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	<title>Ausgehzwang &#187; Fiona Sara Schmidt</title>
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		<title>rauschhaus III – Begehbar und auch ohne Plan mittendrin</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 21:28:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus_3_2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7711" style="margin: 12px;" title="Rauschhaus_3_2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus_3_2-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" /></a>Im Flur des „rauschhaus (3)“ in der Ludwigstraße 19 in Gießen streiten sich in einer Soundinstallation zwei Stimmen darüber, ob alles zu Rausch werden muss oder zu Ordnung. Die Tonspuren überlagern sich und es ist klar, dass hier beides stimmt. Ein unheimlicher „Friedhof der Kuscheltiere“ sorgt beim Ankommen für Irritation, im zweiten Stock entsteht eine U-Bahn für Gießen, in einem Raum läuft Werner Herzogs Film „Auch Zwerge fangen klein an“. Zwischen den teilnehmenden Künstler_innen und dem Publikum entstehen unvorhergesehene Begegnungen und Gespräche, das unterscheidet das rauschhaus von anderen Ausstellungen.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Eingang des begehbaren Gesamtkunstwerks war am Montag (21. November 2011) eine Diashow mit Bildern des Hauses vor dem Einzug zu sehen. Die ehemalige Nutzung als Verwaltungsgebäude der Uni, ist nur noch an den Aktenschränken aus Metall zu erkennen. Unten an einer Bar zwischen gemütlichen Sitzgruppen legte DJ Erik Meyer am Plattenspieler „Rauschhouse“ auf. Im ersten Stock malte Andreas Eickenroth auf dem Boden an einem großformatigen Bild, ein anderer Raum ist bereits mit einer bedrückenden Installation ausgestattet. So entsteht auch ohne Plan Etwas.</p>
<p style="text-align: justify;">„Eine kindliche, freudige Erregung“ verspürte Künstler und Mitorganisator Till Korfhage bei der Aussicht auf fast zwei Wochen „rauschhaus“. Nachdem die temporäre und interdisziplinäre Arbeits- und Ausstellungsgesellschaft in den vergangenen zwei Jahren in der Dulles-Siedlung in der Grünberger Straße eher im Hintergrund agierte, ist nun ein neues Haus gefunden: Die Künstler_innen malen, werkeln und diskutieren noch bis zum 4. Dezember in der Ludwigstraße 19. Knapp zwei Wochen lang werden sie den Altbau „wüst und wirr beleben und ein ekstatisches Chaos zelebrieren“.</p>
<p style="text-align: justify;">Gastkünstler Daniel Horvat, Thrash-Metal-Fan der ersten Stunde, berichtet etwa über seine Erfindung des Thrash-Painting, die ihm beim aggressiven Malen entstanden ist. Im Erdgeschoss sind seine neuen morbiden, expressiven Bilder zu sehen. Till Korfhage hat eine Rauminstallation mit Video, Spiegeln und Plastikfolie geschaffen, ein Kontrast zwischen Kanten und weichen Formen. Fence zeigt einen ganz anderen Raum mit grafischen, dreidimensionalen Elementen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus-3_1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7710" style="margin: 12px;" title="Rauschhaus-3_1" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Rauschhaus-3_1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Initiatorin Julia Blawert zeigt sich zufrieden über den bisherigen Projektverlauf: Die Aufführungssituation nach einer so kurzen Arbeitsphase sorgten bei den Künstler_innen zwar auch für Druck, aber die Auseinandersetzung mit dem Publikum hat auch die Arbeit bestätigt. Und Jennifer Sprodowsky ergänzt: „Wir sind noch mittendrin, aber die Idee geht auf!“ Nach einer wilden Party am Freitag und geschlossenen Türen am Samstag begann die zweite Woche von rauschhaus III mit Spiel und Spaß statt Reflexion: Michael Bloeck bot mit „Be poet“ am Sonntagnachmittag Poesie, anschließend wurde um das Straßenkarree mit Wasserpistolen „Assassin – a game“ gespielt. Danach präsentierte der Gitarrist Djitó alias Daniel Schmidt seine folkigen Songs.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim ersten Mal „rauschhaus“ ging es nur um die Kraft des Rausches, im vergangenen Jahr dann reflektierter um den Wert der Kunst. Die dritte Auflage soll nun eine Synthese schaffen und gliedert sich in mehrere Phasen: Die beteiligten Künstler_innen arbeiteten meist mit offenen Türen wild drauflos, bis es dann am Freitagabend (25. November 2011) eine erste Ausstellung zu sehen gab – ein öffentliches „Fest der Sinne“. Die gewollte Katerstimmung sollte als produktives Stimulans wirken, eine programmierte Leerstelle im vorbeifließenden Rausch. Mehr als eine Atempause konnte dies nicht sein: am 3. Dezember ist schließlich die abschließende Ausstellung geplant.</p>
<p style="text-align: justify;">Organisiert, konzipiert und durchgeführt wird das Projekt von Julia Blawert, Mona Wolf, Jennifer Sprodowsky, Florian Seel, Lena Theis und Till Korfhage. Förderung kommt vom Kulturfonds Gießen-Wetzlar, dem Kulturamt der Stadt Gießen, der Hessischen Theaterakademie und dem AstA der JLU Gießen. Neben Musikdarbietungen finden ein Filmabend, Gespräche, Performances und Diskussionen statt. Rauschhaus III ist bis zum 4. Dezember in der Ludwigstraße 19 zu Gast. Am 3. Dezember gibt es ab 20 Uhr eine Ausstellung von und mit 32 Künstler_innen und 21 Projekten. Informationen und Termine sind auf folgender Website abzurufen: <a href="http://rauschhaus.wordpress.com/">http://rauschhaus.wordpress.com/</a></p>
