Keller Theatre spielt im Mathematikum David Auburns „Proof“
12. März 2010 | Von Rüdiger Oberschür | Kategorie: TheaterWer hat’s bewiesen? Ganz ohne Kräuterzucker ist das die zentrale Frage in David Auburns „Proof“. 2000 entstanden, mit Tony Award und Pulitzer Prize ausgezeichnet und 2005 mit Anthony Hopkins und Gwyneth Paltrow verfilmt, erweckt das Stück zunächst den Eindruck einer Dramatisierung von mathematischen Zusammenhängen
Beiderseits mathematisch begabt: Natascha Barrett als Catherine und Peter Merck Robert. Bilder: ROstoff
GIESSEN. Die 25-jährige Catherine (Natascha Barrett) hat in Chicago lange mit ihrem Vater Robert, einem Mathematik-Professor, zusammengelebt. Als dieser stirbt, beginnt die verstörte junge Frau sich zu fragen, ob ihr Vater genial oder doch schon wahnsinnig war.
Die alte Frage von Genie und Wahnsinn beschäftigt Auburns Stück aber nur sehr periphär. Was wie Filme à la „Pi“ oder wie „Copenhagen“ oder Dürrenmatts „Physiker“ tiefgreifend daherkommen könnte, bleibt beu Aburn eher eine übersichtliche Familientragödie. Catherines Schwester Claire (Jessica Schulze-Bentrop) will sie am liebsten nach New York holen und strotzt während und nach der Beerdigungsvorbereitungen nur so vor Fürsorge. Dann taucht da noch Hal (Niclas Plaputta), ein ehemaliger Student Roberts auf, der Roberts alte Notizbücher am liebsten alle nach bahnbrechenden Forschungsansätzen durchstöbern möchte und Catherine nebenbei noch in eine Affäre stürzt.
Martin P. Koob hat Auburns neun „Proof“-Szenen nun mit der Crew des englischsprachigen Keller Theatres inszeniert und für den oberen Saal des Mathematkums eingerichtet. Eigentlich kein schlechter Ort für Theater um einen toten Mathematik-Professor.
Peter Merck gibt den Robert angemessen zwischen Eifer und Senilität. Durch die dezente Vor- und Rückblenden-Dramaturgie taucht er auch im zweiten Akt nochmal auf, wenn der Zuschauer schon weiß, dass es vorwiegend darum geht, ob Catherine und nicht ihr Vater die Formel in einem entscheidenden Notizbuch verfasst hat.
Wer hat’s eben bewiesen – Claire hält ihre Schwester für verrückt. Die Komik, die in den Dialogen der beiden Schwestern entsteht, wird von Barrett und Schulze-Bentrop bestens heraus gekitzelt. Auch Plaputta gibt die im Stück angelegten Pointen um eine Nerd-Band von Mathestudenten und diverse Feierlichkeiten hervorragend ins Publikum weiter. Und ein bisschen Romanze gibt’s auch noch.
So schafft es das Quartett, aus einem etwas zu viel versprechenden Stück attraktives Konversationstheater zu machen. Wie schrieb die Kritik in den USA nach der Premiere am Off Broadway über „Proof“: „Some decent theatrical touches, but a fairly simplistic plot“. Einen Besuch der Show im Mathematikum sollte man sich dennoch nicht entgehen lassen.
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Lieber Rüdiger,
nachdem gestern abend die letzte Vorstellung von PROOF über die Bühne gegangen ist, möchte ich herzlich danken für den Bericht und die Fotos im “Ausgehzwang”. Ich weiss ja nicht, wann wir uns über den Weg laufen werden, irgendwann, irgendwo, irgendwie.
Es war ganz schön anstrengend, aber Lust, Leidenschaft und gute Laune haben die Zeit wertvoll gemacht.
C U
Peter