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	<title>Ausgehzwang &#187; Kunst</title>
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		<title>Signaturen des Politischen</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 16:06:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/Leggewie-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7759" style="margin: 12px;" title="Leggewie-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/Leggewie-2-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Selbst der Kunstbanause wird die politische Wirkungsabsicht der Spehrschen Kunst nicht übersehen können. Was hier mit „Politik“ gemeint sein könnte, machte am Sonntagnachmittag (11. Dezember 2011) um 16 Uhr Prof. <a href="http://www.kulturwissenschaften.de/home/profil-cleggewie.html">Claus Leggewie</a> in seiner halbstündigen Führung durch die <a href="http://www.kunsthalle-giessen.de/">Kunsthalle Gießen</a> deutlich. Als erster Promi der Reihe „Prominent geführt“ gab der in Gießen lebende Politologe und Kulturwissenschaftler einige weiterführende-kunstsinnige Anregungen, auch wenn er, wie er eingangs betonte, sich nur „amateurhaft mit Kunst auseinandersetze“. Wer den Publizisten und Fernsehexperten Claus Leggewie kennt, weiß, dass er die Dinge auf den Punkt bringen kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Zu Anfang galt jedoch sein Erstaunen dem großen Publikumsinteresse. Er habe mit „sechs“ Personen gerechnet.</p>
<p style="text-align: justify;">Ausgangspunkt seiner Reflexionen zu Spehrs Kunst waren die kleinformatigen Zeichnungen im hinteren Areal der Kunsthalle. An ihnen stellte er den besonderen „Anstrich“ der künstlerischen Arbeit dar. Spehr operiere als Künstler im Bereich der „Unschärfe“. Damit gehöre er zu dem Künstlertypus der „versucht den allgemeinen Geschmack zu unterwandern“. Dies sei aber bei Spehr nicht Ausdruck einer willkürlichen Opposition zum aktuellen Zeitgeschehen. Bei Spehr vermittelten die Exponate, insbesondere auch die Gießener Ausstellung, eine mit künstlerischen Mitteln evozierte Aufforderung: „Genauer Hinzuschauen, um die Verhältnisse verändern zu können“ &#8211; man muss nahe an die zum Teil detailreichen Zeichnungen herantreten. Nach einer Titelei suche man dabei meist vergeblich. Die Werke blieben auch deshalb ohne Titel, wie Leggewie räsonierte, weil Spehr jegliche propagandistische Inanspruchnahme verhindern möchte. Diese explizite Nichtpositionierung, wird durch die in den Zeichnungen leerbleibenden Plakate und Protestschilder überdeutlich zum Ausdruck gebracht. „Bei ihm steht eben nichts, dass ist wichtig“. Natürlich hat das irgendwie immer auch etwas mit Beuys zu tun. Spehr möchte die Köpfe seiner Rezipienten erreichen, deshalb hat er den sozialen Raum in dem seine Kunst wirkt mit im Blick &#8211; auch im Sinne eines Chronisten, der mediale Sehgewohnheiten festhält. Ausdrücklich verwies Leggewie auf die Bedrohlichkeit und „Gewaltigtätigkeit“ der Szenerien, die evident von den wiederkehrenden „unheimlichen Kindern“ ausginge. Sie stellen die Welt zwar nicht auf den Kopf, sind aber ebenso wie „Streetfighter“, „Berber“ und „Businessmen“ fester Bestandteil von Spehrs ikonographischem Personal. „Spehr möchte sie verunsichern“ und seine Kunst trage gewollt die „Signatur des Politischen“. Der Kunstprofessor setze höchste Zeichenkunst ein, um Bildergeschichten zu formen, die öffentlich anschließbar bleiben, ohne Partei zu ergreifen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/Leggewie-3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7760" style="margin: 12px;" title="Leggewie-3" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/12/Leggewie-3-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Zu der Verschränkung der installativen Arbeit und den Zeichnungen ringsum, sagte Claus Leggewie wenig. Er verwies jediglich auf die Zeitgemäßheit der fliegenden Zeltstadt, die an den Tahrir-Platz in Kairo, die Piazza del Sole in Madrid oder ganz aktuell an die Bürger-Proteste in Moskau erinnern könnte. „Das Schöne an der politischen Kunst ist, dass sie Überlegungen freisetzt“. Allerdings sei das Sujet bei Spehr niemals so politisch, wie etwa Picassos Guernica, räumte Leggewie ein. Es bleibe die „Unschärfe“ in seinen „Tumult“- und „Empörungs“-Bildern erhalten – dies sei auch für die Installation eine wichtige Interpretationsperspektive.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kuratorin der Kunsthalle Frau Dr. Riese freute sich abschließend über eine „anregende“ Führung. Die übrigen Geführten unterstrichen diese Würdigung mit anhaltendem Beifall. Es wird für Frau Dr. Riese schwer werden, nun einen zweiten Prominenten zu finden, der mit ähnlich professoraler Eloquenz und lockerem Infotainment seine Gedanken zu einer Kunsthallen-Ausstellung preisgibt. Die Kunsthalle zeigt Johnnes Spehrs Kunstwerke noch bis zum 23. Dezember 2011.</p>
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		<title>rauschhaus III – Begehbar und auch ohne Plan mittendrin</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 21:28:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus_3_2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7711" style="margin: 12px;" title="Rauschhaus_3_2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus_3_2-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" /></a>Im Flur des „rauschhaus (3)“ in der Ludwigstraße 19 in Gießen streiten sich in einer Soundinstallation zwei Stimmen darüber, ob alles zu Rausch werden muss oder zu Ordnung. Die Tonspuren überlagern sich und es ist klar, dass hier beides stimmt. Ein unheimlicher „Friedhof der Kuscheltiere“ sorgt beim Ankommen für Irritation, im zweiten Stock entsteht eine U-Bahn für Gießen, in einem Raum läuft Werner Herzogs Film „Auch Zwerge fangen klein an“. Zwischen den teilnehmenden Künstler_innen und dem Publikum entstehen unvorhergesehene Begegnungen und Gespräche, das unterscheidet das rauschhaus von anderen Ausstellungen.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Eingang des begehbaren Gesamtkunstwerks war am Montag (21. November 2011) eine Diashow mit Bildern des Hauses vor dem Einzug zu sehen. Die ehemalige Nutzung als Verwaltungsgebäude der Uni, ist nur noch an den Aktenschränken aus Metall zu erkennen. Unten an einer Bar zwischen gemütlichen Sitzgruppen legte DJ Erik Meyer am Plattenspieler „Rauschhouse“ auf. Im ersten Stock malte Andreas Eickenroth auf dem Boden an einem großformatigen Bild, ein anderer Raum ist bereits mit einer bedrückenden Installation ausgestattet. So entsteht auch ohne Plan Etwas.</p>
