Jutta Lindner amüsiert als Nachtschwester Lackmeier das Publikum im „1022“
7. Februar 2010 | Von Rüdiger Oberschür | Kategorie: Kabarett/ComedyFür die einen ist es Notaufnahme oder Mehrbettzimmer, für Jutta Lindner eine Fundgrube an teilweise bissigen Pointen: das Krankenhaus. In der Rolle der Nachtschwester Lackmeier hielt die saarländische U
lknudel ihr 80 Köpfe zählendes Publikum im Rahmen der Reihe „Kulturfreitag“ in der Muk-Kneipe „1022“ mit Eigenarten rund ums Hospital ordentlich bei Laune.
GIESSEN. Mit Urinflasche und Plastikkittel ausgestattet, weihte Lindner ohne mit der Wimper zu zucken in die Abgründe des Krankenschwesternalltags ein. Auch wenn manche Pointe dabei etwas vorhersehbar daherkommt, amüsierten sich die Zuschauer zwischen den teils frivolen, teils morbiden Themen sichtlich. Nicht zuletzt, als die Stationsvorsteherin par excellene Peggy Lees Soul-Klassiker „Fever“ ganz ohne Band oder Playback als Fieberthermometer-Song anstimmte.
Als lokalpatriotische Oma Frieda bestreitet Lindner den zweiten Teil kaum minder humoresk und erklärt nicht ohne Stolz, wie das Saarland in den Nachrichten so oft zum Maß der Dinge wird. Also dann, wenn wieder Flächen „doppelt so groß wie das Saarland“ überschwemmt wurden oder verbrannt sind. Und auch als gewiefte Seniorin, die im Altenheim schon mal Liederabende namens „Rock am Stock“ organisiert, schöpft Lindner aus einem reic
hen Fundus an Lebenserfahrung und singt: „Ich will lieber Schokolade, als noch einmal einen Mann“. Dafür gab es zu recht lautstarken Schlussapplaus und zum Abschied einen Blumenstrauß.
Als nächster Künstler in der Muk-Reihe „Kulturfreitag“ wird Pianist Jan Luley mit seinen „Klaviererzählungen“ am 5. März im „1022“ auftreten.
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