;Zwischendurch blitzt dann immer mal wieder was Interessantes auf&#8221; &#8211; Gespräch mit Magic Marcel, Organisator  von “Unter dem Pflaster der Strand”</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 12:43:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Samstag (14. Mai 2011) findet im MuK die zwölfte „Unter dem Pflaster der Strand“- Party statt. Ausgehzwang hat mit Organisator Marcel gesprochen. Sein Erweckungserlebnis in Bezug auf Clubmusik hatte er als Mittelstufenschüler bei seinem großen Bruder in Kassel: DJ Koze hob im ARM zur Peak-Time die Nadel von der Platte und ließ sie nach [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/FRONTGHOSTweb.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6816" style="margin: 12px;" title="FRONTGHOSTweb" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/FRONTGHOSTweb.jpg" alt="" width="228" height="320" /></a>Am Samstag (14. Mai 2011) findet im <a href="http://www.muk-giessen.de/">MuK</a> die zwölfte <a href="http://udpds.blogspot.com/">„Unter dem Pflaster der Strand“</a>- Party statt. Ausgehzwang hat mit Organisator Marcel gesprochen. Sein Erweckungserlebnis in Bezug auf Clubmusik hatte er als Mittelstufenschüler bei seinem großen Bruder in Kassel: DJ Koze hob im ARM zur Peak-Time die Nadel von der Platte und ließ sie nach einem kurzen Break unter ekstatischem Jubel wieder fallen. Neben seinem Sozialwissenschaftsstudium hat er als Magic Marcel jahrelang im Domizil Leftfield-Disco, House und Pop-Musik gespielt. Heute arbeitet er in Hamburg bei einer Plattenfirma und hätte gerne einmal 1989 in der leider längst geschlossenen “Hacienda” in Manchester getanzt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Gießener Urgesteine kennen UDPDS noch aus der Theaterkate am Güterbahnhof. Wie hat denn alles angefangen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir waren 2005 etwas unzufrieden mit der Nachtleben-Situation in Gießen und wollten einfach selbst was starten. Es gab schon viele Partys, aber uns hat einfach diese klassische Rhein-Main Techno Sozialisation – mit 13 Jahren bereits auf E im Omen durchfeiern – gefehlt. Deshalb konnten wir diesen Spirit irgendwie nicht teilen. In der Punk-Nische wurde es aber auch irgendwie unsexy und so entstand die Idee, den Exzess mit der DIY-Attitüde zu verbinden. Die Leute wussten das ziemlich zu schätzen. Naja, letzten Endes war die Theaterkate auch einfach ein verdammt toller Ort, an dem auch andere Leute schöne Abende gemacht haben. Unsere Partys bekamen durch die obskuren Flyer und eine eher unorthodoxe Booking-Politik, die zunächst noch stark auf Live-Auftritte ausgelegt war, dann so ein hippes Image, aber man sollte das nicht überbewerten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wer ist denn alles an der Organisation beteiligt? Vor allem, wer macht die Flyer?  Die haben ja fast schon Sammlerwert. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das lässt sich gar nicht so leicht sagen, weil immer wieder Leute dazu kommen und abhauen. Den Kern bilden aber Felix, der sich bis heute aus dem fernen Hamburg um die Designs kümmert und ich selbst. Natürlich helfen aber immer ganz viele.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie sucht ihr die DJs aus? Was müssen die Musiker haben, um gebucht zu werden?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir machen ja höchstens zwei Partys im Jahr und da versuchen wir schon, immer etwas besonderes auf die Beine zu stellen, aber auch ganz egoistisch Leute einzuladen, die sonst eher nicht nach Gießen kommen würden. Ausgehend von den Anfangstagen hat sich der musikalische Schwerpunkt sicher etwas verschoben, was einfach auch mit unseren geänderten Interessen zu tun hat. Seit einiger Zeit versuchen wir schon einen eher klassischen, erwachsen gewordenen Techno- und House-Sound zu pushen, um eine Alternative zu dem oftmals „ravigen“ Gießen-Sound zu bieten. Trotzdem soll es immer auch noch Platz für Experimente geben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie kam es zur Gründung des Labels <a href="http://dontstoprec.blogspot.com/">„Don&#8217;t stop“</a>? </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/M-M.