Tim Berresheim hat den Katalog zu „Radieschen und Erdnuss“ gestaltet
12. April 2010 | Von Rüdiger Oberschür | Kategorie: Kunst
- Blick auf das Katalog-Regal in der Kunsthalle, das derzeit von Platten CDs dominiert wird, die Tim Berresheim einst mit Jonathan Meese aufgenommen hat. Bilder: ROstoff
GIESSEN. In entspannter Atmosphäre hat Kuratorin Dr. Ute Riese der Öffentlichkeit am Sonntagnachmittag den Katalog zur aktuellen Ausstellung „Radieschen und Erdnuss“ von Markus Oehlen und Tim Berresheim vorgestellt. Zur Präsentation in der Kunsthalle war Berresheim, der den Katalog maßgeblich gestaltet hat, nochmals mit seinen Kölner Galeristen Bernd Hammelehle und Sven Ahrens angereist. Außerdem hat Berresheim eine Sonder-Edition von 20 Plakaten gestaltet, die ebenso in der Kunsthalle erhältlich sind.
Die deutsch-englischen Texte des Kataloges stammen von Ute Riese und Wolfgang Brauneis, der mit der Gießener Kuratorin ein aufschlussreiches Gespräch über die Künstler und den Stellenwert der Gießener Ausstellung innerhalb ihres Oeuvres geführt hat.
Riese weist in ihrem Einzelbeitrag auf die Einmaligkeit der Ausstellung hin: „Die Begegnung dieser Werke ist eine Premiere – noch nie haben Tim Berresheim und Markus Oehlen in einer Institution zusammen ausgestellt“, so Riese und betont den Dialog der Werke, die einen „surrealen Erlebnisraum von Figurationen, Referenzen und Bezügen, ein Spannungsfeld zwischen Abstraktion und inhaltlichen Konnotationen, in denen das exzentrische Lebensgefühl zweier Generationen aufeinander treffe“ zu bieten habe.
Auch wird durch den Katalog deutlich, dass Berresheims großformatige Siebdrucke aus Schlaufen, Linien und Guilloche-Ornamenten zu einer Ausstellungs-Trilogie gehören, die Köln, Gießen und Los Angeles zusammenführt.
Zur Präsentation hatte Berresheim zudem eine exklusiv für Gießen produzierte Mischung aus Hörspiel und DJ-Set mitgebracht, das die 30 Besucher beim Herumgehen oder Sitzen in der Kunsthalle eine Stunde lang goutieren konnten. Die mysteriöse wie mitreißende Tonspur beginnt mit einem vielstimmigen Gespräch über die Farben eines Traumes und geht langsam in bizarre Popklänge über. Der „Folklore-Mix“, wie Berresheim es genannt hat, kann unter http://goo.gl/i6RG kostenlos heruntergeladen werden.
Anstelle eines geplanten Vortrages wird am Freitag, 16. April, um 17 Uhr parallel zu „Radieschen und Erdnuss“ eine Ausstellung mit Papierarbeiten von Boris Köhncke im Atrium des Rathauses eröffnet.
Der Katalog, herausgegeben von Dr. Ute Riese, ist in der Kunsthalle für 18 Euro erhältlich. Ein Plakat aus der von Tim Berresheim gestalteten Sonder-Edition ist jeweils für 99 Euro erhältlich. „Radieschen und Erdnuss“ ist noch bis zum 16. Mai zu sehen. Öffnungszeiten von dienstags bis sonntags von 10.30 bis 17 Uhr.
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