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		<title>Deutschland, eine Abrechnung: Die Performancegruppe SKART diplomiert mit einem Fest der Körper und der Anarchie</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 10:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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<p style="text-align: justify;">In der Tradition von Teufels Spaßguerilla steht die Performancegruppe SKART (Schröppel Karau Art Repetition Technologies). Als die beiden sich als Kapitän und Stewardess kostümiert haben, können die Spiele beginnen: Schokoküsse fliegen ins Publikum und wieder zurück auf die Bühne, es wird Wasser verspritzt und hin und wieder aus der Rolle gefallen. Eine Stunde lang verhandelt „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ deutsche Verhältnisse seit dem zweiten Weltkrieg: Von Max Schmelings Niederlage gegen Joe Lois in New York 1938 bis hin zum Diskurs um gewalttätige Jugendliche mit Migrationshintergrund, mit Zeitzeugen und Popmusik. Das ist irrsinnig, laut und lustig, Ironie und Chaos haben dabei genauso ihren Platz wie die Dekonstruktion von Geschlechterrollen und Nationalstaatlichkeit.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Skart-2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7664" style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="Skart-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Skart-2-300x214.jpg" alt="" width="300" height="214" /></a>Grandios choreografiert ist der Kampf, den die beiden mit Ritterrüstung und Steinschleuder bewaffnet gegeneinander führen und der in der Zerstörung von Teilen des Bühnenbildes endet. Aus den Trümmern erstehen SKART mit Bommelhut und Kopftuch auf, Requisiten werden aus den Sägespänen am Boden gezogen. Nach minutenlangem Abspielen von Westernhagens „Freiheit“ öffnet sich die symbolische Mauer aus Tarnnetz noch einmal. Die beiden Performer mit Hang zum Exhibitionismus erscheinen in Frischhaltefolie und Theraband eingewickelt. Mit Frosch- und Entenmaske unterhalten sich Schlagersänger Roberto Blanco und Vertriebenenvertreterin Erika Steinbach über Werte und Ordnung. Die Vielstimmigkeit, schiere Masse und Lautstärke von Video, Klängen, Aussagen und auch technischen Mitteln ist erschlagend: Gartenzwerge baumeln von der Decke, Pflastersteine werden in die Waschmaschine gesteckt, Plakate mit grotesken Masken fragen: „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab‘?“ Mit auf der Bühne ist das werwolfartige Haustier (Verena Billinger) im knappen Goldbadeanzug, das vor den sechs Fernsehern Fanta trinkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegensätze werden nicht aufgelöst, sondern ausgestellt, das Motto lautet: Verständnislosigkeit statt Empathie, Unterhaltung statt Erziehung. So auch in der letzten Produktionen <a href=" http://www.youtube.com/watch?v=-n4bYMfX-k8">„Galactig Gigolo“</a> und <a href="http://vimeo.com/31590151">„Der Fischer und sein Mann“</a> als Musiktheater für Kinder in Duisburg. Im Februar zeigen sie „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ nochmals in Mülheim a. d. Ruhr, als „Versuch eines abseitig artikulierten Kommentars über ein Land, in das man durch Zufall hineingeboren wurde, zu scheitern“.</p>
<p style="text-align: justify;">Der große Coup kommt zum Schluss: Sebastian Unsinn alias MC Burger King von der Augsburger Electrocombo <a href="http://www.youtube.com/watch?v=m_ayuT-bPE4">„Bassschickeria“</a>, entsteigt in weißer Priesterrobe zum Finale, rappt mit eindringlicher Stimme und verspritzt salbungsvoll Bier, während Schröppel und Karau einen modifizierten Reichsadler herumtragen. Trotz der offensichtlichen Punk-Attitüde, die SKART vertritt, bleibt die Aussage vieldeutig. Ein Fest der Körper und der Anarchie.</p>
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		<title>Wir empfehlen heute</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 12:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorlesungreihe zu Männlichkeit, Feminismus und Pornografie Nachdem Dr. Nadyne Stritzke zum Semesterauftakt für einen vollen Margarete-Bieber-Saal sorgte, wird am Montag die erste „queere“ Ringvorlesung in Gießen fortgesetzt. Patrick Henze spricht unter dem Titel „Schwule Selbstermächtigung – Männlichkeit, Selbsthass, Politik“ über Schwulsein als marginalisierte und damit politisch bedeutungsvolle Form von Identität. Allerdings aus der parteiischen Perspektive [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Queere.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7611" title="Queere" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/11/Queere.jpg" alt="" width="163" height="163" /></a><strong>Vorlesungreihe zu Männlichkeit, Feminismus und Pornografie</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem Dr. Nadyne Stritzke zum Semesterauftakt für einen vollen Margarete-Bieber-Saal sorgte, wird am Montag die erste „queere“ Ringvorlesung in Gießen fortgesetzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Patrick Henze spricht unter dem Titel „Schwule Selbstermächtigung – Männlichkeit, Selbsthass, Politik“ über Schwulsein als marginalisierte und damit politisch bedeutungsvolle Form von Identität. Allerdings aus der parteiischen Perspektive der Polit-Tunte und Aktivistin Patsy l‘Amour laLove, dem alter ego des Vortragenden.</p>
<p style="text-align: justify;">Veranstaltet wird die &#8220;queere&#8221; Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus der Ankündigung: Schwule finden sich, wie alle anderen auch, nach wie vor innerhalb einer patriarchalen und damit schwulenfeindlich geprägten Gesellschaft wieder. Dennoch sind Fragestellungen bezüglich schwuler Selbstermächtigung, wie sie die schwule Bewegung der 1970er Jahre stellte, auch innerhalb aktivistischer Kontexte größtenteils aus dem Blickfeld geraten. Dabei ist die heutige Gesellschaft nicht minder davon bestimmt, „echte“ Männlichkeit als heterosexuelle Männlichkeit zu denken und damit schwule Männlichkeit als unmännlich abzuwerten und Individuen entsprechend mit Gewalt und Diskriminierung zu begegnen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das verbreitete Phänomen des schwulen Selbsthass in Kürze darzustellen und seine enge Verbindung zur Vorstellung von „echter“, gesunder Männlichkeit aufzuzeigen. Letztlich muss danach gefragt werden, was das alles mit emanzipatorischer, queerfeministischer und schwuler Politik zu tun hat oder haben kann, warum es das in vielen Fällen scheinbar nicht hat und wo auch aktuelle queere Debattenschwulenfeindlich verlaufen können. Schwulsein ist politisch. Und Schwulsein schützt vor Dummheit nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Patsy l’Amour laLove / Patrick Henze ist Queer-Aktivist_in, Forscher_in und Polit-Tunte. Er_Sie forscht unter anderem zu schwulen Männlichkeiten, Tuntengeschichte(n) und schwulen Politiken innerhalb der heteronormativen Gesellschaft. Darüber hinaus widmet er_sie sich in den porn studies der Erforschung von schwuler, feministischer und queerer Pornographie.