Von Malerei und Zeichnung über Skulptur und Video bis Fotografie: Der Marburger Kunstverein blickt zum Anfang des Ausstellungsjahres zurück auf eine Dekade
4. Januar 2010 | Von Rüdiger Oberschür | Kategorie: Ausgecheckt, KunstMARBURG. Noch zwei Tage hängen die pastosen Gemälde von Ralph Fleck und stehen die Steinskulpturen von Georg Hüter im Marburger Kunstverein. Ab dem 15. Januar beginnt dann am Gerhard-Jahn-Platz mit insgesamt sieben Ausstellungen und dem Ergänzungsprogramm „Experimentelle Musik“ ganz offiziell das neue Jahr. Und zwar passend mit dem Rückblick auf eine Dekade: „10 Jahre – 10 Künstler“ titelt der Kunstverein angesichts seiner bereits 57-jährigen Geschichte und zeigt zehn Künstler, die in den vergangenen zehn Jahren in dem imposanten Glasbeton-Bau zwischen Großkino und Bankgebäude ausgestellt haben.

- Standbild aus UKE Diekmanns “Superhelden”-Video.

Die Dekaden-Ausstellung wird Arbeiten von Joachim Bandau, Angela Hiss , dem deutsch-griechischen Neo-Rauch-Schüler Aris Kalaizis, Floris M. Neusüss , Annette Sauermann, Bernd Schwarting, Hans Sieverding, Willi Weiner, Rainer Wölzl und Andrea Zaumseil beinhalten.
„Leute in Abchasien“ und ein „Weg der Steine“
Schon dabei stehen die Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur und Video friedlich nebeneinander. So auch im weiteren Verlauf des Ausstellungsjahres, das mit einer Installation des Multimedia-Virtuosen UKE Diekmann ab dem 12. März weitergeht. „Der Bezug zur modernen, medialen Gegenwart steht bei Diekmann im Vordergrund“ erklären Susanne Paesel und Dr. Gerhard Pätzold vom Marburger Kunstverein die Arbeit mit den skurrilen Titel „Die Leute in Abchasien bevorzugen Intarsien“.
Auf Diekmann folgen ab dem 22. April Volker Steinbachers Papierarbeiten unter dem Titel „kopf über – land unter“ oder „Welt Auge – Der Weg der Steine“. Eine geheimnisvoll anmutende Ausstellung, die auch die Weiterführung einer Reise von Steinen beinhalten soll, über die man hier mehr erfährt.
Fotogramme und Improvisationen
Nicht nur alles Neue bringt der Mai, sondern auch Thomas Bachlers verstörende Camera-obscura-Bilder, die der gebürtige Westfale als Fotografien, Fotogramme und Fotobücher unter dem Titel „das Auge sieht mit“ ab dem 7. Mai zeigt.
Wie in den letzten Jahren auch wird das Ausstellungsprogramm unter der künstlerischen Leitung von Dr. Albert Kaul durch die Reihe „Experimentelle Musik“ ergänzt. Diesmal sind es, laut Kaul allerdings rein zufällig, ausschließlich Duos, die die Möglichkeiten musikalischer Improvisationen ausloten werden. Den Anfang machen am 23. Januar keine geringeren als Gitarrist Frank Rühl und Bassist Reinhart Hammerschmidt, vom Gießener Improvisers Pool bestens bekannt.
Mit dem Aktionskünstler Heiner Metzger am Soundtable und Birgit Ulher (Trompete) geht es am 20. März weiter. Dr. Kaul wies angesichts von der zu erwartenden Verwendung von Schneebesen, Bürsten und Gläsern auch auf einen optischen Genuss hin. Verene Wüsthoffs und Eva Zöllners „Windspiel“ sowie Lotte Ankers und Martin Esters Improvisationen zwischen Film und Musik folgen dann bis Ende Oktober. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.
„Experimentelle 16“ folgt auf Ydessa Hendeles
Die zweite Hälfte des Ausstellungsjahres wird dann mit „Kunst in Marburg“ wie gewohnt von regionalen Künstlern bestimmt, bevor Klaus Hacks Wächterskulpturen, Annette Schröters Papierschnitte und die „subjektive Kuratorin“ Ydessa Hendeles sowie eine Gesamtschau der „Experimentelle 16“ (hier die 15) das Ausstellungsjahr beschließen. Worüber hier natürlich auch im Vorfeld noch ausführlich berichtet wird.
Und weil’s so schön war noch mal ein Blick auf die Fleck-Hüter-Ausstellung…
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