Wetzlarer Kunstverein startet mit „Gegenlicht“ und „Menschenfressen“ ins Jahresprogramm
20. Februar 2010 | Von Rüdiger Oberschür | Kategorie: AusgechecktWETZLAR. „Gegenlicht“ titelt die erste Ausstellung des Wetzlarer Kunstvereins in diesem Jahr. Zu sehen werden Fotografien von Jörn Heller sein. Vernissage ist am Sonntag, 28. Februar, um 11 Uhr. Im Programmheft heißt es dazu: Gegen Licht betrachtet wirkt vieles banal Anmutende erstaunlich interessant, und manches, das nie der Aufmerksamkeit wert erschien, bekommt im Gegenlicht plötzlich Konturen, die man vorher nicht bemerkte. Was im übertragenen Sinne für die Begegnung mit Menschen gilt, das gilt erst recht im wörtlichen Sinne für alles, was der Kamera vor die Linse tritt. Das Ergebnis solcher Begegnungen ist die Ausstellung „Gegenlicht“. Sie zeigt die poetischen Seiten des Alltags und lässt das Gewöhnliche in neuem Licht – im Gegenlicht – erscheinen.
Weiter geht es bereits am 28. März mit Reiner Maria Matysiks „Menschenfressen“. Vernissage ist am Sonntag, 28. März, ebenfalls um 11 Uhr. Der Berliner Künstler Matysik beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit Konzeptionen zukünftiger Lebewesen und hat in den letzten Jahren an der Schnittstelle zwischen Kunst und Biologie ein eigenes System postrevolutionärer Lebensformen entwickelt. Weit über hundert dieser Organismen hat der Künstler als Modelle (teils aus Plastilin, PVC, Epoxydharz, Gummi und Silikon) geschaffen und anhand von Größe, Gewicht, Geschlecht, Extremitäten, Ausrichtung, Lebensweise, etc. systematisch zugeordnet. Sowohl in der visuellen Umsetzung, als auch in seiner sprachlichen Form werden hier wesentliche künstlerische Strategien erkennbar, mit denen sich Matysik in einen eigenen Zwischenraum zwischen biotechnologischer Forschungswelt und pseudowissenschaftlicher Fiktion einschreibt.
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