Peter Hein kommt ins Franzis – aber nicht als Sänger, sondern als Autor
13. Januar 2010 | Von Rüdiger Oberschür | Kategorie: LiteraturWETZLAR. Jaaaa, natürlich gehen wir da trotzdem hin. Kann man oben rechts auch für stimmen! Und weil die Ankündigung schon soviel Lust macht, hier ein paar Zeilen:
Man kennt ihn als Sänger und Texter der Fehlfarben, Mittagspause und Family 5. Doch was man über Peter Hein vielleicht noch nicht weiß: Er hat mit “Geht So“ (Lilienfeld Verlag) ein ganz hervorragendes Buch übers Unterwegssein geschrieben.
Hein flaniert durch Städte und Städtchen und schreibt in seiner teils typisch laxen, teils erhellend negativen, oft aber auch poetischen Art, was ihm begegnet (und er dazu meint). Ob das die hohe Kunst des Flanierens ist oder nicht: Hein pflegt es zu tun. Er streift durch die Städte, in die es ihn aus irgendwelchen Gründen verschlägt. Und er studiert von der Bahnhofskaschemme bis zum Alten Meister im Museum alles, was zwischen den nächsten Aufenthalt bei Espresso und Bier passt.
Von A wie Augsburg und Asbestsanierung bis Z wie Zürich und Zechpreller hat er viel gesehen, viel zu erinnern, viel zu loben und vieles zu benörgeln. Seine schweifenden Texte und sein persönlicher Blick sind sicherlich als Reiseführer unbrauchbar, aber der Flaneur steht eben im Widerspruch zum Prinzip der geführten Reise: Er geht bewusst ins Blaue, um das Kleine, das Individuelle und das Geheime zu finden. Oder auch einfach nur den besten Platz zum „Bohemisieren“.
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