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6843" style="margin: 12px;" title="M-M" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/M-M.jpg" alt="" width="219" height="189" /></a>Das Label ist ein gemeinsames Projekt von Felix, Peter Pilotem und mir und als eine Art Spin-off aus der Partyreihe hervorgegangen. Irgendwann hat uns jemand auf Johannes Volk aufmerksam gemacht, der zufällig auch in Gießen wohnt. Johannes ist ein unglaublich talentierter Produzent, der schon mit Leuten wie Jeff Mills zusammengearbeitet hat. Aus einer anfänglichen Fan-Perspektive hat sich irgendwann eine Freundschaft entwickelt, er hat uns Tracks angeboten und da musste eben schnell ein Label her. Und Mirko Hecktor aus München hat schon oft bei uns aufgelegt und ist ja sowieso für jeden Spaß zu haben, so dass es einfach gepasst hat. Die Party am Samstag ist dann die Release-Party für die 03 von Johannes Volk, der dann natürlich auch spielen wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Man könnte beklagen, dass der Untergrund-Aspekt mit dem Umzug vom AK 44 ins MuK abgenommen hat. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Letzten Endes haben die Partys bei den FreundInnen im AK 44 einfach zu große Ausmaße angenommen. Ich mag das Haus einfach zu gerne, als dass ich der Stadt noch einen weiteren Grund bieten möchte den Laden endlich dicht zu machen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Und was hat all das eigentlich mit dem linken „Metropolenmagazin“ Pflasterstrand aus Frankfurt zu tun?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nichts! Im französischen Original stammt der Ausspruch von den Situationisten um Guy  Debord, deren Theorien wir früher wie Comichefte gelesen haben. Von da haben es auch die Frankfurter Spontis übernommen. Von außerhalb betrachtet mag man den Spruch vielleicht etwas kitschig finden und diese ganze verklärte Revolutionsromantik ist ja selbst in der Inkooperation durch die moderne Werbeästhetik total durchgenudelt. Aber ganz unabhängig von dem politischen Aspekt des Slogans, den ich by the way auch etwas albern finde, beschreibt es irgendwie dieses Gießen-Ding ganz gut, weswegen sich die Leute wohl so gut mit den Partys identifizieren können, egal ob nun in der Theaterkate oder im Muk. Hier herrscht einfach immer noch dieses totale Mauerstadtfeeling, das Gefühl des Eingesperrtseins, umgeben von Schandbauten und Kaputtem, zwischendurch blitzt dann immer mal wieder was Interessantes auf. Das nächste mal dann hoffentlich am kommenden Samstag im MuK.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wer sollte bei der Party auflegen, wenn das Budget stimmen würde?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Keine Ahnung &#8211; vielleicht Carl Craig.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p><strong>Auf einen Blick:</strong><br />
<strong>Sa, 14. Mai 2011, MuK Gießen, Eintritt: 6€</strong><br />
<strong>Info: <a href=" http://www.muk-giessen.de/"> MUK Gießen</a></strong></p>
<p><strong>Unter dem Pflaster der Strand,</strong><br />
<strong>DONTSTOP 03 RECORD RELEASE PARTY</strong><br />
<strong>Techno/Elektro/Dubstep/House/Disco &amp; Garage auf 2 Floors:</p>
<p>Oben:<br />
Ghostleigh (Ghostleighdubz)<br />
Johannes Volk (Exploration/DONTSTOP)<br />
K-Lone vs. Automat [aka. Nemo] (Bass Unter)</p>
<p>Unten:<br />
<a href="http://www.myspace.com/hiheadz">Pilotem</a> (DONTSTOP)<br />
Wojtek Kutschke (Carry ON)<br />
Helix (♥♥♥)<br />
</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Ich bin nicht stromlinienförmig. Pedro Hafermann im Porträt.</title>
		<link>http://www.ausgehzwang.de/2011/02/17/ich-bin-nicht-stromlinienformig-pedro-hafermann-im-portrat/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 07:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Eine Frage der Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Pedro Hafermann]]></category>

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		<description><![CDATA[Pedro Hafermann betrachtet sich gerne von Außen. Er schreibt, malt und schauspielert sich als Universalgenie durch&#8217;s Leben. Am vergangenen Dienstag (8. Februar 2011) traf ihn ausgehzwang zum Gespräch im Café de Paris in Gießen. Dort zeigt er gerade eine Auswahl seiner kleinformatigen Zeichnungen unter dem Titel „Eine Frage der Selbstbestimmung“. Mit seinen Gedanken schweift Pedro [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/02/P_Hafermann.png"><img class="alignleft size-full wp-image-5437" title="P_Hafermann" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/02/P_Hafermann.png" alt="" width="119" height="113" /></a><a href="http://pedro-hafermann.de/">Pedro Hafermann</a> betrachtet sich gerne von Außen. Er schreibt, malt und schauspielert sich als Universalgenie durch&#8217;s Leben. Am vergangenen Dienstag (8. Februar 2011) traf ihn ausgehzwang zum Gespräch im Café de Paris in Gießen. Dort zeigt er gerade eine Auswahl seiner kleinformatigen Zeichnungen unter dem Titel „Eine Frage der Selbstbestimmung“. Mit seinen Gedanken schweift Pedro Hafermann gelegentlich ab und sucht nach den richtigen Worten.  