Presseschau: Jan Delay und Disco No. 1 in der Hessenhalle Gießen

18. März 2010 | Von | Kategorie: Ausgecheckt

GIESSEN. Er hatte nicht nur seinen Discostick im Gepäck, sondern brachte dem mittelhessischen Publikum auch Urlaute bei, mit denen man Roland Koch aus dem Landtag, wahrscheinlich sogar gleich aus dem ganzen Land vertreiben könnte. In Hamburg hätte es mit Roland Schill so jedenfalls geklappt, teilt Jan Delay unverhohlen mit. Wie auch immer: die Zeitungen sind voll des Lobes für den Auftritt der Disco No. 1.

Die Fuldaer Zeitung steigt in ihrem Bericht ähnlich wie die ROstoff-Fabrik ein und schreibt, dass bei  „Showgeschäft“ die Hütte brannte. Die Gießener Allgemeine hat viele Eltern mit jungen Konzertbesuchern wahrgenommen und meint, Delay hätte etwas von seiner politisch-kritischen Haltung verloren. Heiner Schultz schreibt im Gießener Anzeiger Delay eine „höfliche Vertrautheit, die Respekt erkennen lässt, ohne dass es ihm an Selbstbewusstsein mangelt“ zu. „Delays hohe, näselnde Gesangsstimme empfindet man zu keiner Zeit als störend, denn er hat, was man zum Singen braucht, Herz und Präzision“, heißt es weiter. Nun denn, die Gießener Zeitung erlebte eine einzige Party und überhaupt weisen alle darauf hin, dass Delay dem Gießener Publikum den sicher mittlerweile etwas abgegrölten „Seven-Nation-Army“-Riff als Zugaben-Schlachtruf abgewöhnt und dafür eine Scooter-Melodie aufdoktriniert hat.

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