Jan Delay und Disco No. 1 rocken vor 2500 Leuten die Hessenhalle Gießen
17. März 2010 | Von Rüdiger Oberschür | Kategorie: Popkultur „Seht Ihr das? Das haben noch nicht viele Städte geschafft“, gibt er dem Publikum preis und wringt die Schweißtropfen aus seiner Seidenkrawatte. Jan Delay und die Disco No. 1 haben in der Hessenhalle vor 2500 Zuschauern soeben ein Konzert der Spitzenklasse hingelegt. Und zwar scheinbar für beide Seiten, vor und auf der Bühne. Deshalb sei jede journalistische Textform über Bord geworfen: Ein Konzertbericht als Euphorie
GIESSEN. Schon der Support-Act war für die meisten im Publikum eine Riesenüberraschung: Das Bo stellte für gute 30 Minuten in bester „Türlich“-Manier sein neues Projekt „Boom Boom“ vor, das laut seiner Homepage eigentlich erst ab 27. März an den Start geht. Also schon mal eine fette Gießen-Pemiere zum Einstieg.
Überhaupt bekam die beschauliche Lahn-Metropole eine Menge Blumen ab. Am Tag zuvor war Jan Delay mit der Disco No. 1 in der Hauptstadt, wo man nach seinen Angaben wohl schon ziemlich verwöhnt sei. Das Gießener Publikum sagte der gesamten Crew da schon mehr zu. So wurde aus dem zweistündigen Konzert ein einziger Temperaturanstieg, den Jan zwischen jedem Song weiter Grad für Grad forcierte. Und während der ersten Zugabe rappte jeder der exzellenten Musiker aus der Disco No. 1 samt Zeilen wie „Schön zu sehen, dass die Raps hier sprießen, in eurem schönen Städtchen Gießen“ oder „Ihr könnt mich ruhig genießen, ich bin bei euch hier in Gießen“.
Einige interaktive Tanzeinlagen nebst beherztem Roland-Koch-Bashing sorgten für weitere Duftnoten eines äußerst einzigartigen Gigs. Der „Wetten dass“-geadelte Künstler Delay läuft dieser Tage mit mehreren Konzertmitschnitten in den Spartenkanälen des öffentlich rechtlichen Fernsehen, aber nach Gießen hat er alles andere als Stangenware mitgebracht. Auch wenn bei „Johnny“ natürlich auch in der Hessenhalle die Schals, Pullis und Handtücher kreisten.
Ein grandioses Set besorgte den Rest: Von der legendären „Word Up“-Adaption ging es mit fast allem was „Mercedes Dance“ und „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ zu bieten haben, quer das derzeit tanzbarste Universum dieses Landes. Die gesamte Show ist gnadenlos gut durchchoreographiert. Die drei Delaydies Esther Cowens, Ngoné Thiam und Myra Maud glitzern, tanzen und singen mittendrin cooler als alles, was in den 70ern mal popkulturelle Avantgarde war. Und die Wiederauflage von MC Hammers Hip-Hop-Evergreen „Can’t touch this“ – genial! Die Hits fehlen natürlich nicht „Abschlussball“, „Disco“, „Überdosis Fremdscham“ – und bei „Hoffnung“ kommt wie erwartet ganz plötzlich Gänsehaut auf.
Jost „J-Fresh“ Nickel am Schlagzeug, Jonas „Love Jones“ Landerschier an den Tasten, Loomis „Loomie Loo“ Green an den sechs und Ali „Big Al“ Busse an den vier Saiten sowie Lieven Las Vegas, Käptn Kacza und Johnny Johnson (Bläser) sorgen mehr als einmal mit Hüftschwung und swingender Bühnenpräsenz für ein Gesamtkunstwerk ohne gleichen. Dazu sitzen die Maßanzüge von Herr von Eden wie immer perfekt und nach zwei Zugabesequenzen, mit „Wir machen das klar“ als letzte Nummer, ist es denn leider vorbei. Aber man geht beseelt und gut durchgeschwitzt aus der Hessenhalle. Wann kommt das schon mal vor…
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Hey hey, was geht ab?
geile Party gestern, was? Wenn ich gewußt hättte, dass der Ausgehzwerg auch da ist… Cooler Artikel, man, und echt geile Foddos!
hey rogi,
sehr geile photos………………und ein wirklich gelungen euphorischer artikel……….yyyyyyyeeeeeeeeeeeeeesssss
yeeeeeaaaaahhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!!!!!
let´s rock the hessen halle…..best hansam
Sehr geiler Artikel + Fotos (erste Sahne).
Konzert wurde sehr sehr gut dargestellt, habe mich gerade wieder zurückversetzt gefühlt ..
War echt ne einmalige Erfahrung.
Jan Delay live = Hammergeil.