Wenn er aber Nil-rauchend mit einem Kaffee Americano über die Artifizialität, die Sehnsüchte und die Wirkung von Kunst spricht, formuliert er sehr klar. Da ist er in seinem Element. Auf der Suche nach einer authentischen Form setzt er Malerei und Texte ein um die Unordnung des Lebens in Unordnung zu lassen. „Ich bin Rekonstrukteur von Wirklichkeit“, sagt Pedro Hafermann.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ist Dir die Auswahl der Bilder schwergefallen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich hänge Bilder. Ich will nichts vorgeben. Diese Ausstellung setzt sich sehr konkret mit dem Individuum auseinander – sehr konkret auch mit meinem Individuum. Es hängen hier sehr viele isolierte Personen. Ich stelle im Café de Paris zum zweiten Mal aus. Beim ersten Mal hatte ich keinen Titel. Nach der Auswahl der Bilder hat man mich nach einem Titel gefragt und da habe ich mich nach kurzer Überlegung für „Eine Frage der Selbstbestimmung“ entschieden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Hast Du Deine Bilder auch mal anders sortiert?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja. Bei der Eröffnung hing sogar noch eine andere Auswahl. (Pedro Hafermann zeigt mir einige Kunstwerke die er abgehängt hat und ein Bild das er wegnehmen musste, weil sich Gäste davon gestört fühlten – es zeigt ein kleines Mädchen, das sich mit einer Pistole in den Kopf schießt)</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Du verzichtest bei Deiner Malerei auf Titel. Warum?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auf facebook habe ich alle Titel mit aufgeführt. Titel legen immer eine Deutungshypothese nahe und das mag ich nicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie sieht Dein Produktionsprozess aus?</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich fotografiere oder suche auch gelegentlich im Internet nach anregenden Motiven, die man verändern und umsetzen kann. Dann zeichne ich erstmal mit Bleistift und ziehe die Konturen nach. Die Flächen male ich mit Textmarker aus. Mit dem Gelben, Roten und Blauen, doch den verwende ich meistens nicht, der macht so viele Flecken (lacht). Und dann bearbeite ich alle Bilder digital nach. Dazu fotografiere ich sie. Mir ist es dabei wichtig, dass die Bilder wie Bilder aussehen. Ich retuschiere keine Flecken (Pedro Hafermann zeigt ein Bild auf dem ein Unsauberkeit zu sehen ist). Ich habe dies bewußt drin gelassen, es soll etwas Artifizielles bleiben. Ich arbeite auch mit Fingerfarben. Ich male sehr klare Bilder – früher habe ich sehr wirre Sachen gemalt. Immer nur schwarzweiß. Das waren sehr existentielle, sehr dunkle, sehr gewalttätige Bilder. Damals dachte ich Kunst ist nur Bannung und nichts anderes.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Woher nimmst Du Deine Ideen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich habe keinen Fernseher und darauf bin ich stolz. Ich suche immer nach authentischen Gesichtsausdrücken. Das ist aber schwierig. Keiner kann einfach hingehen und fotografieren, dann entstehen gestellte Gesichtsausdrücke. Manchmal male ich auch Porträts von Leuten die ich kenne. Es ist einfach schwer sich vorzustellen, wie jemand so (bewegt seinen Körper) macht. Ich will keine Gesichter aus dem Nichts erfinden. Ich male grundsätzlich Menschen die es gibt. Selten male ich aber Menschen wie sie sind.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Was auch immer das sein mag?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Genau! Das erklärt warum ich mich so häufig male. Man kann sich selbst in alle möglichen Verrenkungen fotografieren und es sieht so aus wie man das haben will. Ich will keine eindeutige Hypothese haben, und ich will das jeder etwas hineinsieht. Dafür eignen sich Gesichtsausdrucke besonders gut. Ich bin sehr fasziniert von Gesichter.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Aber es gibt in dieser aktuellen Ausstellung auch eine Malerei auf der allein ein Baum zu sehen ist?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Warum fand ich diesen Baum interessant? Man wird inflationär von Bildern zerschossen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Würdest Du sagen Deine Bilder sind auf irgendeine Weise fertig, wenn sie hier hängen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja. Ich würde sie nie wieder aufgreifen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gibt es Motive die Du mehrfach aufgreifst?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, ich zeichne Serien. Ich könnte dir das zeigen. Ich habe jetzt, weil ich schnell weg musste, mein Notebook nicht dabei. Es interessieren mich ab und an die gleichen Themen, auch wenn die Bilder dann einen anderen Impetus haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Könntest Du kurz benennen welche Themen das sind?