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Termine der Reihe werden auf der <a href="http://www.ausgehzwang.de/litfassaule-2">Litfaßsäule</a> bekanntgegeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Jeweils um 19 Uhr im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34, weitere Infos:<a title="http://www.queere-ringvorlesung.de/" href="http://www.queere-ringvorlesung.de/"> www.queere-ringvorlesung.de</a>.</p>
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		<title>Bäume, Biwaks und Bleistiftkunst von Johannes Spehr</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 08:55:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Ute Riese]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Spehr]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthalle Gießen]]></category>
		<category><![CDATA[Windeinschlag/Siedeln in den Lüften]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7537" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Johannes-Spehr.jpg"><img class="size-medium wp-image-7537" title="Johannes-Spehr" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Johannes-Spehr-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Johannes Spehr (c) Katharina Friese</p></div>
<p style="text-align: justify;">Mülltüten und Biwaks, provisorische Schlaflager aus Plastikplanen, hängen seit einigen Tagen an groben Seilen von der Decke der Gießener Kunsthalle. Am Boden liegt eine Ansammlung von groben Ästen, flankiert von schwarz-weiß Zeichnungen an den Wänden. Die Kunsthalle Gießen zeigt bis Weihnachten die Ausstellung „Windeinschlag/Siedeln in den Lüften“ von Johannes Spehr. Wer ganz nah an die unauffälligen Rahmen herantritt, wird auf Anhieb verstehen, was Spehrs Kunst bewegt – denn hinter Glas verbergen sich Bilder von Revolution und Gewalt.</p>
<p style="text-align: justify;">Johannes Spehr wurde 1965 in Schotten im Vogelsberg geboren, lebt in Frankfurt und lehrt an der Kunsthochschule Kassel. Seit kurzem hat er dort eine Professur inne, und konnte wegen einer Klassenausstellung nicht am Pressegespräch teilnehmen. Die Kuratorin Dr. Ute Riese lobte die gelungene Zusammenarbeit, würdigte die Qualität des Künstlers, die „spröde, lapidare Poetik, die bestehende gesellschaftliche Aspekte anreißt“ und die Akribie, die die Zeichnungen auch handwerklich herausragend machen. Im sich reibenden Bezug dazu stehe im Zentrum der Kunsthalle der durch Natur- und Gebrauchsmaterialien angedeutete Urwald. Eigens für die Gießener Installation hat Spehr Holz aus den umliegenden Wäldern mit dem Fahrrad antransportiert und ein Astgeflecht daraus gemacht, das bei genauerem Hinsehen an verschraubte Prothesen erinnert.</p>
<div id="attachment_7534" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag.-Siedeln-in-.jpg"><img class="size-medium wp-image-7534" title="„Windeinschlag.-Siedeln-in-" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag.-Siedeln-in--300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">„Windeinschlag/Siedeln in den Lüften“</p></div>
<p style="text-align: justify;">Darüber ist, an einem 200 Meter Seil und einigen Haken, das Netz der Biwaks geknüpft, das über den Köpfen in der Luft hängt. Motivisch ist dieser „imaginierte Zufluchtsorte“ auch in der Darstellung der umherziehenden Berber auf den klein- und mittelformatigen Werken an den Wänden wiederzufinden. Die monochromen, exakten Zeichnungen und Aquarelle sind entweder Bildergeschichten oder düstere Szenerien, in denen Umbruchsituationen und Wandlungsprozesse dargestellt werden. Häufig sind auch Figuren zu sehen, die im Büro arbeiten oder absurde Tätigkeiten verrichten. Dazwischen finden sich überraschend Gewaltszenen oder düstere Revolutionsszenarien.</p>
<div id="attachment_7533" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag..-Siedeln-in.jpg"><img class="size-medium wp-image-7533" title="„Windeinschlag..-Siedeln-in" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/%E2%80%9EWindeinschlag..-Siedeln-in-300x161.jpg" alt="" width="300" height="161" /></a><p class="wp-caption-text">Zeichnung aus der Ausstellung</p></div>
<p style="text-align: justify;">Johannes Spehr entstammt Beuys‘ Enkelgeneration, die politische und soziologische Initiative in die Kunst integrieren und auch in begehbaren Installationen umsetzen. Dabei spannt er auch in Gießen den Bogen von Comic bis Arte Povera.</p>
<p style="text-align: justify;">„Windeinschlag/Siedeln in den Lüften“ eröffnet am heutigen Samstag (8. Oktober 2011) um 18 Uhr in Anwesenheit von Johannes Spehr. Das Begleitprogramm besteht neben einer Führung der Kuratorin am 6. November 2011 aus speziellen Angeboten für Senioren, Familien und Gehörlose.  Neu ist außerdem eine Reihe mit dem Titel „Prominent geführt“. Als erster Promi wird Prof. Dr. Claus Leggewie am 11. Dezember 2011 seine Gedanken zu Spehr preisgeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Ausstellung ist bis 23. Dezember zu erleben: Dienstag bis Sonntag 10.30 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen <a href="http://www.kunsthalle-giessen.de/Raumansichten.html">www.kunsthalle-giessen.de</a>.</p>