<p style="text-align: justify;">„Eine kindliche, freudige Erregung“ verspürte Künstler und Mitorganisator Till Korfhage bei der Aussicht auf fast zwei Wochen „rauschhaus“. Nachdem die temporäre und interdisziplinäre Arbeits- und Ausstellungsgesellschaft in den vergangenen zwei Jahren in der Dulles-Siedlung in der Grünberger Straße eher im Hintergrund agierte, ist nun ein neues Haus gefunden: Die Künstler_innen malen, werkeln und diskutieren noch bis zum 4. Dezember in der Ludwigstraße 19. Knapp zwei Wochen lang werden sie den Altbau „wüst und wirr beleben und ein ekstatisches Chaos zelebrieren“.</p>
<p style="text-align: justify;">Gastkünstler Daniel Horvat, Thrash-Metal-Fan der ersten Stunde, berichtet etwa über seine Erfindung des Thrash-Painting, die ihm beim aggressiven Malen entstanden ist. Im Erdgeschoss sind seine neuen morbiden, expressiven Bilder zu sehen. Till Korfhage hat eine Rauminstallation mit Video, Spiegeln und Plastikfolie geschaffen, ein Kontrast zwischen Kanten und weichen Formen. Fence zeigt einen ganz anderen Raum mit grafischen, dreidimensionalen Elementen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus-3_1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7710" style="margin: 12px;" title="Rauschhaus-3_1" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus-3_1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Initiatorin Julia Blawert zeigt sich zufrieden über den bisherigen Projektverlauf: Die Aufführungssituation nach einer so kurzen Arbeitsphase sorgten bei den Künstler_innen zwar auch für Druck, aber die Auseinandersetzung mit dem Publikum hat auch die Arbeit bestätigt. Und Jennifer Sprodowsky ergänzt: „Wir sind noch mittendrin, aber die Idee geht auf!“ Nach einer wilden Party am Freitag und geschlossenen Türen am Samstag begann die zweite Woche von rauschhaus III mit Spiel und Spaß statt Reflexion: Michael Bloeck bot mit „Be poet“ am Sonntagnachmittag Poesie, anschließend wurde um das Straßenkarree mit Wasserpistolen „Assassin – a game“ gespielt. Danach präsentierte der Gitarrist Djitó alias Daniel Schmidt seine folkigen Songs.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim ersten Mal „rauschhaus“ ging es nur um die Kraft des Rausches, im vergangenen Jahr dann reflektierter um den Wert der Kunst. Die dritte Auflage soll nun eine Synthese schaffen und gliedert sich in mehrere Phasen: Die beteiligten Künstler_innen arbeiteten meist mit offenen Türen wild drauflos, bis es dann am Freitagabend (25. November 2011) eine erste Ausstellung zu sehen gab – ein öffentliches „Fest der Sinne“. Die gewollte Katerstimmung sollte als produktives Stimulans wirken, eine programmierte Leerstelle im vorbeifließenden Rausch. Mehr als eine Atempause konnte dies nicht sein: am 3. Dezember ist schließlich die abschließende Ausstellung geplant.</p>
<p style="text-align: justify;">Organisiert, konzipiert und durchgeführt wird das Projekt von Julia Blawert, Mona Wolf, Jennifer Sprodowsky, Florian Seel, Lena Theis und Till Korfhage. Förderung kommt vom Kulturfonds Gießen-Wetzlar, dem Kulturamt der Stadt Gießen, der Hessischen Theaterakademie und dem AstA der JLU Gießen. Neben Musikdarbietungen finden ein Filmabend, Gespräche, Performances und Diskussionen statt. Rauschhaus III ist bis zum 4. Dezember in der Ludwigstraße 19 zu Gast. Am 3. Dezember gibt es ab 20 Uhr eine Ausstellung von und mit 32 Künstler_innen und 21 Projekten. Informationen und Termine sind auf folgender Website abzurufen: <a href="http://rauschhaus.wordpress.com/">http://rauschhaus.wordpress.com/</a></p>
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		<title>Deutschland, eine Abrechnung: Die Performancegruppe SKART diplomiert mit einem Fest der Körper und der Anarchie</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 10:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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<p style="text-align: justify;">In der Tradition von Teufels Spaßguerilla steht die Performancegruppe SKART (Schröppel Karau Art Repetition Technologies). Als die beiden sich als Kapitän und Stewardess kostümiert haben, können die Spiele beginnen: Schokoküsse fliegen ins Publikum und wieder zurück auf die Bühne, es wird Wasser verspritzt und hin und wieder aus der Rolle gefallen. Eine Stunde lang verhandelt „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ deutsche Verhältnisse seit dem zweiten Weltkrieg: Von Max Schmelings Niederlage gegen Joe Lois in New York 1938 bis hin zum Diskurs um gewalttätige Jugendliche mit Migrationshintergrund, mit Zeitzeugen und Popmusik. Das ist irrsinnig, laut und lustig, Ironie und Chaos haben dabei genauso ihren Platz wie die Dekonstruktion von Geschlechterrollen und Nationalstaatlichkeit.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Skart-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7664" style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="Skart-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Skart-2-300x214.jpg" alt="" width="300" height="214" /></a>Grandios choreografiert ist der Kampf, den die beiden mit Ritterrüstung und Steinschleuder bewaffnet gegeneinander führen und der in der Zerstörung von Teilen des Bühnenbildes endet. Aus den Trümmern erstehen SKART mit Bommelhut und Kopftuch auf, Requisiten werden aus den Sägespänen am Boden gezogen. Nach minutenlangem Abspielen von Westernhagens „Freiheit“ öffnet sich die symbolische Mauer aus Tarnnetz noch einmal. Die beiden Performer mit Hang zum Exhibitionismus erscheinen in Frischhaltefolie und Theraband eingewickelt. Mit Frosch- und Entenmaske unterhalten sich Schlagersänger Roberto Blanco und Vertriebenenvertreterin Erika Steinbach über Werte und Ordnung. Die Vielstimmigkeit, schiere Masse und Lautstärke von Video, Klängen, Aussagen und auch technischen Mitteln ist erschlagend: Gartenzwerge baumeln von der Decke, Pflastersteine werden in die Waschmaschine gesteckt, Plakate mit grotesken Masken fragen: „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab‘?