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Viele sagen meine Bilder haben etwas von Suche (Pedro Hafermann denkt nach um die Suche näher zu bestimmen). Ach, einfach Suche. Mich interessiert der Mensch wie er ist und wie er wirkt. Wie er nach Außen wirkt, wie er nach Innen wirkt. Ich habe letztens einen Bildband von Dali studiert. Auf seinen Bildern passieren so viele Sachen gleichzeitig. Und das mag ich nicht. Mich hat früher Dali sehr gereizt, mich haben Expressionisten sehr gereizt, ich empfand sie als etwas sehr bereicherndes. Ich musste aufpassen, dass ich einige meiner Bilder, während ich den Bildband las, wegen zuviel Surrealismus nicht einfach entsorgte. Es fiel mir auf, dass es keine Mitte bei den einzelnen Bildern mehr gab.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gibt es für Dich einen Kunstdiskurs dem Du Dich anschließen würdest?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Erstmal zur Kunst, die sich um Kunst dreht. Davon halte ich nichts. Wenn Kunst nur noch um sich selbst kreist, verliert sie ihre Bedeutung – dies ist dekadente Kunst. Wenn Kunst sich nicht Welt und Menschen widmet, wird sie für mich uninteressant. Ich experimentiere viel rum, aber ich finde auch, dass man sieht, dass ich diese Bilder gemalt habe.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ja, auch ich finde es gibt eine Handschrift.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Anfänglich – bei meiner ersten Ausstellung, haben viele gesagt es hätte was von Pop-Art, ältere Damen haben gesagt es habe etwas von Manga. Es gab Leute, die haben gesagt es sei expressionistische Kunst, es gab aber auch Leute, die haben gesagt es sei surrealistisch usw..</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gibt es geistige Autoritäten von denen Du inspiriert wurdest? Hast Du Erinnerungen an Momente die etwas in Dir wachriefen, etwa, dass Du ein Buch aufgeschlagen hast und Dich davon angeregt gefühlt hast?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das passiert unterbewusst in jedem Augenblick. Mir geht es häufig so, ich gehe durch die Straße spazieren und denke: Dies könnte man malen, dies könnte man malen, dies wäre spannend. Es gibt natürlich auch Künstler die mich inspiriert haben. Ich will kurz abschweifen. Was mir gefällt ist, dass das Café de Paris ein Ort ist wo Kunst nebenbei stattfindet. Es ist kein Museum – es ist ein Lebensraum. Es geht gar nicht um die Kunst. Man kann sich davon verzaubern lassen, man kann etwas hineinsehen, man kann aber auch einfach sagen der Kaffee schmeckt gut. Natürlich freue ich mich, wenn Menschen sich damit auseinandersetzen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Für diese Auseinandersetzung bietest Du ein klare Linie an. Deine Werken zeigen einen Pedro Hafermann der mit Ratio ans Werk geht?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Definitiv – ich mache mir viele Gedanken, mein ganzer Kopf ist voll mit Ideen. Ich mache mich sehr transparent.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Es ist auffällig, dass du Hände und Augen bei deinen Selbstbildnissen so ausstellst. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja. Ich fokussiere dies in allen drei Bildern. Es ist auch ein Spiel von dem was ich verdecke und offenbare. Den Aspekt der Rationalität find ich sehr interessant, denn ich gehe alles andere als emotional ran. Was ich als Metapher für meinen Malprozeß verwende, ist das Tauchen. Ich habe immer das Bild eines Tauchers, der fast schwerelos über einem Gegenstand schwebt, dass einzige was ich höre ist mein Atmen, und ich tauche wie mein Schatten, verändere nichts was ich vorfinde. Das ist ein sehr kopfiger Prozess.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Mit der nächsten Frage möchte ich noch einmal etwas von den konkreten Bildern weg: Es gibt einfach gesprochen zwei Betrachtungsweisen auf das Leben: Es gibt Menschen die begreifen das Leben als Abenteuer, das gelebt gehört und diejenigen die glauben, es sei eine Aufgabe bei der es Probleme zu lösen gilt. Verstehst Du was ich meine? Und was ist der Weg den Du mit Deinen Bildern beschreitest?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, ich verstehe. Das Leben an sich ist kein Wunschkonzert. Es ist eine sehr schmerzliche Erfahrung. Ich liebe meine Eltern als verwöhntes Einzelkind. Ich bin glücklich, aber nicht zufrieden. Ich bin immer allein mit meinem Kopf und es ist für mich immer schwierig klar zu sein und klar zu werden. Ich bin immer mit mir selbst beschäftigt, aber ich bin nicht Kafka, der in Selbstmitleid vergeht. Ich habe mittlerweile ein gesundes Selbstvertrauen. Ich bin ein Existentialist und liebe die Vorstellung von Albert Camus man müsse sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen. Meine Ausstellung fragt auch: Wer bin ich? Was mach&#8217; ich? Wo will ich hin?