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		<title>Der Druck steigt, das MuK schreit</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 18:45:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
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<p style="text-align: justify;">550 schwitzende Fans erwarteten am Dienstag (2. Oktober 2011) sehnlichst den Beginn des seit Wochen ausverkauften Konzerts von Rapper Casper. Um halb zehn war er endlich da und entstieg mit einer Wolfsmaske dem perfekt choreographierten, nebeligen Pathos. Casper betritt als aus den Augen leuchtender Wolfsmensch die Bühne und eröffnet mit der modernen Revolutionshymne <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JIGM2dZX0CY%20">„Der Druck steigt“ </a>seine umjubelte Show.</p>
<p style="text-align: justify;">Lasst die Spiele beginnen, fordert der Shootingstar und bringt mit ungestümer Freude an seinem Auftritt die Menge zum Springen. Alarm in Gießen! „Ich bin unzerbrechlich, unverletzlich“ heißt es in einem der älteren Songs die Casper neben seinem aktuellen Nummer-1-Album präsentiert und die zumeist minderjährigen Fans mitzusingen wissen. Es war nicht Caspers erster Auftritt im MuK, bereits 2009 unterstützte er Prinz Pi, damals brauchte es noch keine Absperrgitter. Trotz des unglaublichen Erfolgs des Albums „XOXO“ sollte es erst einmal eine Clubtour sein. Aus der Zeit vor dem Album stammt auch „Mittelfinger hoch!“, mehr Obszönitäten sind von dem sogenannten Emo-Rapper nicht zu hören, die Bezeichnung stört ihn schon lange nicht mehr.</p>
<div id="attachment_7519" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Casper3.jpg"><img class="size-medium wp-image-7519" title="Casper3" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Casper3-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" /></a><p class="wp-caption-text">Ausverkauft: MuK feiert Casper</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die älteren Fans, eigentlich eher Hörer von Gitarrenmusik, haben sich ganz hinten an der Bar versammelt und fühlen sich alt, die wartenden Eltern drehen ihre Runden um den Block. Bei Casper muss niemand Angst haben, dass die Kinder auf die falsche Bahn geraten. Obwohl sein T-Shirt „mit Verachtung“ sagt, erkundigt er sich bei seinen Zuhörern zwischendurch besorgt nach dem Befinden. Seine Stimme ist dabei so voller Reibeisen, dass die Ansagen manchmal gar nicht verstanden werden. Seine Botschaft ist, sich selbst treu zu bleiben, an die Freundschaft zu glauben, nachzudenken über sich und die Gesellschaft. Der Chartstürmer mit Hardcorevergangenheit ist ganz offensichtlich eine eierlegende Woll(f)milchsau, er bedient alle Stile, ist ein charmanter Interviewpartner und kritisiert öffentlich die Homophobie im Hip Hop. Und doch bleibt ein bitterer Nachgeschmack: Die Wirkung von Caspers Band ist gleich in zweifacher Hinsicht blass, die jungen Musiker bleiben hinter der Dichte des überproduzierten Albums zurück. Und der Star des Abends, wie ein Prophet in Stoffturnschuhen auf seinem von unten angestrahlten Sockel stehend, scheint die anderen Akteure auf der Bühne gar nicht wahrzunehmen.</p>
<div id="attachment_7518" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Casper2.jpg"><img class="size-medium wp-image-7518" title="Casper2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/10/Casper2-300x265.jpg" alt="" width="300" height="265" /></a><p class="wp-caption-text">Ausdrucksstark: Casper feiert die Musik</p></div>
<p style="text-align: justify;">Mit dem einem verstorbenen Freund gewidmeten Lied „Michael X“ beginnt der ruhige Teil des Konzerts. Mobiltelefone und Digitalkameras sorgen für ein postmodernes Kerzenmeer. Die Enttäuschung wird jedoch greifbar, als der Wolf seinem Rudel bereits nach einer Stunde das Ende der großen Party ankündigt. Aber Casper weiß, was er tut. Der Kracher „So perfekt“, unterlegt mit Technobeats wie von der Kirmes bringen alle nochmal zum ausrasten. Schon zwölf Stunden später steht der erste Zusammenschnitt <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OkqzbOnLLcY">http://www.youtube.com/watch?v=OkqzbOnLLcY</a> auf Youtube mit dem Kommentar: „Es war so unglaublich gut.“</p>
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		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 12:29:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wenn es dunkel wird und die Nachbarn die Vorhänge nicht zuziehen, verwandelt sich die Stadt in eine Bühne. Die Performance „LULU. To all our lovers.“ untersucht diesen voyeuristischen Blick und lässt einen Theaterabend nur durch die Beobachtung aus der Wohnung gegenüber entstehen. Schauplatz ist ein Haus in der Gießener Ludwigstraße, zu sechst werden die Zuschauer bei Einbruch der Dunkelheit zur Premiere am Samstagabend auf einem Podest vor einem Fenster positioniert, rechts und links Lautsprecher. Gegenüber eine herrschaftlich eingerichtete Wohnung, wir blicken in die erleuchteten Fenster und hören eine Stunde lang live, was auf zwei Stockwerken im Haus passiert.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0036c.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-7102" style="margin-top: 12px; margin-bottom: 12px;" title="DSC_0036c" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0036c-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Gräfin Geschwitz (Maria-Isabel Hagen) lädt zum Abendessen in ihre neue Wohnung. Zunächst trifft ein Klavierspieler ein und erhält die Anweisung, für die „nicht wirklich engen Freunde“ solche Stücke zu spielen, die er einem ganz besonderen Menschen widmen würde. Geladen sind die gewesenen, gegenwärtigen und potentiellen Liebhaber von Lulu und auch die Gräfin ist ihr verfallen. Die fünf männlichen Gäste (Arne Köhler, Christoph Bovermann, Fabian Passarelli, Falk Rößler und Nick-Julian Lehmann) treffen nach und nach ein. Es wird gegessen und getrunken, getanzt, gestritten und geliebt.</p>