“ Mit auf der Bühne ist das werwolfartige Haustier (Verena Billinger) im knappen Goldbadeanzug, das vor den sechs Fernsehern Fanta trinkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegensätze werden nicht aufgelöst, sondern ausgestellt, das Motto lautet: Verständnislosigkeit statt Empathie, Unterhaltung statt Erziehung. So auch in der letzten Produktionen <a href=" http://www.youtube.com/watch?v=-n4bYMfX-k8">„Galactig Gigolo“</a> und <a href="http://vimeo.com/31590151">„Der Fischer und sein Mann“</a> als Musiktheater für Kinder in Duisburg. Im Februar zeigen sie „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ nochmals in Mülheim a. d. Ruhr, als „Versuch eines abseitig artikulierten Kommentars über ein Land, in das man durch Zufall hineingeboren wurde, zu scheitern“.</p>
<p style="text-align: justify;">Der große Coup kommt zum Schluss: Sebastian Unsinn alias MC Burger King von der Augsburger Electrocombo <a href="http://www.youtube.com/watch?v=m_ayuT-bPE4">„Bassschickeria“</a>, entsteigt in weißer Priesterrobe zum Finale, rappt mit eindringlicher Stimme und verspritzt salbungsvoll Bier, während Schröppel und Karau einen modifizierten Reichsadler herumtragen. Trotz der offensichtlichen Punk-Attitüde, die SKART vertritt, bleibt die Aussage vieldeutig. Ein Fest der Körper und der Anarchie.</p>
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		<title>Bäume, Biwaks und Bleistiftkunst von Johannes Spehr</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 08:55:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Ute Riese]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Spehr]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthalle Gießen]]></category>
		<category><![CDATA[Windeinschlag/Siedeln in den Lüften]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnungen]]></category>

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<p style="text-align: justify;">Mülltüten und Biwaks, provisorische Schlaflager aus Plastikplanen, hängen seit einigen Tagen an groben Seilen von der Decke der Gießener Kunsthalle. Am Boden liegt eine Ansammlung von groben Ästen, flankiert von schwarz-weiß Zeichnungen an den Wänden. Die Kunsthalle Gießen zeigt bis Weihnachten die Ausstellung „Windeinschlag/Siedeln in den Lüften“ von Johannes Spehr. Wer ganz nah an die unauffälligen Rahmen herantritt, wird auf Anhieb verstehen, was Spehrs Kunst bewegt – denn hinter Glas verbergen sich Bilder von Revolution und Gewalt.</p>
<p style="text-align: justify;">Johannes Spehr wurde 1965 in Schotten im Vogelsberg geboren, lebt in Frankfurt und lehrt an der Kunsthochschule Kassel. Seit kurzem hat er dort eine Professur inne, und konnte wegen einer Klassenausstellung nicht am Pressegespräch teilnehmen. Die Kuratorin Dr. Ute Riese lobte die gelungene Zusammenarbeit, würdigte die Qualität des Künstlers, die „spröde, lapidare Poetik, die bestehende gesellschaftliche Aspekte anreißt“ und die Akribie, die die Zeichnungen auch handwerklich herausragend machen. Im sich reibenden Bezug dazu stehe im Zentrum der Kunsthalle der durch Natur- und Gebrauchsmaterialien angedeutete Urwald. Eigens für die Gießener Installation hat Spehr Holz aus den umliegenden Wäldern mit dem Fahrrad antransportiert und ein Astgeflecht daraus gemacht, das bei genauerem Hinsehen an verschraubte Prothesen erinnert.</p>
<div id="attachment_7534" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag.-Siedeln-in-.jpg"><img class="size-medium wp-image-7534" title="„Windeinschlag.-Siedeln-in-" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag.-Siedeln-in--300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">„Windeinschlag/Siedeln in den Lüften“</p></div>
<p style="text-align: justify;">Darüber ist, an einem 200 Meter Seil und einigen Haken, das Netz der Biwaks geknüpft, das über den Köpfen in der Luft hängt. Motivisch ist dieser „imaginierte Zufluchtsorte“ auch in der Darstellung der umherziehenden Berber auf den klein- und mittelformatigen Werken an den Wänden wiederzufinden. Die monochromen, exakten Zeichnungen und Aquarelle sind entweder Bildergeschichten oder düstere Szenerien, in denen Umbruchsituationen und Wandlungsprozesse dargestellt werden. Häufig sind auch Figuren zu sehen, die im Büro arbeiten oder absurde Tätigkeiten verrichten. Dazwischen finden sich überraschend Gewaltszenen oder düstere Revolutionsszenarien.</p>
<div id="attachment_7533" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag..-Siedeln-in.jpg"><img class="size-medium wp-image-7533" title="„Windeinschlag..-Siedeln-in" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag..-Siedeln-in-300x161.jpg" alt="" width="300" height="161" /></a><p class="wp-caption-text">Zeichnung aus der Ausstellung</p></div>
<p style="text-align: justify;">Johannes Spehr entstammt Beuys‘ Enkelgeneration, die politische und soziologische Initiative in die Kunst integrieren und auch in begehbaren Installationen umsetzen. Dabei spannt er auch in Gießen den Bogen von Comic bis Arte Povera.</p>
<p style="text-align: justify;">„Windeinschlag/Siedeln in den Lüften“ eröffnet am heutigen Samstag (8. Oktober 2011) um 18 Uhr in Anwesenheit von Johannes Spehr. Das Begleitprogramm besteht neben einer Führung der Kuratorin am 6. November 2011 aus speziellen Angeboten für Senioren, Familien und Gehörlose.  Neu ist außerdem eine Reihe mit dem Titel „Prominent geführt“. Als erster Promi wird Prof. Dr. Claus Leggewie am 11. Dezember 2011 seine Gedanken zu Spehr preisgeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Ausstellung ist bis 23. Dezember zu erleben: Dienstag bis Sonntag 10.30 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen <a href="http://www.kunsthalle-giessen.de/Raumansichten.html">www.kunsthalle-giessen.de</a>.</p>
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		<title>Mit spitzer Zunge gezeichnet</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 20:07:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kabarett/Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Caricatura Museum Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Cartoons]]></category>