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ist die Welt dann in Ordnung, wenn man sich für Fremdbestimmung oder Selbstbestimmung entschieden hat oder wenn man dazwischen steht?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ich fände eine Welt die toll wäre langweilig. Sie hätte für mich keinen Reiz, deshalb hasse ich auch die Vorstellung von Paradies. Das Leben ist gerade, weil es so unglaublich scheiße ist, so unglaublich schön. Ich setze mich in meiner künstlerischen Arbeit auch viel mit Schönheit auseinander. Und ich glaube, wenn es sie an sich gibt, ist sie grässlich und unerträglich. In einem meiner Theaterstücke gibt es am Schluss eine Szene in der ein Junge einen Luftballon kauft, der mit Helium gefüllt ist. Und dieser Luftballon fällt irgendwann herunter und wird ganz matschig. Da hat der Junge erkannt, dass das einzige was für ihn lebenswert ist, heiße Luft ist. Ich bin ein Spezialist für heiße Luft. Heiße Luft kann ich dir geben (lacht).</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wo geht es hin? Wo bist Du in 15 Jahren?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Am liebsten würde ich Szenisches Schreiben studiert haben und schreiben. Ich werde wahrscheinlich nie aufhören mit dem Malen, aber eigentlich würde ich lieber schreiben.</p>
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		<title>Schauspieler, Regisseur und Autor: Christian Fries</title>
		<link>http://www.ausgehzwang.de/2010/02/12/schauspieler-regisseur-und-autor-christian-fries/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 19:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Oberschür</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Fries]]></category>
		<category><![CDATA[Stadttheater]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit der Spielzeit 2005/06 ist Christian Fries festes Ensemblemitglied am Stadttheater. Der Schauspieler und studierte Pianist hat sich schneller als wohl kaum jemand zuvor zur absoluten Bereicherung des städtischen Kulturlebens positioniert GIESSEN. Allein sein Rollenrepertoire der letzten Jahre kann sich sehen lassen. Fries war Prospero in Shakespeares „Sturm“, Pozzo in Becketts „Warten auf Godot“, Präparator [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit der Spielzeit 2005/06 ist Christian Fries festes Ensemblemitglied am Stadttheater. Der Schauspieler und studierte Pianist hat sich schneller als wohl kaum jemand zuvor zur absoluten </strong><strong>Bereicherung des städtischen Kulturlebens positioniert</strong></p>
<p><strong>GIESSEN.</strong> Allein sein Rollenrepertoire der letzten Jahre kann sich sehen lassen. Fries war Prospero in Shakespeares „Sturm“, Pozzo in Becketts „Warten auf Godot“, Präparator in Horváths „Glaube Liebe Hoffnung“ und Jupiter in Kleist „Amphitryon“. Und das alles hier. Und nur um einige Rollen zu nennen.<strong></strong><strong> </strong></p>
<p><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2010/02/FriesPorträt.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2332" style="border: 1px solid black; margin: 6px;" title="FriesPorträt" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2010/02/FriesPorträt.jpg" alt="" width="414" height="432" /></a>Der gebürtige Duisburger, der in Berlin Schauspiel studiert hat und bereits in Wien, Münster, Konstanz und Mainz engagiert war, hat vor seiner Gießener Zeit u .a. bei der Bremer Shakespeare Company und in der freien Szene einige erfolgreiche Regiearbeiten vorgelegt. In Gießen konnte der 49-Jährige die Regiearbeit erfolgreich fortsetzen. Etwa mit einer TiL-Inszenierung von Martin Crimps „Auf dem Land“, einer fulminanten Umsetzung von Aki Kaurismäkis „I Hired A Contract Killer“ im Schlachthof und jüngst mit der Adaption von Irmgard Keuns Roman „Das kunstseidene Mädchen“.</p>
<p>In dieser Spielzeit ist er als Doktor in der Woyzeck-Inszenierung und als Baumeister Solness in Henrik Ibsens gleichnamigen Stück zu sehen. Und nun – als würde das alles nicht schon ausreichen &#8211; hat er auch noch ein Buch geschrieben. „Vater gibt seinen Weinhandel auf“ heißt es und vereint Kurzprosa und Dramenfragmente. Mit einigen Kollegen hat Fries das Buch jüngst im TiL in einer Art Live-Hörspiel vorgestellt. Und auch literarisch dürfte in Zukunft noch einiges von ihm zu erwarten sein.</p>
<p><strong> ROstoff-Fabrik:</strong> Wieso schreibt ein Schauspieler, der außerdem noch inszeniert, Prosa bzw. kleine Theatertexte?</p>