<p style="text-align: justify;">Unter der Regie von Eleonora Herder und Falk Rößler ist ein Drama mit abwesender Protagonistin entstanden. Die Figur der Lulu verstehen sie als postmodernen Zustand einer Gesellschaft, die sich als Gemeinschaft aufgegeben hat. Es geht vielmehr darum, sich so zu inszenieren, dass die Blicke und Beurteilungen der anderen die eigene Persönlichkeit ausmachen. Der Blick des anderen definiert uns, die ständige Beobachtung stellt die Persönlichkeit erst her. Wenn die Akteure also aus dem Fenster starren, sehen wir uns selbst im Spiegel. Hier geht es um Macht und Erotik, um ein Spiel mit Aufmerksamkeit und Begehren. Der Clou: Die Gastgeberin vermutet Lulu im gegenüberliegenden Haus und inszeniert sich als unwiderstehlich, um Lulus Begehren zu wecken. Die Zuschauer sind also nicht nur Voyeure, sondern nehmen letztendlich selbst den Part der Hauptperson ein.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0072c.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7103" style="margin: 12px;" title="DSC_0072c" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0072c-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Das Stück trägt den Untertitel „Ein site-spezifischer Thriller nach Frank Wedekind“. Dieses ortsspezifisches Theater betrachtet den (öffentlichen) Raum als Mitspieler. Anders als in einem Theatersaal wird die Grenze zwischen Bühne und Publikum, zwischen Zuschauern und Mitspielern aufgeweicht. Obwohl Studierende der <a href="http://www.uni-giessen.de/theater/de">Angewandten Theaterwissenschaften</a> sich immer wieder darum bemühen, fachfremde Besucher in ihr Institut zu locken, gelingt das leider viel zu selten. Mit Lulu ist das anders, die Stadt wird als Raum für künstlerische Prozesse geöffnet, auf die Inszenierung des alltäglichen Lebens hingewiesen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0176c.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-7104" style="margin: 12px;" title="DSC_0176c" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/DSC_0176c-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Das Bühnenbild von Sabine Born als ebensolches zu bezeichnen, ist stark untertrieben: Eine schwarze Limousine wurde organisiert, das Klavier in die Wohnung geschleppt, Detailverliebt Einrichtung sowie überraschend historische Kostüme ausgewählt. Seit Februar wurde an der Konzeption gearbeitet und Fördermittel eingeworben, drei Wochen intensive Probenzeit und Installation von Ton und die Einrichtung der Wohnung. Ein Glücksfall, denn der Besitzer hatte sie gerade erst selbst von der Universität gekauft und dem Kollektiv</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Vorstellungen 28. bis 31. Juli jeweils um 21.30 Uhr (nur noch Restkarten an der Abendkasse). Für die Spätvorstellungen am 29. am 30. Juli um 24 Uhr sind noch Karten verfügbar.</p>
<p style="text-align: justify;">Ludwigstr. 28, Eintritt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro. Reservierung unter info@die-resilentes.com oder 0163-1601465. Am 4. August findet um 19 Uhr ein Publikumsgespräch statt.</p>
<p style="text-align: justify;">Fotos: Jana Lippitz</p>
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</ul></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hiroyuki Masuyama zeigt in der Gießener Kunsthalle Blumen und das Universum</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 10:32:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Hiroyuki Masuyama]]></category>
		<category><![CDATA[Installation]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthalle Gießen]]></category>
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		<category><![CDATA[Objekt]]></category>

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		<description><![CDATA[Fotograf und Medienkünstler Hiroyuki Masuyama zeigt in der  Gießener Kunsthalle ab sofort Leuchtkästen und eine begehbare Holzskulptur. Blickfang der am Sonntag eröffneten Ausstellung ist die 22 Meter lange Blumenwiese „Flowers“, die aus über tausend Fotografien besteht und als Lichtkasten die ganze Längsseite der Kunsthalle im Neuen Rathaus einnimmt. Kuratorin Ute Riese sieht Unendlichkeit, Erhabenheit und [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Fotograf und Medienkünstler Hiroyuki Masuyama zeigt in der  <a href="http://www.kunsthalle-giessen.de/">Gießener Kunsthalle</a> ab sofort Leuchtkästen und eine begehbare Holzskulptur. Blickfang der am Sonntag eröffneten Ausstellung ist die 22 Meter lange Blumenwiese „Flowers“, die aus über tausend Fotografien besteht und als Lichtkasten die ganze Längsseite der Kunsthalle im Neuen Rathaus einnimmt.</p>
<p><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/146109_web.jpg"><img src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/146109_web-300x199.jpg" alt="" title="Hiroyuki Masuyama vor seinem 22m langen Leuchtkasten" width="300" height="199" class="alignleft size-medium wp-image-7086" /></a></p>
<p>Kuratorin Ute Riese sieht Unendlichkeit, Erhabenheit und überwältigende Natureindrücke als die Hauppthemen von Hiroyuki Masuyama. Der 1968 in Tsubuka/Japan geborene Künstler studierte in Tokyo, bevor er 1995 nach Düsseldorf kam, wo er bis heute lebt.</p>
<p>An Deutschland fasziniert ihn besonders die Natur. Deswegen unternahm Masuyama Reisen zu den Motiven von Caspar David Friedrich. „Ich wollte sein Gefühl und seine Arbeit, ja, den Augenblick nochmals wiederholen, aber mit der heutigen Technik“, berichtet der Künstler. So fotografierte er die Landschaften mehrmals und erstellte mit Photoshop hyperrealistische Kopien der Malereien. Ähnlich verfuhr er mit Werken des Britischen Malers William Turner. Doch wer genau hinsieht und sich den Bildern nähert, entdeckt Veränderungen zum Original: andere Fotografien finden sich in den Landschaften, Menschenmassen werden zu Hügeln, unscharfe Punkte zu Personen.</p>
