Ingo Appelt amüsiert 400 Zuschauer in der Kongresshalle
21. Januar 2010 | Von Rüdiger Oberschür | Kategorie: Ausgecheckt, Kabarett/ComedyNur zwei Stimmen, aber gut – die ROstoff-Fabrik hat trotzdem mal bei Ingo Appelt vorbeigeschaut und es auch gar nicht bereut
GIESSEN. Trotz des masochistischen Programmtitels „Männer muss man schlagen“ und diverser Hau-Aufforderungen auf seiner Internetseite ist Appelt nun mal nicht tot zu kriegen. Am Montag erst startete erfolgreich seine neue TV-Show „Fun Club“, und sein Gießen-Gastspiel war denn auch alles andere als Trübsalblasen. 400 Zuschauer sind in die Kongresshalle gekommen, um das rhetorische Röhren des einstigen Enfant Terribles der deutschen Unterhaltungsbranche mitzuerleben.
Und man muss Appelt zugute halten, dass man sich seinem souveränen Pointenpresto nur schwer entziehen kann. Der gebürtige Essener paart in seinem aktuellen Programm den Geschlechterkampf zwar wie gewohnt mit Teufelchenmanier und viel politisch unkorrekter, geradezu barbarischer Blödelei, spannt den Karren aber mittlerweile von der anderen Seite auf.
Frau von heute – Macht von gestern
Appelt erklärt den Mann im Zuge der Emanzipation 2.0 zum sympathischen Underdog, der sich ständig beim Befolgen seiner eigenen Instinkte erwischt fühlt. Trotz bestehendem Patriarchat hat die Frau die Hosen an, und ist dabei politisch nicht mal angreifbar. Da bleibt die Bundesregierung thematisch natürlich nicht außen vor.
Appelt bezieht sein Gießener Publikum genüsslich mit ein in Sachen Meinungsmache und streift vorbei den all den angeblichen Kampfbefruchtern und Emporschläferinnen des Boulevards. Getreu dem Motto „Männer werden besser, je jünger sie sterben“ oder „Frauen sind ein Geschenk, nur mögen Männer eben keine Geschenke“. Der Saal zeigt sich dauerhaft amüsiert. Und besser als Mario Barth sind Appelts manchmal gar nicht so blöde Bösartigkeiten ja auch allemal.
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