<p><strong>Christian Fries:</strong> Umgekehrt! Wieso wird einer, der schreibt, Schauspieler! Weil er von der Schriftstellerei nicht leben kann. – Theater geht nach außen, Schreiben nach innen. Es schafft Sammlung, Einkehr. Ein Gegengewicht zur Hysterie, die am Theater herrscht. Und dann: Theater ist, wie der Geheimrat Goethe sagt, eine Kunst, die ins Wasser schreibt. Was auf Papier geschrieben steht, bleibt (etwas länger). Abends nehme ich das Buch in die Hand, freue mich und schlafe dann besser.</p>
<p>Was muss passieren, damit Du ins oder besser zum Schreiben kommst?</p>
<p><strong>Fries: </strong>Probenfrei morgens, das ist am besten. Im Großen gilt: Lebenswendungen drücken mir den Stift in die Hand. Aber im Grunde braucht´s keine besonderen Bedingungen. Ich schreibe, seitdem ich „Ich“ zu mir sage. Ist wie Atmen.</p>
<p>Ist da &#8211; literarisch &#8211; in Zukunft noch mehr zu erwarten? Und was sind die nächsten großen Aufgaben an und vor der Bühne?</p>
<p><strong>Fries:</strong> Kürzlich habe ich den „Kleinen Roman über die Angst“ beendet, nicht ganz so klein, wie der Titel behauptet. Und fast fertig ist ein Werk übers Joggen: „Tiefer in den Wald hinein“. Thema: Immer will der (westliche) Mensch ein anderer sein als er ist. Roman, philosophischer Essay und Ratgeber für „psychotherapeutisches Laufen“ in einem. – Am Theater winken Heiner Müller und Shakespeare.</p>
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		<item>
		<title>„Meine Lehre waren Bekanntschaften mit Brecht, Mann, Zweig und Eisler“ &#8211; Matthias Langhoff ist Gastprofessor bei den Theaterwissenschaften und inszeniert mit Studierenden Büchners „Lenz“</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 15:18:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Oberschür</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgecheckt]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Langhoff]]></category>
		<category><![CDATA[Gastprofessor bei den Theaterwissenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Büchner]]></category>
		<category><![CDATA[Heiner Goebbels]]></category>
		<category><![CDATA[Heiner Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Lenz]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Langhoff]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Langhoff]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Langhoff]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>GIESSEN.</strong> „Der Universitäts-Betrieb ist mir eher fremd“ erklärt <a href="http://www.zeit.de/1999/47/199947.langhoff_.xml">Matthias Langhoff</a> fast tonlos und amüsiert sich dann köstlich über den ungewohnten Professorentitel, der ihm im aktuellen Vorlesungsverzeichnis der JLU als Gastdozent am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft zuteil wird.</p>
<h5 class="mceTemp">
<dl id="attachment_1566" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2010/01/Langhoff-1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1566 " style="border: 1px solid black; margin: 5px;" title="Langhoff 1" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2010/01/Langhoff-1-300x211.jpg" alt="" width="270" height="190" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Auf der Probebühne: Langhoff mit seinen Gießener Studenten.         Bilder: ROstoff</dd>
</dl>
</h5>
<p>Seit einigen Tagen bereits ist der 68-Jährige, der im deutsch- wie französischsprachigen Raum als einer der bedeutendsten Theaterregisseure unserer Zeit gilt, in Gießen tätig. 25 Studenten haben sich auf der Instituts-Probebühne am Audimax eingefunden, um den Sohn von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Langhoff">Wolfgang Langhoff</a>, Bruder von <a href="http://www.spiegel.de/wikipedia/Thomas_Langhoff.html">Regisseur Thomas </a>und Vater von Dramatikerin <a href="http://www.henschel-schauspiel.de/index.php?f=programm&amp;rubrik=t&amp;bst=l">Anna Langhoff</a> zu erleben. Denn der Name Langhoff ist eine Marke in der Theaterwelt. Das war bereits so, als Matthias Langhoff mit Manfred Karge zum legendären Regieduo „Karge/Langhoff“ am Berliner Ensemble der 60er Jahre aufstieg.</p>
<p><strong>Gradmesser Neugier</strong></p>
<p>„Meine Lehre waren Bekanntschaften mit Bertolt Brecht, Thomas Mann, Arnold Zweig und Hanns Eisler“, die der gebürtige Berliner alle noch kennen gelernt hat und erklärt so seine Unwissenheit über eine Theater-Ausbildung. „Der Gradmesser für Talent ist Neugier“, wirft er ein Brecht-Zitat ein, das lange am Berliner Ensemble über der Kantine hing, in die Runde.</p>
<p>Und dann kommt schon die erste Anekdote: Nämlich die von der ersten „Karge/Langhoff“-Arbeit 1963. Karge und Langhoff wollten als Jungspunde Brechts  „Das kleine Mahagony“ inszenieren, nur fehlten ganze Szenenteile, die die beiden in einer „Fälscherwerkstatt“, wie Langhoff es nennt, hinzudichteten. Die Premiere war ein absoluter Erfolg, und erst dann beichteten beide bei der Brecht-Witwe Helene Weigel, die zwar erbost war, beide aber nicht fallen ließ, sondern ihnen den Stempel „Beruf: Regisseur“ für den DDR-Pass besorgte.</p>