<p>Die beiden neuesten Arbeiten stellen Makro- und Mikrokosmos einander gegenüber: Auf einer weiß spiegelnden Oberfläche sind „10.000 Selbstportraits“ Masuyamas zu sehen, kleine Köpfe mit unterschiedlichsten Geichtsausdrücken, grafisch exakt angeordnet. Daneben stehen die dunklen „10.000 Galaxien“, die in einem ebensolchen Rastersystem die Fülle von Sternensystemen zeigt. Streng konzeptionell ist die Arbeit „Weltreise“, ein Flugpanorama, zusammengesetzt aus Fotos, die alle 20 Minuten geschossen wurden. Und auch eine Videoarbeit zeigt das Interesse an Serialität und Veränderung als Selbstportrait.</p>
<p><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/146110_web.jpg"><img src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/07/146110_web-300x199.jpg" alt="" title="&quot;O&quot;" width="300" height="199" class="alignright size-medium wp-image-7089" /></a></p>
<p>Einzigartig ist die für die Gießener Ausstellung fertiggestellte Holzkugel „O“. Wenn man sich vorsichtig über eine Stufe in die glänzende Kapsel hineinbegibt und die Klappe geschlossen wird, findet man sich in einer Miniatur des Firmaments mit einer ganz eigentümlichen Akustik wieder. Tausende kleinste Löcher in der Schale schaffen den Eindruck eines perfekten Sternenhimmels, der die Person in der Kugel von allen Seiten umgibt. Und wer Masuyama schon ein wenig kennenlernen konnte, ahnt, dass die Sterne exakt in der Position stehen, wie sie auch am Himmel erscheinen. </p>
<p>Bis zum 18. September täglich außer montags von 10.30 bis 17.00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Informationen zum Rahmenprogramm mit Workshops, Menü und Haikuabend auf <a href="http://www.kunsthalle-giessen.de/">Kunsthalle Gießen</a> </p>
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		<title>Zwanzig Jahre Riot Girl</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 14:19:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
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		<category><![CDATA[Grass Widow]]></category>
		<category><![CDATA[Monsterbeat and the Immigrant]]></category>
		<category><![CDATA[Riot Grrrl!]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Jahren spielten „The Gossip“ mit Frontfrau Beth Ditto noch in schäbigen Klubs und brachten den Untergrund mit einer Mischung aus Postpunk und Soul zum Tanzen. Heute ist Ditto Covergirl von Modemagazinen und laut Wikipedia rangiert „Heavy cross“ auf Platz 2 der ewigen deutschen Dauerbrennerliste (Nur DJ Ötzis „Ein Stern&#8230;der deinen Namen trägt“ war [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Vor einigen Jahren spielten „The Gossip“ mit Frontfrau Beth Ditto noch in schäbigen Klubs und brachten den Untergrund mit einer Mischung aus Postpunk und Soul zum Tanzen. Heute ist Ditto Covergirl von Modemagazinen und laut Wikipedia rangiert „Heavy cross“ auf Platz 2 der ewigen deutschen Dauerbrennerliste (Nur DJ Ötzis „Ein Stern&#8230;der deinen Namen trägt“ war länger in den Single-Charts ). Und nicht nur die politische Dimension von Übergewicht, sondern auch die Riot Girls hat Ditto wieder auf die Mainstream-Agenda gebracht. Der <a href="http://www.ventil-verlag.de/ ">Mainzer Ventil-Verlag</a> präsentierte Anfang des Monats in Marburg seine druckfrische Neuerscheinung.</p>
<div id="attachment_7063" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/06/Peglow-und-Engelmann.jpg"><img class="size-medium wp-image-7063" style="margin: 12px;" title="Peglow-und-Engelmann" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/06/Peglow-und-Engelmann-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Jonas Engelmann u. Katja Peglow </p></div>
<p style="text-align: justify;">Herausgeber_innen Katja Peglow und Jonas Engelmann beleuchteten das Phänomen „Riot Grrrl!“ und stellten ihre Veröffentlichung bei einer Lesung im Café Trauma vor. Popjournalismus wäre nicht Popjournalismus, wenn es bei Theorie und Diskussion geblieben wäre. Im Anschluss</p>
<div id="attachment_7064" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/06/Monsterbeat-and-the-Immigra.jpg"><img class="size-medium wp-image-7064" style="margin: 12px;" title="Monsterbeat-and-the-Immigra" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/06/Monsterbeat-and-the-Immigra-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" /></a><p class="wp-caption-text">Monsterbeat an the Immigrant</p></div>
<p style="text-align: justify;">spielten die drei Marburgerinnen von „<a href="http://www.myspace.com/monsterbeatimmigrant">Monsterbeat and the Immigrant</a>“ und die im besten Sinne bezaubernde Band <a href="http://wizardmountain.org/grasswidow/tester2.php">„Grass Widow“</a> aus San Francisco. Bei den drei Frauen  mischt sich mehrstimmiger Gesang mit den Surfsounds von Bass, Gitarre und Schlagzeug. Lillian Maring, Hannah Lew und Raven Mahon verstehen sich als Kollektiv. Genauso wie LeTigre, Mika Miko oder auch Courtney Love fühlen sie sich den Riot Grrrls verpflichtet, deren feministische Punkbewegung Ende der 80er Jahre in der liberalen Studentenstadt Olympia (Washington) seinen Anfang nahm. Dort gründeten sich die legendären „Bikini Kill“ (Kathleen Hannah, Tobi Vail, Kathi Wilcox und Billy Karren) und „Heavens to Betsy“, aus denen später „Sleater-Kinney“ hervorgingen. Die Frauen gründeten nicht nur Bands, sondern brachten auch Fanzines heraus und engagierten sich politisch. Gegen Sexismus, auch in der eigenen Punk- und Hardcoreszene. Die Theorien des universitären Feminismus sollten auf das Alltagsleben übertragen werden – es entstand ein Manifest. Und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qn9MH6Ffnt8">„Team Dresche“</a> machten Selbstverteidigung zum Teil ihrer Bühnenshows. Auf die verzerrende Berichterstattung über die wütenden jungen Frauen, die sich in eindeutigen Posen auf der Bühne wälzten, folgte ein Medienboykott.</p>