		<category><![CDATA[Den Rest können sie sich denken!]]></category>
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		<category><![CDATA[Neue Frankfurter Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Albrecht Beutelsbacher]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Fritz Weigle]]></category>
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		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

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<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.fw-bernstein.de/?bilder">F. W. Bernstein</a> Ausstellung „Den Rest können sie sich denken!“ ist am vergangenen Freitag im Mathematikum eröffnet worden. Seit 1994 ist es nunmehr die achte Sonderausstellung im Zahlenkundemuseum, die sich künstlerischer Produktion widmet. Zu sehen sind Cartoons, Karikaturen und Bildgeschichten vom Zeichner und Lyriker Prof. Fritz Weigle (geb. 1938) alias F. W. Bernstein.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer die „Titanic“ kennt, kennt sicher diesen Namen. Seit den 1960er Jahren inspiriert F. W. Bernstein mit seiner komischen Kunst und Satire eine ganze Generation junger Zeichner. Gemeinsam mit Robert Gernhardt gab der zeichnende Störenfried der „Neuen Frankfurter Schule“ ihren satirischen Anstrich.</p>
<p style="text-align: justify;">Leiter des Mathematikums Prof. Albrecht Beutelsbacher zeigte sich während seines Vernissage-Grußwortes erfreut, dass nun vierzig „Schätze“ den Besucher_Innen präsentiert werden können. Die direkte Verbindung von Mathematik und Bernsteins Kunst sei die Darstellung der „konkreten“ Gegenständlichkeit in „abstrakter“ Form, analysierte der Gießener Mathematiker.</p>
<div id="attachment_7490" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Bernstein-im-Mathematikum.jpg"><img class="size-medium wp-image-7490" title="Bernstein-im-Mathematikum" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Bernstein-im-Mathematikum-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">40 Zeichnungen stellt das Mathematikum aus</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die eigentliche Überraschung des Abends war Laudator Leo Fischer, Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“. Nicht so sehr, dass er da war – dies war bereits dem Programm zu entnehmen, sondern wie er da war. In seiner Eröffnungswort-Parodie lobte er in unnachahmlicher Form seinen guten Freund Bernstein. Trotz „kleinerer Schwächen im Detail“ benotete er den „Wert der künstlerischen Arbeit“ mit „2+“. Dem emeritierten „Karikatur-Professor“ habe die „Titanic“ viel zu verdanken und nun wolle er mit seiner „zu langen und sachlich falschen“ Einführung dem „Altvorderen einen Klaps“ auf die Schulter geben. Dazu gehöre auch F. W. Bernsteins „körperliche Vorzüge“ zu rühmen und „Klatschgeschichten“ zu erzählen. Während ein Lächeln sein Gesicht umspielte, hob er hervor, dass die Kunst Bernsteins darin bestehe „fragil wie Espenlaub“ zu sein und „wo andere mit dem Hammer draufhauen, sind bei F. W. Bernstein Luftblasen“.</p>
<div id="attachment_7491" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/F.-W.-Bernstein-und-Leo-Fis.jpg"><img class="size-medium wp-image-7491" title="F.-W.-Bernstein-und-Leo-Fis" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/F.-W.-Bernstein-und-Leo-Fis-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">F.W. Bernstein und Leo Fischer</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nach dem stark bejubelten Leo Fischer bedankte sich F. W. Bernstein erwartungsgemäß in seiner anschließenden Dankesrede, nicht ohne zunächst sich nach dem Zwischenstand im Frankfurter Waldstadion zu erkundigen. Davon sichtlich begeistert, freute er sich auch, dass seine Zeichnungen, die dem Archiv des <a href="http://www.caricatura-museum.de/">Caricatura Museum Frankfurt</a> entnommen wurden, als „Dekoration“ zwischen mathematischen Exponaten Platz gefunden haben, obwohl ihnen dadurch gehörig die „Show“ gestohlen wird.</p>
<div id="attachment_7493" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Leo-Fischer.jpg"><img class="size-medium wp-image-7493" title="Leo-Fischer" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Leo-Fischer-300x204.jpg" alt="" width="300" height="204" /></a><p class="wp-caption-text">Chefredakteur der &quot;Titanic&quot; Leo Fischer führte in das Werk ein</p></div>
<p style="text-align: justify;">Bernsteins komische Kunstwelt ist vielfältig, viele Arbeiten sind eher gezeichnete Essays. „Cartoons, Karikaturen und Bildgeschichten“ nennt das Mathematikum ihre Sammlung. Denn in der Tat entzieht sich die große Zahl der Blätter dem Karikatur-Genre. Anspielungsreiche Zeichnungen sind es, teilweise koloriert, mit bildimmanenten Texten und Verweise auf den vergangenen und heutigen Zeitgeist. Um diesen Geist zu entdecken, braucht man schon etwas Zeit – es lohnt sich, sich diese zu nehmen. Zu sehen ist raffinierte Kunst von einem scharfsinnigen Intellektuellen mit gesellschaftskritischem Engagment. „Den Rest können sie sich denken!“ hängt noch bis zum 20. November im Mathematikum und am 25. Oktober liest dort F. W. Bernstein seine Lyrik live.</p>
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		<title>Neues aus der JVA Butzbach. Künstler hinter Gittern zeigen was sie können</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 17:54:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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<div id="attachment_7428" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Blick-in-die-Ausstellung-2.jpg"><img class="size-medium wp-image-7428" title="Blick-in-die-Ausstellung-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Blick-in-die-Ausstellung-2-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Plastiken der Häftlinge</p></div>