<p><strong>Müller schreibt Honecker</strong></p>
<p>Angebote von Regie- oder Schauspielschulen lehnt Langhoff heute jedoch stets ab, aber das Gießener Modell einer gegenseitigen Befruchtung von Theorie und Praxis hat ihn von Anfang an interessiert. Mal ganz davon abgesehen, dass Heiner Müller, der neben Benno Besson, Fritz Marquardt und Thomas Brasch zu seinen intensiven Arbeitsbekanntschaften zählte, hier ja auch schon Gastprofessor war. Langhoff hat Müller auch einiges zu verdanken, denn – zweite Anekdote des Abends – Müller schrieb einst einen Brief an Erich Honecker, indem er den Staatschef auf die anti-faschistische Vergangenheit von den Eltern Langhoff hinwies. Weswegen man den Sohn keineswegs inhaftieren oder sonst wie belangen könne. Daraufhin bekam Matthias Langhoff Mitte der 70er einen Pass für uneingeschränkte Ein- und Ausreise, wie er erzählt. Erfahren hat er von Müllers Brief aber erst nach der Wende 1989.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Goebbels hat auch mitgespielt</strong></p>
<p>Von 1989 bis 1991 war Langhoff Direktor des Théâtre Vidy in Lausanne. Nach seiner Rückkehr nach Berlin war er in der Spielzeit 1992/93 Ko-Direktor und Gesellschafter des Berliner Ensembles. Heute lebt er in Paris und ist als freier <a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2010/01/Langhoff-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1567" style="border: 1px solid black; margin: 5px;" title="Langhoff 2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2010/01/Langhoff-2-300x199.jpg" alt="" width="243" height="161" /></a>Theater- und Opernregisseur international tätig. Langhoff ist unter anderem Mitglied der Akademie der Künste Berlin und Offizier der Légion d`honneur in Frankreich.</p>
<p>Und irgendwann in den 80ern hat er zwischen Berlin und Paris, Wien und Hamburg natürlich auch Heiner Goebbels, den heutigen Direktor des Gießener Instituts und Präsident der Hessischen Theaterakademie, kennen gelernt. Das war am Schauspielhaus Bochum, im Rahmen von Langhoffs gefeierter „Marie Woyzeck“-Inszenierung. „Der Heiner hat nicht nur die Musik gemacht, sonder sogar mitgespielt“, erzählt Langhoff..</p>
<p>Mit seinen 25 Gießener Studenten will der Theatermann, weil es eben „gut nach Gießen passt“, Büchners „Lenz“ „analysieren und in eine Form bringen“, wie er sagt. Aufführungen wird es Mitte Februar geben.</p>
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		<title>Vom Normalzustand zur respektablen Gastarbeit: AKKU blicken nach vorne und zurück</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 15:09:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rüdiger Oberschür</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[AKKU]]></category>
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		<category><![CDATA[Christian Fleißner]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>GIESSEN.</strong> „Kunst ist schön, macht aber auch sehr viel Arbeit“ wird Karl Valentin gerne auf Broschüren und Plakaten zitiert. Für ein Künstlerkollektiv, das sich „Arbeiten mit Alltag“ auf die Fahnen geschrieben hat, sicher nichts Neues. Die Gießener Gruppe <a href="http://www.akku-netz.de">AKKU</a> ist mit dem Er- und Verarbeiten von scheinbar banalen Alltäglichkeiten bekannt geworden. Sei es Picknicken, ein nostalgischer Abschlussball oder alternativer Weihnachtsmarkt. AKKU heben seit 2002 auf originelle wie skurrile Weise Alltagskultur in einen Kontext der Kunst.</p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_1205" class="wp-caption alignleft" style="width: 269px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-medium wp-image-1205   " style="margin: 3px; border: 1px solid black;" title="Akku1" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2009/12/Akku1-300x204.jpg" alt="Drei AKKUS in der Kümmerei: Jörg Wagner (links), Manuela Weichenrieder und Herk Röpe." width="259" height="176" /></dt>
<h5>Drei AKKUS in der Kümmerei: Jörg Wagner (links), Manuela Weichenrieder und Herk Röpe.</h5>
</dl>
</div>
<p>Aktionen, Untersuchungen, Planspiele, Feldforschungen, öffentliche Eingriffe und Umformungen wären dafür passende Begriffe. Dabei können auch Ausflüge in Utopien per Weser-Schifffahrt, eine Ad-Hoc-Disco auf einem Discounter-Parkplatz, Betriebsentführungen oder ungewöhnliche Pausenprogramme für Kongresse entstehen.   Im heimischen Raum sind sie gerade mit ihren Stadtraum-Arbeiten ein gern gesehener Gast, mittlerweile aber auch überregional etabliert.</p>