<div id="attachment_7062" class="wp-caption alignleft" style="width: 223px"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/06/Grass-Widow.jpg"><img class="size-medium wp-image-7062" style="margin: 12px;" title="Grass-Widow" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/06/Grass-Widow-213x300.jpg" alt="" width="213" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Grass Widow</p></div>
<p style="text-align: justify;">Der Sammelband „Riot Grrrl Revisited“ erzählt erstmals auf Deutsch die Geschichte des Kampfes und fragt, was von der radikalen Bewegung geblieben ist. Themen der Aufsätze und Interviews, die teilweise übersetzt wurden und teilweise neu entstanden, sind Riot Grrrl und Film, Körperpolitik und das Erwachsenwerden der Szene. Auch zwei viel zu früh verstorbene Testcard-Mitglieder sind in dem Band vertreten: Martin Büsser schreibt über Courtney Love und Tine Plesch über Ladyfeste. Diese und Girls Rock Camps haben sich als Orte der Selbstbestimmung bis heute etabliert. In Europa kam die „Girl Power“ Mitte der 90er eher im Glitzermini daher. Doch durch das Internet haben sich die Nachwuchs-Riot Grrrls organisiert und bestens vernetzt. Aktivistinnen und Musikerinnen kommen in den Essays genauso zu Wort wie Journalist_innen und Wissenschftler_innen. Nachzulesen in „Riot Grrrl Revisited&#8221;. Geschichte und Gegenwart einer feministischen Bewegung“. Ventil Verlag 2011, 200 Seiten, 16,90 Euro.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Monsterbeat and the Immigrant&#8221; spielten ihre fantastischen Hits wie „All Night Long Dildo“ am Samstag Mittag auf dem Sommerfest des <a href="http://bettenhaus.blogsport.de/">Bettenhaus Marburg</a></p>
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		<title>Memento mori in der Ludwigstraße</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 14:29:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ludwigstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Maria Isabel Hagen]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Bergmann]]></category>
		<category><![CDATA[Studierende der Angewandten Theaterwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[GIESSEN. Noch bis Samstag (14. Mai 2011) ist die installative Performance „Ritus Royal“ in der Ludwigstraße 6 (neben dem &#8220;Edeka&#8221;) zu besichtigen. Zwei Performer in Barockkostümen halten sich sechs Tage lang in dem kargen Raum mit einer üppigen Tafel auf. Geschlafen wird im Schaufenster, eine Dusche gibt es nicht und zur Unterhaltung dient nur ein [...]
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/ritus-royal-2.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6828" style="margin: 12px;" title="ritus-royal-2" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/ritus-royal-2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>GIESSEN. Noch bis Samstag (14. Mai 2011) ist die installative Performance „Ritus Royal“ in der Ludwigstraße 6 (neben dem &#8220;Edeka&#8221;) zu besichtigen. Zwei Performer in Barockkostümen halten sich sechs Tage lang in dem kargen Raum mit einer üppigen Tafel auf.</p>
<p style="text-align: justify;">Geschlafen wird im Schaufenster, eine Dusche gibt es nicht und zur Unterhaltung dient nur ein Schachbrett. Die Regeln: Keiner verlässt den Raum, nichts kommt dazu, gegessen wird nur, was auf dem Tisch ist. Ein wenig modrig riecht es schon am dritten Tag <a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/ritus-royal.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-6827" style="margin: 12px;" title="ritus-royal" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/ritus-royal-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>– obwohl die Türen immer von 9 bis 21 Uhr offen stehen. Auf der prächtig gedeckten Tafel schimmeln Hähnchen, Kuchen und Obst vor sich hin. Maria Isabel Hagen und Philipp Bergmann, Studierende der Angewandten Theaterwissenschaft, haben sich vorgenommen, die Etikette zu wahren. Sie sprechen nicht mit den Betrachter_innen, sondern flanieren herum, sitzen im Schaufenster oder knabbern an einem Stück Zwieback.</p>
<p style="text-align: justify;">
Es geht um Zustände des Vergänglichen, „ein Bild, das behauptet ein Zustand zu sein, sich aber schleichend verändert und ein Eigenleben entwickelt“. Schnell ignorieren die zahlreichen Besucher_innen die beiden ignoranten Gestalten ihrerseits und tauschen sich angeregt über die Installation aus.</p>
<p style="text-align: justify;">9. bis 14. Mai, Ludwigstr. 6, täglich von 9-21 Uhr geöffnet. Samstag ist um 12 Uhr Finissage mit Sektempfang.</p>
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		<title>&#8220;Zwischendurch blitzt dann immer mal wieder was Interessantes auf&#8221; &#8211; Gespräch mit Magic Marcel, Organisator  von “Unter dem Pflaster der Strand”</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 12:43:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fiona Sara Schmidt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[Popkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Disco]]></category>
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		<category><![CDATA[„Unter dem Pflaster der Strand“- Party]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Samstag (14. Mai 2011) findet im MuK die zwölfte „Unter dem Pflaster der Strand“- Party statt. Ausgehzwang hat mit Organisator Marcel gesprochen. Sein Erweckungserlebnis in Bezug auf Clubmusik hatte er als Mittelstufenschüler bei seinem großen Bruder in Kassel: DJ Koze hob im ARM zur Peak-Time die Nadel von der Platte und ließ sie nach [...]