<p style="text-align: justify;">Bereits zwei Jubiläumsausstellungen zum Projekt „Kunst im Strafvollzug“ hat es in Gießen gegeben: 2001 zum zwanzigsten und fünf Jahre später zum 25-jährigen Bestehen. Unter der Überschrift „Kunst im Knast“ wurde in den Räumen des KiZ (Kultur im Zentrum) am vergangenen Donnerstagabend (15. September 2011) eine Ausstellung zum 30. Geburtstags des Gefängnis-Kunstprojekts eröffnet. Zu der Vernissage kam eigens der Justizminister Jörg-Uwe Hahn aus Wiesbaden. Außerdem gehörte die Kulturdezernentin und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz zu den Ehrengästen. Das Projekt, das seit 3 Jahrzehnten in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Butzbach besteht, wurde durch Jörg Peter Linke, Leiter der Einrichtung, sowie der Projektleiterin Regina Börke vertreten. Auch Projektteilnehmer bzw. ehemalige Häftlinge, die jedoch anonym blieben, waren unter den Gästen. Die Redebeiträge zu der Eröffnungsfeier begannen mit 20-minütiger Verspätung und zunächst ohne den Justizminister, weil dieser aus Wiesbaden kommend im Berufsverkehr stecken blieb.</p>
<div id="attachment_7430" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Handschuh.jpg"><img class="size-medium wp-image-7430" title="Handschuh" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Handschuh-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">O.T., R. Ziegler, Farbstiftzeichnung, DinA2, 2009</p></div>
<p style="text-align: justify;">Endlich da, betonte Jörg-Uwe Hahn, nun als letzter Redner, dass die Wichtigkeit kunstbezogener Resozialisierungsangebote kaum mehr in Frage stehe, und heute im Bereich Sport und Freizeit in den Haftanstalten verankert sei. Den möglichen Eindruck entgegentretend, die kunstpädagogischen Aktivitäten seien zur Zerstreuung der Häftling da, unterstrich der Minister die positiven Effekte die durch solcherlei Programme zur „Wiedereingliederung ins soziale Umfeld“ entstehen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Vordem hatte sich Haftanstaltsleiter Jörg Peter Linke in seine einleitenden Worten „außerordentlich beeindruckt“ angesichts der „Vielzahl der Gäste“ gezeigt. Und Dietlind Grabe-Bolz führte in ihrer Rede das hohe Publikumsinteresse auf die Anziehungskraft des ungewöhnlichen Kunstprojekts zurück, denn schließlich bringe „man nicht unbedingt Kunst und Knast miteinander in Verbindung“. Sie unterstrich außerdem, dass seit der Pilotphase im Jahre 1981 eine enge „personelle, wie inhaltliche“ Verbindung zu Gießener Bürgern bestehe. Hinweisend auf Prof. Hermann K. Ehmer von der Justus-Liebig-Universität, der das Projekt konzipiert hatte, würdigte sie die heute überwiegend ehrenamtliche Arbeit. Ausgebildete Kunstpädagogen, aber vor allem auch Studierende begleiteten seit 1981 kontinuierlich Insassengruppen aus der JVA, und zeigen damit „gesellschaftliches Engagement“.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Kunstprojekt-Leiterin Regina Börke erinnerte in ihrer gehaltvollen Einführung daran, dass es ein Insassenvertreter selbst war, der sich seinerzeit an den Gießener Professor wandte, und nach einem kunstpädagogischen Angebot fragte. Zur prägenden Leitidee des Kunstprojekts gehört seither, mithilfe der ästhetischen Praxis die kreativen Potentiale der Häftlinge zu fördern und erlebbar zu machen, um über eine „sinnvolle Freizeitgestaltung“ Selbstbefragungen zu initialisieren und zur Reflexion anzuregen. Zudem soll der Radius zur „Selbstdarstellung und Selbsterfahrung“ durch die künstlerische Gestaltung vergrößert werden.</p>
<div id="attachment_7429" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Hahn_Grabe-Bolz.jpg"><img class="size-medium wp-image-7429" title="Hahn_Grabe-Bolz" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Hahn_Grabe-Bolz-300x211.jpg" alt="" width="300" height="211" /></a><p class="wp-caption-text">Gaben sich die Ehre: Minister Jörg-Uwe Hahn; Dietlind Grabe-Bolz</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die derzeitige Ausstellung zeigt welche kaleidoskopische Gestaltungsvielfalt dies konkret nach sich ziehen kann: Zeichnungen mit Farbstift und Kuli, Acrylfarbe auf Leinwand, figürliche Plastiken, Video und fotographische Kunstwerke sind im KiZ versammelt. Neben Szenen und Beobachtungen aus dem Knastalltag (etwa Zellen-Ausschnitte, (teils imaginierte) Blicke aus Fenstern, Häftlinge bei ihrer handwerklichen Tätigkeit) sind es vor allem Arbeiten die das Innenleben zum Ausdruck bringen (Familienzeichnungen, Selbstportraits) – Anrührend, berührend und manchmal auch irritierend. Neben den freien Gestaltungen nehmen thematisch gerahmte Aufgaben (z.B. „Ich und andere“, „Doppelportraits“), die auch in Gruppen- und Partnerarbeit entstehen, einen großen Raum ein.</p>
<div id="attachment_7431" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Vernissage.jpg"><img class="size-medium wp-image-7431" title="Vernissage" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Vernissage-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Viele Vernissage-Besucher</p></div>
<p style="text-align: justify;">Über die praktische Arbeit in der JVA Butzbach informiert zudem ein reichbebildeter Katalog „Kunst im Knast 3“, der von der Gefangenenhilfe Butzbach e.V. herausgeben und finanziert wird. Es lohnt sich, den Katalog zu erwerben. Er gibt nicht nur dank des Beitrags von Prof. Marcel Baumgartner (Kunsthistoriker JLU) eine Einführung zum Thema „Knast und Kunst“, sondern schildert sehr direkt die Projekte vor Ort. Zudem sind Kommentare von Häftlingen abgedruckt, die die seelischen Befindlichkeiten dem Leser vor Augen führen können, wie etwa folgender Auszug aus den Notizen von Volker Engel:</p>
<p style="text-align: justify;">„Beim Zeichnen fühle ich mich meinem Sohn auch hier in der Haft wesentlich näher. Außerdem gibt es mir eine gewisse Ruhe und die Möglichkeit, meine eigene Kreativität zu entdecken.“</p>
<p style="text-align: justify;">Ansehen kann man sich die Ausstellung noch bis zum 30. Oktober 2011 im KiZ.</p>
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		<title>Die Welt auf drei Zeilen gezoomt</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 06:10:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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<p style="text-align: justify;">Als Begleitprogramm zur Ausstellung <a href="http://www.ausgehzwang.de/2011/07/18/hiroyuki-masuyama-zeigt-in-der-giesener-kunsthalle-blumen-und-das-universum/">„1000 Blumen“ von Hiroyuki Masuyama</a> gab es am Sonntagabend (11. September) einen  in japanischer Tradition stehenden „Haiku“-Abend in der <a href="http://www.kunsthalle-giessen.de/Kunsthalle%20Start.html">Kunsthalle Gießen</a>. So kam auch in die Lahnstadt was mittlerweile Menschen globusweit in Haiku-Treffen miteinander teilen: 3-Zeilen-Gedichte.</p>