<p><strong>Zapping-Tour auf Bestellung ins Wohnzimmer</strong></p>
<p>Im oberösterreichischen Linz haben Christian Fleißner, Ingke Günther, Herk Röpe, Peter Schomber, Jörg Wagner und Manuela Weichenrieder  jüngst das Kulturhauptstadtjahr beim „Festival der Regionen“ bestückt. Wie man sich denken kann, mit einem nicht minder einfallsreichen Projekt: „home:entertainer“ hieß der AKKU-Beitrag, passend zum Festival-Motto „Normalzustand“, das mit Hilfe von künstlerischen Projekten dem Ausnahmezustand des Kulturhauptstadtjahres entgegenwirken sollte.</p>
<p><strong>Arbeit, Spiel, Respekt</strong></p>
<p>Mit ihrem AKKU-Mobil, einem ausgedienten Wohnwagen, war die Gruppe dazu im Mai drei Wochen permanent im Stadtteil Solar City präsent und konnte von dort aus von den Bewohnern bestellt werden. Vier Performer spielten dann live TV, eine Zapping-Tour im Wohnzimmer durch die gängigen Themen und Formate eines Fernsehabends. „Wir waren schon am zweiten Abend komplett ausgebucht“, berichtet Manuela Weichenrieder von durchweg positiven Begegnungen und Reaktionen auf AKKUS Home-Enterainer.</p>
<p>Auch 2010 verschlägt es AKKU nach Österreich, diesmal allerdings nach Niederösterreich zum Viertel-Festival, das in diesem Jahr unter dem Motto „Respekt“ steht. AKKU initiieren dort eine Arbeit namens „Gastarbeit“, die beinhaltet, dass Leute sie für Arbeiten rund um Haus, Garten oder ähnliches buchen können. Dafür verlangen AKKU dann allerdings Respekt von ihren Mietern. „Die Arbeit kann alles sein, von Sockenzusammenlegen oder Bügeln bis Unkrautjäten. Wir können aber auch ablehnen“, so Weichenrieder. Eine verspielt bisige Idee, die an ihrem gesellschaftspolitischen Impetus schwer zu überbieten sein dürfte. Desweiteren gehen AKKU auch erstmal auf Klausur an den Eder-See, um weiteres für 2010 zu planen. Und sie arbeiten weiterhin konsequent an der Übernahme der Weltherrschaft, wie es einstimmig heißt.</p>

<a href='http://www.ausgehzwang.de/2009/12/28/vom-normalzustand-zur-respektablen-gastarbeit-akku-blicken-nach-vorne-und-zuruck-%e2%80%9ekunst-ist-schon-macht-aber-auch-sehr-viel-arbeit%e2%80%9c-wird-karl-valentin-gerne-auf-broschuren-und-pl/he10/' title='he10'><img width="150" height="150" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2009/12/he10-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="AKKU in Linz...." title="he10" /></a>
<a href='http://www.ausgehzwang.de/2009/12/28/vom-normalzustand-zur-respektablen-gastarbeit-akku-blicken-nach-vorne-und-zuruck-%e2%80%9ekunst-ist-schon-macht-aber-auch-sehr-viel-arbeit%e2%80%9c-wird-karl-valentin-gerne-auf-broschuren-und-pl/he9/' title='he9'><img width="150" height="150" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2009/12/he9-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="... mit und als Home-Entertainer." title="he9" /></a>
<a href='http://www.ausgehzwang.de/2009/12/28/vom-normalzustand-zur-respektablen-gastarbeit-akku-blicken-nach-vorne-und-zuruck-%e2%80%9ekunst-ist-schon-macht-aber-auch-sehr-viel-arbeit%e2%80%9c-wird-karl-valentin-gerne-auf-broschuren-und-pl/he5/' title='he5'><img width="150" height="150" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2009/12/he5-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="he5" title="he5" /></a>
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<a href='http://www.ausgehzwang.de/2009/12/28/vom-normalzustand-zur-respektablen-gastarbeit-akku-blicken-nach-vorne-und-zuruck-%e2%80%9ekunst-ist-schon-macht-aber-auch-sehr-viel-arbeit%e2%80%9c-wird-karl-valentin-gerne-auf-broschuren-und-pl/he1/' title='he1'><img width="150" height="150" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2009/12/he1-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="he1" title="he1" /></a>
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<a href='http://www.ausgehzwang.de/2009/12/28/vom-normalzustand-zur-respektablen-gastarbeit-akku-blicken-nach-vorne-und-zuruck-%e2%80%9ekunst-ist-schon-macht-aber-auch-sehr-viel-arbeit%e2%80%9c-wird-karl-valentin-gerne-auf-broschuren-und-pl/he7/' title='he7'><img width="150" height="150" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2009/12/he7-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="he7" title="he7" /></a>
<a href='http://www.ausgehzwang.de/2009/12/28/vom-normalzustand-zur-respektablen-gastarbeit-akku-blicken-nach-vorne-und-zuruck-%e2%80%9ekunst-ist-schon-macht-aber-auch-sehr-viel-arbeit%e2%80%9c-wird-karl-valentin-gerne-auf-broschuren-und-pl/he6/' title='he6'><img width="150" height="150" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2009/12/he6-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="he6" title="he6" /></a>

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