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</ul>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/FRONTGHOSTweb.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6816" style="margin: 12px;" title="FRONTGHOSTweb" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/FRONTGHOSTweb.jpg" alt="" width="228" height="320" /></a>Am Samstag (14. Mai 2011) findet im <a href="http://www.muk-giessen.de/">MuK</a> die zwölfte <a href="http://udpds.blogspot.com/">„Unter dem Pflaster der Strand“</a>- Party statt. Ausgehzwang hat mit Organisator Marcel gesprochen. Sein Erweckungserlebnis in Bezug auf Clubmusik hatte er als Mittelstufenschüler bei seinem großen Bruder in Kassel: DJ Koze hob im ARM zur Peak-Time die Nadel von der Platte und ließ sie nach einem kurzen Break unter ekstatischem Jubel wieder fallen. Neben seinem Sozialwissenschaftsstudium hat er als Magic Marcel jahrelang im Domizil Leftfield-Disco, House und Pop-Musik gespielt. Heute arbeitet er in Hamburg bei einer Plattenfirma und hätte gerne einmal 1989 in der leider längst geschlossenen “Hacienda” in Manchester getanzt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Gießener Urgesteine kennen UDPDS noch aus der Theaterkate am Güterbahnhof. Wie hat denn alles angefangen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir waren 2005 etwas unzufrieden mit der Nachtleben-Situation in Gießen und wollten einfach selbst was starten. Es gab schon viele Partys, aber uns hat einfach diese klassische Rhein-Main Techno Sozialisation – mit 13 Jahren bereits auf E im Omen durchfeiern – gefehlt. Deshalb konnten wir diesen Spirit irgendwie nicht teilen. In der Punk-Nische wurde es aber auch irgendwie unsexy und so entstand die Idee, den Exzess mit der DIY-Attitüde zu verbinden. Die Leute wussten das ziemlich zu schätzen. Naja, letzten Endes war die Theaterkate auch einfach ein verdammt toller Ort, an dem auch andere Leute schöne Abende gemacht haben. Unsere Partys bekamen durch die obskuren Flyer und eine eher unorthodoxe Booking-Politik, die zunächst noch stark auf Live-Auftritte ausgelegt war, dann so ein hippes Image, aber man sollte das nicht überbewerten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wer ist denn alles an der Organisation beteiligt? Vor allem, wer macht die Flyer?  Die haben ja fast schon Sammlerwert. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das lässt sich gar nicht so leicht sagen, weil immer wieder Leute dazu kommen und abhauen. Den Kern bilden aber Felix, der sich bis heute aus dem fernen Hamburg um die Designs kümmert und ich selbst. Natürlich helfen aber immer ganz viele.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie sucht ihr die DJs aus? Was müssen die Musiker haben, um gebucht zu werden?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir machen ja höchstens zwei Partys im Jahr und da versuchen wir schon, immer etwas besonderes auf die Beine zu stellen, aber auch ganz egoistisch Leute einzuladen, die sonst eher nicht nach Gießen kommen würden. Ausgehend von den Anfangstagen hat sich der musikalische Schwerpunkt sicher etwas verschoben, was einfach auch mit unseren geänderten Interessen zu tun hat. Seit einiger Zeit versuchen wir schon einen eher klassischen, erwachsen gewordenen Techno- und House-Sound zu pushen, um eine Alternative zu dem oftmals „ravigen“ Gießen-Sound zu bieten. Trotzdem soll es immer auch noch Platz für Experimente geben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie kam es zur Gründung des Labels <a href="http://dontstoprec.blogspot.com/">„Don&#8217;t stop“</a>? </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/M-M.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6843" style="margin: 12px;" title="M-M" src="http://www.ausgehzwang.de/wp-content/uploads/2011/05/M-M.jpg" alt="" width="219" height="189" /></a>Das Label ist ein gemeinsames Projekt von Felix, Peter Pilotem und mir und als eine Art Spin-off aus der Partyreihe hervorgegangen. Irgendwann hat uns jemand auf Johannes Volk aufmerksam gemacht, der zufällig auch in Gießen wohnt. Johannes ist ein unglaublich talentierter Produzent, der schon mit Leuten wie Jeff Mills zusammengearbeitet hat. Aus einer anfänglichen Fan-Perspektive hat sich irgendwann eine Freundschaft entwickelt, er hat uns Tracks angeboten und da musste eben schnell ein Label her. Und Mirko Hecktor aus München hat schon oft bei uns aufgelegt und ist ja sowieso für jeden Spaß zu haben, so dass es einfach gepasst hat. Die Party am Samstag ist dann die Release-Party für die 03 von Johannes Volk, der dann natürlich auch spielen wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Man könnte beklagen, dass der Untergrund-Aspekt mit dem Umzug vom AK 44 ins MuK abgenommen hat. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Letzten Endes haben die Partys bei den FreundInnen im AK 44 einfach zu große Ausmaße angenommen. Ich mag das Haus einfach zu gerne, als dass ich der Stadt noch einen weiteren Grund bieten möchte den Laden endlich dicht zu machen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Und was hat all das eigentlich mit dem linken „Metropolenmagazin“ Pflasterstrand aus Frankfurt zu tun?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nichts! Im französischen Original stammt der Ausspruch von den Situationisten um Guy  Debord, deren Theorien wir früher wie Comichefte gelesen haben. Von da haben es auch die Frankfurter Spontis übernommen. Von außerhalb betrachtet mag man den Spruch vielleicht etwas kitschig finden und diese ganze verklärte Revolutionsromantik ist ja selbst in der Inkooperation durch die moderne Werbeästhetik total durchgenudelt. Aber ganz unabhängig von dem politischen Aspekt des Slogans, den ich by the way auch etwas albern finde, beschreibt es irgendwie dieses Gießen-Ding ganz gut, weswegen sich die Leute wohl so gut mit den Partys identifizieren können, egal ob nun in der Theaterkate oder im Muk. Hier herrscht einfach immer noch dieses totale Mauerstadtfeeling, das Gefühl des Eingesperrtseins, umgeben von Schandbauten und Kaputtem, zwischendurch blitzt dann immer mal wieder was Interessantes auf. Das nächste mal dann hoffentlich am kommenden Samstag im MuK.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wer sollte bei der Party auflegen, wenn das Budget stimmen würde?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Keine Ahnung &#8211; vielleicht Carl Craig.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p><strong>Auf einen Blick:</strong><br />
<strong>Sa, 14. Mai 2011, MuK Gießen, Eintritt: 6€</strong><br />
<strong>Info: <a href=" http://www.muk-giessen.de/"> MUK Gießen</a></strong></p>
<p><strong>Unter dem Pflaster der Strand,</strong><br />
<strong>DONTSTOP 03 RECORD RELEASE PARTY</strong><br />
<strong>Techno/Elektro/Dubstep/House/Disco &amp; Garage auf 2 Floors:</p>
<p>Oben:<br />
Ghostleigh (Ghostleighdubz)<br />
Johannes Volk (Exploration/DONTSTOP)<br />
K-Lone vs. Automat [aka. Nemo] (Bass Unter)</p>
<p>Unten:<br />
<a href="http://www.myspace.com/hiheadz">Pilotem</a> (DONTSTOP)<br />
Wojtek Kutschke (Carry ON)<br />
Helix (♥♥♥)<br />
</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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