<p style="text-align: justify;">In ihrer Begrüßungsansprache bekannte sich die leitende Kuratorin Frau Dr. Ute Riese zu ihrer Haiku-Leidenschaft und freute sich, dass nun ein von ihr lang gehegter Wunsch nämlich ein Haiku-Treffen auszurichten, endlich Wirklichkeit wird. Das Haiku (gesprochen Hai / ku) ist eine im japanischen Sprachraum verwurzelte Gedichtform, die zu den kürzesten Exemplaren ihrer Gattung zählt und durch eine Reihe von Konstruktionsregeln gekennzeichnet ist. Charakteristisch ist ein dreizeiliger Aufbau mit einem 5-7-5 Silbenrhythmus. Hält man sich streng an die Konvention bezieht sich die erste Zeile auf eine Jahreszeit, entweder durch ein Zeitwortnennung oder eine entsprechendes Symbol oder Allegorie. Die zwei folgenden Zeilen sind den Schilderungen eines konkreten Bildes oder Natureindrucks vorbehalten, die in einer überraschenden Wendung gipfelt. Die jahrhundertealte Tradition lebt heute weltweit in geselligen Haiku-Treffen, bei denen zusammen gedichtet wird, fort.</p>
<div id="attachment_7387" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Haiku-Abend.jpg"><img class="size-medium wp-image-7387 " title="Haiku-Abend" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Haiku-Abend-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Haiku-Treffen im abendlichen Halbkreis</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die inspirierende Wirkung eines solchen Wort-Happenings war am Sonntagabend in der Kunsthalle mit Händen zu greifen. Der professionelle Sprecher und Fernseh-Redakteur <a href="http://www.danielkopp.de/Danielkopp.de/Stimme.html">Daniel Kopp</a> sorgte mit seiner freundlichen Moderation für eine respektvolle Atmosphäre. Nach einer knappen kulturhistorischen Einordnung und der Skizze der literaturtheoretischen Spezifika, stellte Daniel Kopp ausgewählte Haiku vor und bestärkte die Besucher, sich selbst einmal kreativ darin auszuprobieren. Bei einer Tasse Grünem Tee, die von Kunsthallen-Mitarbeiterinnen ausgeschenkt wurde, vertiefte sich schnell Einjede(r) ins Dichten.</p>
<p style="text-align: justify;">40 Haiku kamen so innerhalb von einer knappen halben Stunde zusammen. Daniel Kopp trug sie alle mit viel Einfühlungsvermögen und mit samtweicher, wohlakzentuierender Stimme vor. Ab dieser Woche können auf der Homepage der Kunsthalle Gießen alle Haiku nachgelesen werden. Darunter auch folgender (nicht ganz mustergültiger) Versuch des hier schreibenden Autors:</p>
<p style="text-align: justify;">Englisches Wetter<br />
Es gießt hinab in Strömen<br />
Ich sitzt vor 1000-Blumen.</p>
<p style="text-align: justify;">Arigato!</p>
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		<title>Wie ein Ei dem anderen &#8211; Müdigkeit am Seriellen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 14:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7291" class="wp-caption alignleft" style="width: 298px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Spiegeleier.jpg"><img class="size-medium wp-image-7291" title="Spiegeleier" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Spiegeleier-288x300.jpg" alt="&quot;Spiegeleier&quot; von Birgit Gigler" width="288" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Spiegeleier&quot; von Birgit Gigler</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die Gruppen-Ausstellung „Du willst es doch auch …“ in der <a href="http://www.atelier23-giessen.de/ausstellungen.php">Galerie am Bahndamm</a> zeigt auffällig Verdruss am Uniformen. Die von der Lebenshilfe Gießen betriebene Galerie beherbergt derzeit 9 Künstler_Innen aus 4 Ateliers (Köln, Hamburg, Berlin, Gießen) mit ihren artifiziellen Gebilden und Gemälden, die alle auf die letzten Jahre datiert sind.</p>
<p style="text-align: justify;">An prominenter Stelle hängt Malu Thörens (<a href="http://www.blaumeier.de" target="_blank">Blaumeier-Atelier</a>) „Mal den Bückling“. Mit dickem Farbauftrag hat sie auf der Leinwand doppelreihig 50 Bücklinge ordentlich aufgereiht. Nicht nur ein offenkundiger Fingerzeig auf die industrielle Fertigung unserer Nahrung, sondern auch an die Eintönigkeit unseres kulinarischen Alltags (Man denke etwa nur an den Mittagstisch). Auch Marina Sonnenbergs „Kinderwagen“ &#8211; aus Zaundraht gedrehte Kindervehikel-Abstraktionen &#8211; machen auf die Macht der Gewohnheit aufmerksam. Wie ein Gefängnis des Normalen umspannen sie bereits den Säugling mit guten Ratschlägen und liebender Fürsorge der Eltern und Verwandten.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_7290" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Kinderwagen-und-B%C3%BCcklinge.jpg"><img class="size-medium wp-image-7290" title="Kinderwagen-und-Bücklinge" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Kinderwagen-und-B%C3%BCcklinge-300x223.jpg" alt="" width="300" height="223" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">&#8220;Kinderwagen&#8221; von Marina Sonnenberg; &#8220;Mal den Bückling&#8221; von Malu Thören</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Was daraus werden kann, hat Johannes Dechau (<a href="http://www.schlumper.de" target="_blank">Die Schlumper</a>) mit seinem mehrblättrigen Collagenzyklus „Lady Luck“ als sinnentleerten Biopic mit unterschiedlichen Materialien zusammengebastelt. Eine weibliche Identitäts-Hybride, die im erzählenden Gestus der Comic-Art, ihre körperlichen Reize zur Schau stellt, macht mal im Kloster oder vor einem Eroscenter rum – hilfloses Selbstmarketing.</p>
<div id="attachment_7289" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Galerei-am-Bahndamm.jpg"><img class="size-medium wp-image-7289" title="Galerei-am-Bahndamm" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/09/Galerei-am-Bahndamm-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Du willst es doch auch ...&quot; in der Galerie am Bahndamm</p></div>
<p style="text-align: justify;">In ähnliche Richtungen weisen die Arbeiten von Anna Rossa (<a href="http://www.gwk-koeln.de/GWK-Arbeit/arbeiten-leistungen/prod-kunstwerkstatt-allerhand2.php">Kreative Werkstatt Allerhand</a>) und Rabka Mehr. Sie verbindet ihr provokativer Kommentar auf den Shopping-Glamour, den sie ins Werk setzen: Bei Rossas „Hugo Boss“, „Gucci“ und „Vogue“ posieren geschlechtslose Figurinen mit eckigen Mündern, grellfarbig neben schwarzen Flächen von Nichts, die sie zu verschlingen drohen. Die Münder sind zur Aufnahme geöffnet und warten auf den nächsten Modetrend, den sie sich einverleiben können. In Rabka Mehrs (Die Schlumper) „Douglas“ und „Kaufhof“ sind Konsumprodukte auf Packpapier gemalt. Mit unprätentiöser Schwarz/Weiß-Wasserkasten-Färbung macht sie auf die reizlose Warenwelt aufmerksam.</p>
<p style="text-align: justify;">Ausdrucksstark sind auch die vier „Spiegeleier“ von Birgit Gigler (Atelier23) die sich zwar nicht mehr wie ein Ei dem Anderen gleichen, sich aber irgendwie doch und immer noch ungemein ähnlich sehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Gästebuch steht „schöne und witzige Bilder“ – stimmt. Zu ergänze wäre nur noch: gehaltvoll. Sehenswert!</p>
<p style="text-align: justify;">19. AUGUST &#8211; 19. NOVEMBER<br />
GALERIE AM BAHNDAMM<br />
LUDWIGSTRASSE 51, GIESSEN</p>
<p style="text-align: justify;">Öffnungszeiten:<br />
Do, Fr : 16 &#8211; 19 Uhr<br />
Sa: 13 &#8211; 16 Uhr</p>
<p style="text-align: justify;">
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		<title>Stadttheater Gießen kraftvoll in die Spielzeit gestartet. Ein Fest für alle Sinne.</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 11:37:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marko Karo</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Steinbock]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="display:none"><a href="http://1plugin.com/galleries/arai" title="Slideshow">Slideshow</a></h2><div id="attachment_7230" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Perspektivwechsel.jpg"><img class="size-medium wp-image-7230" title="Perspektivwechsel" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Perspektivwechsel-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Perspektivenwechsel</p></div>
<p style="text-align: justify;">Mehr Theater geht kaum. Das Stadttheater Gießen präsentierte zum Saisonauftakt sich selbst am alljährlichen Tag der offenen Tür. Unter dem Motto „GERADEaus in die neue Spielzeit“ wurden am vergangenen Sonntag (21. August) nicht nur Werkstatt- und Bürotüren weit geöffnet, sondern ein ganztägiges Programm gab einen Vorgeschmack auf die Spielzeit 2011/12 . Daneben gab es die übliche Theaterralley, den Kostümflohmarkt und die Technikshow auf der Bühne. Erstmalig gab es eine Diskussionsrunde, in der die neuen Ensemblemitglieder vorgestellt wurden und eine Ausstellung von Bühnentechnikmodellen mit dem Titel „Wie am Schnürchen“, an denen Bühnenmeister Ingo Blaschke die technischen Anlagen des Großen Hauses erklärte. Außerdem hatte die Musikschule Gießen für Kinder einen Klangparcours vorbereitet. Der 10. Tag der offenen Tür war wieder einmal ein Fest für alle Sinne – auch wenn wetterbedingt die Freiluft-Veranstaltungen ins Thatergebäude verlegt werden mussten.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem musikalischen Auftakt durch das Philharmonische Orchester, der mit der Ouvertüre von Rossinis „Wilhelm Tell“ endete, betonte eine gutgelaunte Intendantin Cathérine Miville in ihrem Grußwort, dass es erneut ein „Gießener Spielplan“ sei, für den alle Ensemble werben wollen. Zudem ermunterte sie das Publikum, sich neugierig auch in die „entlegenen Winkel“ des Theaters zu begeben, um „ihr Stadttheater“ richtig kennen zu lernen. Außerdem freute sie sich, dass durch das parallel stattfindende Stadtfest, es möglich sei, ganz unaufdringlich mit Publikumskreisen in Beziehung zu treten, die bisher eher theaterfern wären.</p>
<div id="attachment_7231" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Schauspiel-im-Gleichschritt.jpg"><img class="size-medium wp-image-7231" title="Schauspiel-im-Gleichschritt" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Schauspiel-im-Gleichschritt-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a><p class="wp-caption-text">Spielplanpräsentation im Gleichschritt: Das Schauspielensemble</p></div>
<p style="text-align: justify;">Anschließend präsentierte Musikdramaturg Christian Steinbock bekannt lässig und in wissensreicher Kürze den Spielplan des Musiktheaters der Spielzeit, die mit „Gerade“ überschrieben ist. Zum Pflichttermin aller Kunst- und Kulturfreunde wird die Eröffnungspremiere „La Boheme“ von Opernzar Puccini am 3. September 2011. Weiterhin im Programm ist die in der vergangenen Saison siebenmal restlos ausverkaufte „Hochzeit des Figaro“. Aufsehenerregen wird sicher auch die Oper „Alessandro Stradella“ von Friedrich von Flotow, dessen 200. Geburtstag dieses Jahr gefeiert wird. Mit ihr wird eine hochromantische Oper auf die Bühne gebracht, die ohne Zweifel auch überregional Aufmerksamkeit finden kann. Die Premiere ist für den 28. Januar 2012 geplant. Als letzte Musiktheater-Produktion wird ab 12. Mai 2012 „Lulu“ von Alban Berg uraufgeführt. Eine mutige Vielfalt also.</p>
<p style="text-align: justify;">Nicht minder vielfältig war es auch ab 12 Uhr im Theater-Foyer. Das dort stattfindende, halbstündig wechselnde Programm reichte von Salonmusik über die One-Man-Show von Schauspieler Rainer Hustedt mit seinem „Masochisten-Tango“ bis zu dem Gesangsquartett der „Schmachtigallen“.</p>
<div id="attachment_7232" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Kost%C3%BCmflohmarkt.jpg"><img class="size-medium wp-image-7232" title="Kostümflohmarkt" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Kost%C3%BCmflohmarkt-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Shopping im Hinterhof: Kostümflohmarkt</p></div>
<p style="text-align: justify;">In einer 20-minütigen Spielplanrevue brachte das Schauspielensemble alle Stücke der Spielzeit im Blitztempo hintereinander auf die Bühne. Ambitioniertes Gegenwartstheater hat der Schauspieldramaturg Matthias Schubert für 11/12 zusammengestellt. Abgesehen von „Arsen und Spitzenhäubchen“ wird wohl das gefälligste „Prinz Friedrich von Homburg“ von Kleist sein. Mit „Die fetten Jahre sind vorbei“, „Hysterikon“ und Ibsens „Volksfeind“ sind vor allem Stücke darunter, die aufwühlend unser Selbstverständnis destruieren. Auf der Studiobühne (TiL) bleiben mit „The Kraut“ und „Die Wanze“ Publikumsmagneten im Programm. Und im Kinder- und Jugendtheater wird es fünf Neuproduktionen für unterschiedliche Altersgruppen geben. Freuen darf man sich auch, auf insgesamt vier Tanzchoreographien der Tanzcompagnie Gießen. Los geht es am 8. Oktober 2011 mit dem Stück von Tanzdirektor Tarek Assam „Galileo meets Kopernikus“.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum großen Finale des Tages gab es traditionell das Abschlußkonzert mit dem Philharmonischen Orchester und dem Jugend-Orchester der Musikschulen Butzbach und Gießen. Beim Dirigier-Wettbewerb konnten zwei Laien den Taktstock für Brahms „Ungarischer Tanz“ schwingen. Ganz zum Schluss, war dann wieder die Zeit gekommen, um mit Martin Gärtner ein gemeinsames Lied einzustudieren, dass vom Publikum mit Begeisterung mitgesungen und von Orchester pflichtbewusst begleitet wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Allseits glückliche Gesichter waren zu sehen, als das Stadttheater Gießen kurz nach 17 Uhr seine Pforten wieder schloss.</p>
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		<title>Outdoor-„Woyzeck“. Theatrales Abenteuer mit Gegenverkehr</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 05:27:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7192" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild-6-Woyzeck-t%C3%B6tet-Marie-.jpg"><img class="size-medium wp-image-7192  " title="Bild-6-Woyzeck-tötet-Marie-" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild-6-Woyzeck-t%C3%B6tet-Marie--225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Woyzeck erdrosselt Marie (c) Marialena Marouda</p></div>
<p style="text-align: justify;">AUF DER LAHN. Der Regengott hatte erbarmen: Pünktlich zur zweiten Vorstellung von „Die Straße der Stummen Bilder“ legte der Dauerregen am vergangenen Freitag (12. August) um 19 Uhr eine Pause ein. Etwa 40 Zuschauer hatten sich für die zweite Runde am Lahnufer bei der Gießener &#8220;Marinestube&#8221; eingefunden, um sich im Kanu zu dritt oder im 10er-Schlammbeißer-Boot eine originelle Inszenierung von Büchners „Woyzeck&#8221; zu erpaddeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Angekündigt als „Klanginstallation auf der Lahn“, war der Outdoor-Theaterabend, organisiert von der „<a href="http://www.tangorevue.de/programm/klanginstallation/index.htm" target="_blank">Blauen Laterne</a>“, vor allem durch das außergewöhnliche Ambiente und das intensive Spiel der Darsteller geprägt &#8211; die Hauptrolle war allerdings der Lahn selbst vorbehalten. Die Regisseurin Dagmar Titsch hatte an den Uferseiten Fragmente aus Büchners Drama zu sechs szenischen Bildern eingerichtet. Das Publikum war mit eigener Muskelkraft aufgefordert, die Stationen anzufahren und das Geschehen zwischen Bäumen und Gräsern vom Wasser zu beobachten.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_7191" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild-3-Woyzeck-und-Doktor-.jpg"><img class="size-medium wp-image-7191  " title="Bild-3-Woyzeck-und-Doktor--" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild-3-Woyzeck-und-Doktor--300x227.jpg" alt="" width="300" height="227" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Woyzeck und sein Doktor (c) Marialena Marouda</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Die Geschichte des einfachen Soldaten Woyzeck, der von Wahnvorstellungen heimgesucht und von seiner Umwelt schikaniert am Rande der Gesellschaft lebt, wurde in diesen wenigen atmosphärisch dichten Szenen eindrücklich erzählt. Dabei verzichtete Dagmar Titsch auf das gesprochene Wort und setzte ganz auf die Expressivität der Darstellung und die Kraft der Musik. Die Klangkompositionen (Jörn Boldt) verknüpften oft die verschiedenen Spielorte und verbanden so musikalisch die Darbietungen. In einem Faltblatt zur Inszenierung konnte zudem die Handlung nachvollzogen und nachgelesen werden.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_7190" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild-1-Woyzeck-und-Andres-.jpg"><img class="size-medium wp-image-7190" title="Bild-1-Woyzeck-und-Andres--" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/08/Bild-1-Woyzeck-und-Andres--300x281.jpg" alt="" width="300" height="281" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Woyzeck und Andres (c) Marialena Marouda</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">An den Stationen traf der Zuschauer auf insgesamt drei verschiedene Woyzeck-Interpreten und drei Marien, wobei jeder Darsteller die literarische Figur auf seine Weise mit Leben erfüllte. Das Aufbrechen der Einheit von Schauspieler und Figur ermöglichte so einen ganz persönlichen Blick auf das Stück. Ein historisch anmutendes Kostüm, das entscheidende Requisit, beleuchtet von einem einzigen Scheinwerfer und fertig war die Szenerie: Mit sparsamsten Mitteln auf der einen und einem Reichtum in der Figurenzeichnung auf der andern Seite, zog die Inszenierung die Betrachter in ihren Bann. Zwar handelte es sich nicht um professionelle Schauspieler, doch gerade weil die Darsteller nicht hinter ihrer Figur verschwanden, wurde aus Woyzeck ein Mensch wie du und ich, dessen Schicksal berührte. Schade, dass die Regie derart auf Effekte setzte, auch bei der Musik, – derer hätte es nicht bedurft.</p>
<p style="text-align: justify;">Die große Spielfreude aller und das Gemeinschaftserlebnis auf dem Wasser machten „Die Straße der Stummen Bilder“ zu einem kleinen, charmanten Abenteuer – vor allem bei Gegenverkehr. Außerdem bot sich so nicht zuletzt die Gelegenheit, ein auf dem Landweg unzugängliches Lahnufer zu entdecken. Beim Zurückpaddeln durch die idyllische Naturkulisse, konnte man dann die Geschichte noch einmal in umgekehrter Reihenfolge am Wasserfahrzeug vorbeiziehen lassen. Von dem verdienten Applaus gab es bereits nach jeder einzelnen Darbietung reichlich.</p>
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